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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Von chronischer Krankheit zu Langlebigkeit
Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.
Was steckt hinter Ihrer Körpertemperatur? Die Antwort ist oft komplexer, als viele denken. Denn der Mensch ist ein Warmblüter, aber wir brauchen nicht alle exakt dieselbe Temperatur. Die normale Körpertemperatur ist von Mensch zu Mensch ein wenig unterschiedlich.
Und sie kann auch im Tagesverlauf schwanken. Je nachdem, wo Sie messen, sehen Sie ebenfalls verschiedene Werte. Im Mund kann die Temperatur bei 36,5 Grad liegen, aber auch bei 37,5 Grad. Beides kann im Rahmen des Normalen sein.
Wichtig ist zunächst: Die Körpertemperatur ist ein dynamisches System. Wenn Hormone ins Spiel kommen, verändert sich noch mehr. Das sieht man zum Beispiel bei den Wechseljahren, in der Schwangerschaft oder auch bei bestimmten Erkrankungen.
Und es zeigt sich besonders deutlich bei hochbetagten Menschen. Viele von ihnen sind selbst im Sommer dick angezogen, weil ihnen oft kalt ist. Das muss nicht sofort krankhaft sein. Es kann auf eine neue persönliche Normaltemperatur hinweisen.
Ihr Körper arbeitet mit einem Sollwert für Temperatur. Dieser Sollwert ist nicht starr, sondern wird laufend beeinflusst. Bei Fieber erhöht der Körper diesen Punkt bewusst.
Die Idee dahinter ist einfach. Wenn ein Virus oder ein anderer Erreger einer höheren Temperatur ausgesetzt ist, kann er darunter leiden oder sogar zerfallen. Fieber ist deshalb nicht nur ein Begleitsymptom, sondern auch ein gezielter biologischer Mechanismus.
Und man darf diesen Effekt nicht unterschätzen. Es gibt sogar Menschen mit bestimmten Autoimmunerkrankungen, denen es unter Fieber zeitweise besser geht. Das klingt zunächst widersprüchlich, passt aber zu der Tatsache, dass Temperatur und Immunsystem eng miteinander verbunden sind.
Wenn Sie sich fragen, warum Ihnen oft kalt ist, lohnt sich ein Blick auf die Schilddrüse. Die Schilddrüsenfunktion spielt eine große Rolle bei der Steuerung der Körpertemperatur.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion sind Betroffene häufig eher übergewichtig und gleichzeitig kälteempfindlich. Die Körpertemperatur kann dann sinken. Typisch sind aber nicht nur Kältegefühl und niedrige Temperatur, sondern oft auch Müdigkeit, Verstopfung, trockene Haut und ein reduzierter Antrieb.
Und auch das Fettgewebe spielt mit hinein. Ein geringer Körperfettanteil kann dazu führen, dass Sie schneller auskühlen. Unterhautfettgewebe wirkt nämlich isolierend. Wer wenig davon hat und sich wenig körperlich bewegt, verliert Wärme schneller.
Das sieht man oft bei sehr schlanken älteren Menschen. Dort kann eine niedrigere Temperatur durchaus zur normalen Altersphysiologie gehören.
Bei Frauen verändert sich die Temperaturregulation auch im Zyklus.
Nach dem Eisprung bis zur Regelblutung steigen die Progesteronwerte an. Dadurch wird die Körpertemperatur häufig um etwa ein halbes bis ein Grad Celsius angehoben. Das ist ein normaler physiologischer Effekt.
In der Schwangerschaft kann dieser Mechanismus noch deutlicher sein. Bei hohen Progesteronspiegeln fühlen sich viele Frauen deutlich wärmer und vertragen Kälte oft erstaunlich gut.
Und in den Wechseljahren fällt dieser hormonelle Einfluss teilweise weg.
Deshalb kann es sein, dass die Temperatur etwas niedriger erscheint oder dass Hitzewallungen auftreten. Es geht dabei nicht nur um das Gefühl, sondern um die Art, wie der hormonelle Sollwert im Körper geregelt wird.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Energiestoffwechsel. Wenn Ihre Mitochondrien gut arbeiten, wird Energie effizient umgesetzt. Dabei entsteht Wärme.
Auch braunes Fettgewebe spielt hier eine Rolle. Es enthält besonders viele Mitochondrien und kann Wärme produzieren. Menschen, die sich regelmäßig Kälte aussetzen, zum Beispiel durch einen kurzen Gang im T-Shirt an einem kalten Tag, können diesen Mechanismus anregen.
Das ist keine Empfehlung, dauerhaft zu frieren. Aber gezielte Kälteexposition kann die Anpassungsfähigkeit des Körpers fördern.
Und genau hier wird es für die Langlebigkeit interessant.
Ein aktiver Stoffwechsel, ausreichende Muskelmasse und ein gutes Gleichgewicht zwischen Wärmeproduktion und Wärmeverlust sind wichtige Bausteine. Mit dem Alter nimmt die Muskelmasse bei vielen Menschen ab.
Sarkopenie kann dazu führen, dass Sie sich kälter fühlen und mehr Kleidung benötigen. Das ist nicht automatisch krankhaft, aber es ist ein Hinweis darauf, dass sich der Körper verändert.
Auch die Atmung beeinflusst die Temperatur. Bei der Zellatmung entsteht Kohlendioxid. Dieses Kohlendioxid erweitert Blutgefäße. Wer gute CO2-Spiegel hat, hat deshalb oft eine bessere Durchblutung und kann Wärme besser halten.
Menschen, die chronisch hyperventilieren, berichten dagegen nicht selten über kalte Finger, kalte Füße und eine schlechtere Kältetoleranz. Hier kann also auch die Atemweise eine Rolle spielen.
Und genau deshalb sind Dinge wie ruhiges Atmen und kalte Duschen für manche Menschen gut verträglich und hilfreich. Sie trainieren damit nicht nur die Kreislaufregulation, sondern oft auch die Anpassungsfähigkeit an Temperaturreize.
Eine niedrigere Körpertemperatur ist nicht automatisch ein Problem. Wenn Sie sich wohlfühlen, normal leistungsfähig sind und keine Beschwerden haben, kann es sich schlicht um Ihre individuelle Normaltemperatur handeln.
Das gilt besonders dann, wenn Sie schlank sind oder älter werden. Im Laufe der Jahre werden viele Menschen etwas kälteempfindlicher. Und sie ziehen sich einfach dicker an.
Anders ist es, wenn zusätzlich Symptome auftreten.
Antriebslosigkeit, Müdigkeit, depressive Verstimmung, Zittern, Herzrasen, Verstopfung oder ausgeprägte Kälteempfindlichkeit sollten immer genauer abgeklärt werden. Dann kann eine Schilddrüsenstörung dahinterstecken.
Seltener kommen auch andere Ursachen infrage, etwa Störungen im Bereich der Hypophyse oder gutartige Tumoren.
Wenn sich Ihre Körpertemperatur verändert, lohnt sich also die Frage: Woran könnte das liegen? Ist es der Zyklus, die Schwangerschaft, die Wechseljahre, die Schilddrüse, das Fettgewebe, der Stoffwechsel oder die Atmung? Die Temperatur ist ein wertvoller Hinweisgeber.
Sie sagt oft mehr aus als nur fiebrige Krankheit. Und sie kann viel über Hormone, Energie und Anpassungsfähigkeit des Körpers erzählen.