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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Von chronischer Krankheit zu Langlebigkeit
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Eine häufige Frage bei der ketogenen Ernährung ist, wie viel Protein und Fett optimal sind, um die gewünschten Effekte zu erzielen insbesondere, wenn Sie in Ketose bleiben möchten.
Viele Menschen orientieren sich an der Empfehlung von etwa 1,5 Gramm Protein pro Kilogramm Idealgewicht. Diese Menge ist für die meisten Personen ein sehr guter Richtwert.
Zu beachten ist: Nicht nur die Kohlenhydratmenge, sondern auch die Proteinzufuhr ist entscheidend, wenn Sie Ketonkörper im Blut nachweisen wollen.
Nimmt man zu viel Eiweiß zu sich, besonders große Mengen glucogener Aminosäuren, stimuliert das die Insulinausschüttung. Das wiederum hemmt die Lipolyse und damit die Ketonkörperbildung.
In der Folge sinkt oft der Blutzucker deutlich ab und die Gluconeogenese wird angeregt ein Zustand, der dazu führen kann, dass Sie aus der Ketose geraten.
Der optimale Proteinbereich liegt für die meisten Menschen bei ungefähr 1,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht, abhängig von der körperlichen Aktivität und vom Ziel, die fettfreie Masse zu erhalten.
Wer besonders inaktiv ist, kommt auch mit 0,8 bis 1,2 Gramm pro Kilogramm aus; sehr sportlich Aktive benötigen gelegentlich etwas mehr, der Grenzbereich liegt meist bei zwei bis zweieinhalb Gramm pro Kilogramm Körpergewicht.
Bei einer deutlichen Überschreitung dieser Schwelle droht jedoch ein Verlassen der Ketose.
Fettzufuhr hat meiner Ansicht nach eine eher untergeordnete Rolle. Es ist wichtiger, dass Sie ausreichend satt werden und dabei nicht zu wenig Fett aufnehmen zu viel ist normalerweise schwer zu erreichen, zu wenig aber relativ leicht.
Die Fettmenge sollte dynamisch an das individuelle Ziel angepasst werden: Möchten Sie abnehmen, Ihr Gewicht halten oder zunehmen? Am effektivsten steuern Sie das über die regelmäßige Gewichtskontrolle und passen die Kalorienzufuhr anhand der Veränderungen Ihrer Messwerte an.
Dafür brauchen Sie nicht im Vorfeld genau zu berechnen, wie viel Olivenöl oder andere Fettquellen Sie essen sollten. Besser ist es, nach einer Analyse der Gewichtsentwicklung kleine Anpassungen vorzunehmen.
Eine ketogene Ernährung sollte sich neben hochwertigem Protein vor allem auf kohlenhydratfreies Gemüse, vorzugsweise grünes Blattgemüse, konzentrieren. Dieses kann großzügig mit Olivenöl kombiniert werden, was einerseits für gesunde Fette sorgt, andererseits Ballaststoffe und Polyphenole liefert.
Das ist entscheidend für Ihr Wohlbefinden während der ketogenen Phase.
Beim Thema pflanzliche, lektinfreie Proteine sind die Auswahlmöglichkeiten begrenzt, da viele eiweißreiche Pflanzen auch viele Kohlenhydrate enthalten.
Zwei empfehlenswerte Quellen sind teilentöltes Hanfprotein und blanchiertes, teilentöltes Mandelmehl. Beide liefern ein gutes Aminosäureprofil und möglichst wenig verwertbare Kohlenhydrate optimal für die Ketose.
Mikroalgen wie Chlorella oder Spirulina eignen sich ebenfalls, mit ihrem hohen Proteingehalt, sind aber teuer und geschmacklich gewöhnungsbedürftig. Hefe kann als unkonventionelle, aber hochwertige Eiweißquelle genutzt werden, da sie frei von Lektinen und mit sehr niedrigem Kohlenhydratgehalt ist.
Zusammenfassend empfiehlt es sich, die Proteinmenge auf etwa 1,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht festzulegen und die Fettzufuhr an die Kalorienbilanz und Ihre Ziele anzupassen. Die regelmäßige Kontrolle des Körpergewichts und der Körperzusammensetzung ermöglicht ein dynamisches Steuern Ihrer Makronährstoffzufuhr, sodass Sie dauerhaft von den Vorteilen der ketogenen Ernährung profitieren können.