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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Von chronischer Krankheit zu Langlebigkeit

Erhöhte LpPLA2 was tun? Diskussion von Ursachen, natürlicher Entwicklung und Gegenmaßnahmen

Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.

Video-Transkript

Erhöhte LpPLA2: was bedeutet das?

Wenn bei Ihnen die LpPLA2 erhöht ist, stellt sich zuerst die Frage, was dieser Wert eigentlich aussagt. LpPLA2 ist die lipoprotein-assoziierte Phospholipase A2.

Es handelt sich um ein Enzym, das vor allem mit LDL-Partikeln verbunden ist und uns Hinweise auf vaskuläre Entzündung und auf die Aktivität von Arteriosklerose geben kann.

Arteriosklerose ist kein plötzliches Ereignis.

Und sie läuft bei vielen Menschen über Jahre und Jahrzehnte. Die zentrale Frage ist deshalb nicht nur, ob ein LDL-Wert erhöht ist. Wichtiger ist oft, ob ein aktiver Prozess mit Entzündung, Oxidation und Plaquebildung vorliegt.

Genau dort kann LpPLA2 hilfreich sein.

Warum dieser Marker relevant ist

LpPLA2 wird unter anderem von Makrophagen, Monozyten und T-Lymphozyten gebildet. Etwa 80 Prozent sind an LDL-Partikel gebunden.

Und gerade diese LDL-Partikel sind wichtig, weil sie grundsätzlich kausal an der Entstehung von Arteriosklerose beteiligt sein können. Dabei ist nicht jedes Cholesterin automatisch gefährlich.

Es gibt eher günstige und weniger günstige Varianten. Große, funktionale LDL-Partikel verhalten sich anders als kleine, dichte Partikel.

Für die Risikoklassifizierung reicht ein einzelner LDL-Gesamtwert oft nicht aus.

Auch ein ApoB-Test oder ein Lipoprotein-Test liefert zwar mehr Informationen, aber manchmal eben noch nicht alles. Selbst bei scheinbar guten Werten kann eine vaskuläre Entzündung fortbestehen.

Und genau dafür ist LpPLA2 als Marker interessant.

Wie Plaques entstehen

Damit eine Plaque entsteht, müssen mehrere Dinge zusammenkommen. LDL oder seine Vorstufen penetrieren die Intima, also die innere Auskleidung des Gefäßes, und oxidieren dort.

Je durchlässiger das Endothel ist, desto leichter gelingt dieser Prozess. Hohe Insulinspiegel, ein gestörter Kohlenhydratstoffwechsel, Bluthochdruck und Scherkräfte im Gefäß fördern diese Entwicklung.

Auch die Partikelgröße spielt eine Rolle. Kleine, dichte LDL-Partikel kommen leichter durch eine vorgeschädigte Gefäßwand als große, funktionale Partikel. Hinzu kommt die Oxidation.

Und hier wird es besonders wichtig, denn oxidierte Lipide fördern Entzündung und ziehen Makrophagen an. Diese Fraßzellen versuchen, das Material aufzunehmen, überladen sich jedoch häufig, sterben ab und tragen so zum nekrotischen Kern einer Plaque bei.

Das Resultat ist eine wachsende Ablagerung. Mit der Zeit kann die fibrinöse Kappe dieser Plaque dünner werden. Dann steigt das Rupturrisiko. Eine Ruptur ist deshalb gefährlich, weil das Gerinnungssystem auf die freigelegten Strukturen reagiert und ein Blutgerinnsel bilden kann.

Wenn dieses Gerinnsel ein Gefäß in Herz oder Gehirn verlegt, können Herzinfarkt oder Schlaganfall entstehen.

Was LpPLA2 anzeigt

LpPLA2 spaltet oxidierte Phospholipide und es entstehen dabei toxische Endprodukte wie Lyso-PC und oxidierte Fettsäuren.

Diese Substanzen sind stark inflammatorisch. Sie verstärken die Entzündung, locken weitere Makrophagen an und treiben den gesamten Prozess voran. Deshalb ist ein erhöhter LpPLA2-Wert kein isolierter Laborbefund, sondern ein Hinweis auf einen aktiven, laufenden Prozess.

Orientierend werden Werte unter 200 ng/ml eher als niedriges Risiko eingeordnet. Im Bereich von etwa 200 bis 230 oder 235 ng/ml liegt ein moderates Risiko vor. Über 235 ng/ml ist das Risiko für Plaque-Rupturen deutlich erhöht.

In der Praxis können auch deutlich höhere Werte vorkommen. Dann sollte man genauer schauen, wodurch der Prozess angetrieben wird.

Was Sie beeinflussen können

Und hier kommen die Gegenmaßnahmen ins Spiel.

Der erste Ansatz ist fast immer der Blutdruck. Ist er erhöht, sollte er konsequent optimiert werden. Häufig sind Medikamente sinnvoll, die Stickstoffmonoxid fördern, weil eine endotheliale Dysfunktion oft mit einem NO-Mangel zusammenhängt.

Der zweite große Hebel ist Entzündungshemmung. Nicht nur durch Medikamente, sondern vor allem durch die Ursachen. Dazu gehört die Reduktion chronischer Entzündung, die Optimierung des Kohlenhydratstoffwechsels und bei hohen Triglyceriden auch die Anpassung der Ernährung.

Kleine, dichte LDL-Partikel entstehen leichter bei ungünstigem Stoffwechselprofil, hohen Insulinspiegeln und erhöhten Triglyceriden.

Triglyceride sind dabei ein wichtiger Marker. Sie lassen sich durch weniger Kohlenhydrate, mehr körperliche Aktivität oder auch durch längere Esspausen senken.

Und wenn Triglyceride sinken, verbessert sich häufig auch das HDL-Profil. Allerdings ist nicht jedes hohe HDL automatisch günstig. Auch dysfunktionales HDL kann mit erhöhtem Risiko einhergehen.

Calcium-Score, Intima-Media-Dicke und Bildgebung

Zur Beurteilung der Gefäßgesundheit spielt auch der Calcium-Score eine wichtige Rolle. Er zeigt, wie weit die Arteriosklerose bereits fortgeschritten ist.

Ein hoher Calcium-Score spricht für eine längere Krankheitsgeschichte. Ein Wert von null schließt jedoch weiche Plaques oder eine aktive Entzündung nicht sicher aus.

Zusätzlich kann die Intima-Media-Dicke an der Halsschlagader gemessen werden.

Sie gibt Hinweise darauf, wie stark die Gefäßwand bereits verändert ist. Auch hier gilt: Es geht nicht nur darum, ob überhaupt etwas vorhanden ist. Entscheidend ist, ob der Prozess aktiv voranschreitet.

Genau dafür ist LpPLA2 so nützlich, weil der Marker auch dort Hinweise liefern kann, wo man bildgebend nicht direkt hinschauen kann.

Was ein erhöhter Wert für Sie praktisch bedeutet

Wenn Ihr LpPLA2 erhöht ist, lohnt sich ein genauer Blick auf Blutdruck, Entzündung, Triglyceride, LDL-Subklassen, ApoB und den allgemeinen Stoffwechsel.

Dann geht es darum, die Risikofaktoren so zu beeinflussen, dass der Plaque-Progress verlangsamt wird. Und es geht darum, nicht nur absolute Laborwerte zu betrachten, sondern das tatsächliche individuelle Risiko.

Wichtig ist dabei auch die Zeitdimension. Arteriosklerose entsteht langsam. Deshalb gibt es meist ein langes Zeitfenster, in dem sich sinnvoll gegensteuern lässt. Wenn Sie Ursachen reduzieren, Entzündung senken und den Stoffwechsel verbessern, können Sie den Verlauf deutlich beeinflussen.

Die entscheidende Frage bleibt also nicht allein, wie hoch ein Laborwert ist. Entscheidend ist, ob ein aktiver Prozess läuft, wie aggressiv er ist und an welchen Punkten Sie ansetzen können.

Genau dabei hilft die Einordnung von LpPLA2 im Zusammenhang mit LDL-Subklassen, vaskulärer Entzündung und Plaquedynamik.


Quellen: Association between lipoprotein-associated phospholipase A2 levels and risk of recurrent cerebrovascular events in patients with ischemic stroke A systematic review and meta-analysis., Association of lipoprotein-associated phospholipase A2 with recurrence risk and its predictive value in large artery atherosclerotic stroke., The CD47 signaling axis regulates the formation and vulnerability of atherosclerotic plaques mechanism analysis and targeting strategies.

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