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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Von chronischer Krankheit zu Langlebigkeit
Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.
Sogenannte Ewigkeitschemikalien wie PFAS, PFT und TFA sind synthetische Industriechemikalien, die sich sowohl in der Umwelt als auch im menschlichen Körper anreichern.
Sie sind kaum biologisch abbaubar, was zu einer globalen Verbreitung führt. In Studien wird regelmäßig gezeigt: Fast jeder Mensch hat messbare Mengen dieser Stoffe im Blut, selbst Tiere wie Eisbären sind deutlich belastet die Zahlen in deren Lebern sind erschreckend hoch.
Die Frage, wie man solchen chemischen Belastungen begegnen sollte, treibt viele Menschen um. Gibt es praktikable Wege, den eigenen Körper von PFAS zu entlasten? Wasserfilter, Haushaltsfilter oder Umkehrosmoseanlagen werden oft genannt, doch die Realität ist ernüchternd.
PFAS sind inzwischen so weit verbreitet, dass sich die Belastung kaum durch Einzellösungen zu Hause senken lässt. Ein gezieltes, individuelles Vorgehen ist nahezu unmöglich das Problem ist gesellschaftlich und verlangt eigentlich nach politischen Lösungen.
Und dennoch existiert eine pharmakologische Option, die zumindest einen Teil der Ewigkeitschemikalien beeinflussen kann. Eine kleine schwedische Studie wurde dazu publiziert: Hier bekamen zehn Versuchspersonen den Gallensäurebinder Cholestyramin, ein Medikament aus der Cholesterinsenkung, das als Anionenaustauschharz wirkt.
In der Leber werden Cholesterinverbindungen zu Gallensäuren umgewandelt, die bei fetthaltigen Mahlzeiten in den Darm gelangen dort werden sie normalerweise wiederaufgenommen und recycelt. Cholestyramin blockiert diese Rückaufnahme.
Das Ergebnis: Nach Anwendung von Cholestyramin sank der PFAS-Spiegel im Stuhl der Studienteilnehmer, im Darm gelöste Gallensäuren mit PFAS wurden effektiv ausgeschieden. Die Absenkung der Werte war teils drastisch: Ein Rückgang um das 23-fache wurde berichtet.
Das Weiterentwicklungsmedikament Colesevelam (in Deutschland als Cholestergel zugelassen) ist besser verträglich, senkt PFAS jedoch etwa um 38%.
Die Einnahme eines solchen Medikaments ist jedoch kein harmloser Selbsttest: Gallensäurebinder hemmen die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen massiv und beeinflussen auch diverse andere Medikamente.
Das Medikament wirkt lokal im Darm systemische Nebenwirkungen sind selten, aber Kopfschmerzen, Blähungen oder Verstopfung können auftreten. Besonders bei Veranlagung zu hohen Triglyceriden oder wenn viele weitere Medikamente notwendig sind, ist Vorsicht geboten.
Ein ausreichender Einnahmeabstand zu anderen Präparaten (mind. vier Stunden) ist erforderlich.
Und man braucht Durchhaltevermögen: Eine typische Kur nach Datenlage würde drei Monate dauern, täglich sind sechs bis sieben Tabletten mit fetthaltigen Mahlzeiten einzunehmen.
Colesevelam ist außerdem relativ kostenintensiv. Im Gegensatz dazu ist Cholestyramin zwar günstiger, aber meist schlechter verträglich. Die Senkung des Cholesterinspiegels selbst ist mit diesen Gelbildnern übrigens eher mäßig.
Es ist wichtig zu wissen: Diese Medikamente wirken vermutlich nur gegen bestimmte PFAS. Weitere Ewigkeitschemikalien werden weniger beeinflusst. Tatsächlich scheint die aktuelle Belastung durch PFAS uns Menschen bislang nicht daran zu hindern, ein hohes Lebensalter zu erreichen auch Hundertjährige sind heute nachweislich diesen Chemikalien ausgesetzt.
Sollte man diese Intervention also für sich selbst in Betracht ziehen? Die Datenlage ist zu schwach, um eine allgemeine Empfehlung abzugeben die Vorteile dürften für den Einzelnen gering sein.
Für Menschen, die ohnehin einen Cholesterinsenker wie Colesevelam benötigen, ist der zusätzliche PFAS-Effekt aber ein spannender Aspekt. Für alle anderen bleibt PFAS-Reduktion vor allem Aufgabe der Gesellschaft und der Regulierung.