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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Von chronischer Krankheit zu Langlebigkeit

Langlebigkeit und gesunde Zähne

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Langlebigkeit und gesunde Zähne: Wissenschaftliche Strategien für dauerhafte Zahngesundheit

Die Zahngesundheit ist ein zentraler Baustein für ein langes, gesundes Leben. Wenn Sie ins Museum gehen und sich eine ägyptische Mumie oder steinzeitliche Skelette anschauen, fällt auf: Die Zähne sind häufig noch erhalten.

Selbst Mammutzähne überstehen die Jahrtausende. Dies unterstreicht das Potenzial menschlicher Zähne, unser Leben zu überdauern vorausgesetzt, sie bleiben gesund und fallen nicht vorzeitig aus.

Um Zähne vital zu halten, genügt tägliches Zähneputzen allein nicht. Die Wahl der Zahnbürste ist ebenso entscheidend: Schall- und Ultraschallzahnbürsten sind in Sachen Plaqueentfernung dem manuellen Putzen deutlich überlegen.

Für Nachhaltigkeit gibt es inzwischen plastikfreie Aufsätze aus Holz oder Bambus ein Vorteil im Hinblick auf Mikroplastik.

Bei der Zahnpflege stellt sich auch die Frage nach dem optimalen Zahnpflegemittel: Zahnreinigung mit oder ohne Fluorid, PFAS-freie Zahnseide, Zungenschaber und regelmäßige professionelle Zahnreinigung sind sinnvolle Maßnahmen.

Beim Thema Fluorid zeigen neue Alternativen wie Hydroxyapatit Vorteile: Die mineralische Substanz ähnelt Zahnschmelz, remineralisiert die Zähne biomimetisch und ist dabei ungiftig.

Ein häufig diskutiertes Thema ist die Kontrolle des oralen Mikrobioms.

Moderne Speicheltests, wie etwa von spezialisierten Labors, bieten die Möglichkeit, Ihr individuelles Karies- oder Parodontitisrisiko zu bestimmen. Allerdings lässt sich oft bereits beim Zahnarztbesuch erkennen, wo die Schwachstellen liegen.

Und genau an diesen Punkten können gezielt Maßnahmen ansetzen: Eine zuckerreiche Ernährung fördert problematische Bakterienarten wie Streptococcus mutans, bekannt als Hauptverursacher von Karies.

Ein Wechsel in der Ernährung, beispielsweise Richtung weniger Kohlenhydrate und mehr Eiweiß, unterstützt nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, sondern auch die Zahngesundheit.

Zum oralen Mikrobiom gibt es praktische Ansätze: Probiotika können das bakterielle Gleichgewicht im Mund positiv beeinflussen.

Besonders hilfreich sind spezifische Stämme wie Lactobacillus reuteri (DSM 17938 und ATCC PTA 5289), die antimikrobiell und stark entzündungshemmend auf das Zahnfleisch wirken. Beim Vorliegen von Karies zeigen sich Stämme wie Streptococcus salivarius K12 und M18 als vielversprechende Option.

Solche Probiotika sind als Nahrungsergänzungsmittel verfügbar und können die Zahnsubstanz besser schützen.

Eine weitere bewährte Maßnahme ist das Ölziehen mit Kokosöl.

Die darin enthaltene Laurinsäure wirkt antibakteriell, reduziert schädliche Keime, bindet Toxine und unterstützt damit die Gesundheit des Mundraums.

Sehr essenziell sind u. a. die Versorgung mit Mikronährstoffen wie Kalzium und insbesondere Vitamin K2 für die Zahngesundheit.

Auch Coenzym Q10 kann bei Parodontitis als Zahnfleischgel lokal hilfreich sein. Und die Atmung spielt eine Rolle: Dauerhafte Nasenatmung verhindert das Austrocknen des Mundes, senkt das Kariesrisiko und schützt das Zahnfleisch.

Für die professionelle Zahnreinigung empfiehlt es sich, Fluorid und das Anfärben der Zähne kritisch zu hinterfragen Mikroplastik durch Färbemittel sollte möglichst vermieden werden.

Besonders wichtig: Vor der Reinigung sollte eine gründliche Munddesinfektion erfolgen, um das Risiko bakterieller Streuung in den Blutkreislauf und möglicher ernster Komplikationen zu minimieren.

Hierzu eignen sich verdünntes Wasserstoffperoxid oder Chlordioxid, mit ausreichender Einwirkzeit.

Historisch betrachtet gibt es interessante Beobachtungen. Viktor Frankl beschrieb, dass Menschen, die unter Mangelernährung litten und jahrelang keine Gelegenheit zum Zähneputzen hatten, trotzdem eine verbesserte Zahngesundheit aufwiesen.

In der Praxis zeigt sich: Menschen, die ihr Körpergewicht gezielt kontrollieren und sich proteinreich sowie kohlenhydratarm ernähren, berichten häufiger von stabiler Zahngesundheit.

Letztlich zeigen diese Erkenntnisse, dass Zahnpflege und Ernährung in Kombination, unterstützt durch innovative Diagnostik und probiotische Ansätze, eine zentrale Rolle für die Langlebigkeit der Zähne spielen.


Quellen: Probiotics Augment the Effect of Non-Surgical Periodontal Treatment-A Randomised Double-Blinded Placebo-Controlled Trial.

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