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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hyperventilationssyndrom

Übungsstunde Zwerchfell 2-2-2

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Die bewusste Arbeit mit der Atmung kann bei chronischer Hyperventilation ein wichtiger Baustein sein. Besonders hilfreich ist es, das Zwerchfell wieder besser wahrzunehmen und die Atembewegung nicht nur mechanisch ablaufen zu lassen.

Genau hier setzt eine ruhige Übung im Sitzen an. Sie unterstützt Sie dabei, aufrecht zu sitzen, den Brustkorb sanft zu öffnen und den Atem in eine natürliche Wellenbewegung zu bringen.

Wenn Sie die Übung im Sitzen durchführen, achten Sie zunächst auf Ihre Haltung. Sitzen Sie ganz aufrecht. Am besten positionieren Sie sich an der Stuhlkante. Der Rücken darf leicht ins Hohlkreuz kommen, damit sich der vordere Körper öffnet.

Auch das Brustbein darf sich etwas anheben. Gleichzeitig ist wichtig, dass Sie lang in der Wirbelsäule werden. Und trotz der aufrechten Spannung verlieren Sie nicht die Bodenhaftung. Lassen Sie die Schwerkraft durch die Sitzhöcker zu.

Setzen Sie sich richtig schön in den Sitz hinein. So entsteht eine gute Mischung aus Aufrichtung und Ruhe.

Danach beginnen Sie mit einer langsamen, zarten Atemfolge. Der Atem geht zuerst in den Bauch, dann in die Brust.

Beim Ausatmen geht er aus dem Bauch und aus der Brust wieder heraus. Dazwischen bleibt eine Pause. Dieses Muster wiederholen Sie mehrere Male. Dabei soll der Atem klein und fein bleiben. Es braucht nicht groß zu sein.

Gerade bei chronischer Hyperventilation ist das ein wichtiger Punkt. Oft ist die Atmung zu kräftig, zu schnell oder zu wenig differenziert. Dann kann es hilfreich sein, bewusster zu verlangsamen und die Bewegung zu verfeinern.

Und genau das ist das Ziel dieser Übung. Sie sollen nicht pressen. Sie sollen nicht forcieren. Sie sollen den Atemimpuls nur beobachten und führen. Mit jeder Wiederholung darf der Ablauf zarter werden.

Der Körper bekommt die Möglichkeit, sich an eine ruhigere Form der Atmung zu gewöhnen. Die Pause am Ende ist dabei besonders bedeutsam. Sie verlängern sie so weit, wie es angenehm möglich ist.

Der Körper sagt Ihnen dabei gewissermaßen: Ich brauche jetzt nicht mehr einatmen. Diese Pause kann helfen, die Atemnot oder den inneren Druck besser zu regulieren.

Wenn Sie möchten, können Sie den Rhythmus anschließend selbstständig fortsetzen.

Versuchen Sie dabei, die Bewegung mehr in eine Welle zu bringen. Sie soll nicht mechanisch wirken. Eine natürliche Wellenbewegung ist oft deutlich angenehmer und funktioneller als ein starres Atemmuster.

Und wenn der Atemimpuls wieder zieht, lassen Sie ihn kommen. Spüren Sie einen Moment lang ohne Eingriff in den Körper hinein. Genau diese kurzen Momente der Beobachtung sind wertvoll. Sie schulen die Wahrnehmung und geben dem Atem mehr Natürlichkeit zurück.

Fragen Sie sich anschließend bewusst: Wie herausfordernd war das für mich? Konnte mein Körper gut mitgehen? Habe ich mehr Kontakt zu meinem Zwerchfell bekommen? Oder spüre ich eher, dass da noch ein Block ist? Solche Fragen helfen Ihnen, den eigenen Atemprozess differenzierter wahrzunehmen.

Denn bei funktionellen Atemstörungen geht es nicht nur um Luft holen. Es geht auch um Körpergefühl, Spannung, Rhythmus und die Fähigkeit, Pausen zuzulassen.

Diese Atemübung können Sie zwischendurch immer wieder einbauen.

Sie eignet sich als kurze Übung für mehr Ruhe und mehr Bewusstheit. Sie kann auch eine gute Vorübung sein, um später in eine eigentliche Atemwelle überzugehen. So wird die Bewegung des Zwerchfells besser spürbar.

Und genau diese bewusste Wahrnehmung ist oft der erste Schritt zu einer entspannteren Atmung.


Quellen: A Standardized Multicomponent Respiratory Guidance and Nursing Care Protocol for Elderly Patients with Chronic Obstructive Pulmonary Disease.

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