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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hyperventilationssyndrom
Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.
Was ist eigentlich das Problem, wenn ich hyperventiliere, und warum ist mein Körper bei chronischer oder auch akuter Hyperventilation schlecht mit Sauerstoff versorgt, egal wie tief ich atme?
Wenn Sie atmen, dann geht Luft aus dem Raum durch Ihre Atemwege, also Ihre Nase oder Ihren Mund, in die Lunge und in die Lungenbläschen hinein.
Diese haben ganz viele Blutgefäße um sich herum, durch welche sauerstoffarmes Blut mit roten Blutkörperchen fließt. Jetzt geht der Sauerstoff durch eine ganz dünne Wand im Lungenbläschen auf ein Blutkörperchen über, setzt sich dort drauf, wird mitgeschwemmt und durch den Rest des Körpers getragen.
Wenn man jetzt einen Fingerclip-Pulsoximeter an den Finger macht, dann kann man damit messen, welcher Prozentsatz von den roten Blutkörperchen im Moment mit Sauerstoff besetzt ist. Das sollte bei einem 'gesunden' Menschen in der Regel so zwischen 94 und 98 % liegen.
Ich habe häufiger früher als Krankenhausarzt erlebt, dass, wenn wir das bei Menschen gemessen haben, und dort 99 oder 100 % herauskam, die Menschen sich darüber erstmal gefreut haben.
100 % ist aber in der Regel schon ein Indikator, dass Sie deutlich zu schnell atmen. Selbst wenn Sie mehr als 98 % haben, ist das schon ein Hinweis, dass Sie möglicherweise zu schnell atmen.
Der Körper kann auch mit deutlich weniger Sauerstoff auskommen, sonst würde in einem U-Boot auch keiner Luft bekommen.
Würde man beim Fliegen mit 3000 Meter Kabinendruck so einen Pulsoximeter an den Finger machen, und hätten Sie 92 % Sauerstoff, könnten Sie trotzdem ganz normal im Flugzeug denken und alles andere machen.
Sie brauchen keine 100 % Sauerstoff, Sie können mit deutlich weniger auskommen. Wenn man nicht trainiert ist, ist es übrigens so, dass bei etwa 85 % Sauerstoffsättigung die Sauerstoffversorgung vom Gehirn nicht mehr so gut ist und einem ein bisschen schwindlig wird.
Ihr Körper ist aber dafür gemacht, in einer Welt mit Sauerstoffarmut zu überleben. Denken Sie noch einmal an die U-Bootfahrer, die können das auch. Das geht aber nur, wenn Ihr Körper ausschließlich den Zellen, die Sauerstoff brauchen, den Sauerstoff auch zur Verfügung stellt.
Das heißt, nicht jede Zelle bekommt einfach Sauerstoff aus den roten Blutkörperchen, weil, wenn nicht viel da ist, könnte es ja sein, dass, bis am Ende etwas am Gehirn ankommt, der ganze Sauerstoff schon weg ist.
Der Körper setzt Prioritäten und hat ein bestimmtes System, wie er das macht.
Der Körper reguliert die Sauerstoffabgabe durch drei Größen: einen chemischen Stoff namens 2,3-BPG, Temperatur und Kohlenstoffdioxid.
Höhen-Training erhöht 2,3-BPG, was die Sauerstoffabgabe verbessert. Kühlerungsstrategien ändern die Sauerstoffbindung in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur. Kohlenstoffdioxid, das in Zellen produziert wird, spielt eine Schlüsselrolle bei der Sauerstoffabgabe.
Wenn Sie dauerhaft zu schnell atmen, sinkt Ihr Kohlenstoffdioxidspiegel im Körper, weil Sie nicht mehr so viel produzieren, wie Sie gleichzeitig abatmen. Unser Körper kann leider nicht unterscheiden, ob lokal ein Kohlenstoffdioxidspiegel abgesenkt ist oder ob er körperweit zu niedrig ist.
Wenn er überall niedrig ist, denkt Ihr Körper, er muss auch überall Sauerstoff sparen. Dies führt dazu, dass Sauerstoff fest im roten Blutkörperchen bleibt und nicht ausreichend an den Körper abgegeben wird.
So ist es bei Menschen, die immer 100 % Sauerstoffsättigung haben. Ihnen fehlt der Sauerstoff entsprechend in der Energieproduktion, weil diese das Verbrennen von Kohlenhydraten und Fetten mit Sauerstoff ist.
Wenn ich wenig Sauerstoff in einer Zelle habe, wird die Energieproduktion eingeschränkt, was zu Müdigkeit, Schlappheit und verringerter Leistungsfähigkeit führt. Und das ist das Hauptproblem beim Hyperventilationssyndrom.