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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hyperventilationssyndrom
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Chronische Hyperventilation ist ein ernstes Thema, besonders für schwangere Frauen. Aber warum sollten gerade Schwangere vorsichtig mit Buteyko-Atemübungen sein? Es gibt viele gute Gründe, die dafür sprechen, den Control Pause (CP)-Wert nicht aggressiv während der Schwangerschaft zu verändern und einen ruhigeren Ansatz zu verfolgen.
Ein oft übersehenes Problem bei Schwangeren ist die häufigere Neigung zur Hyperventilation. Progesteron, das Gelbkörperhormon, das während der Schwangerschaft erhöht ist, verursacht oft eine schnellere Atmung.
Evolutionär bedingt mussten schwangere Frauen in Zeiten niedriger Sauerstoffkonzentration in der Atmosphäre schneller atmen, um für sich und das Baby zu sorgen. Dieses schnelle Atmen hat jedoch heutzutage Nachteile, da die aktuellen CO2- und Sauerstoffwerte in der Atmosphäre deutlich anders sind als früher.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Tatsache, dass die Buteyko-Methode eine hormetische Methode ist. Das bedeutet, dass sie einen gewissen Stress im Körper auslöst, um die CO2-Toleranz zu verändern.
Dieser Stress kann für Schwangere jedoch deutlich kontraproduktiver sein als für nicht schwangere Personen. Solch eine Stressbelastung kann die Erfolgsrate der Methode während der Schwangerschaft verringern und gleichzeitig das Risiko erhöhen.
Ein wichtiger zu beachtender Punkt ist die Blutgerinnung. Schwangere haben ein erhöhtes Risiko für Thrombosen. Der Körper bereitet sich darauf vor, Blutungen während der Geburt zu verhindern, was zu einer erhöhten Blutgerinnung führt.
Veränderungen des CO2-Gehalts und des pH-Werts im Blut durch aggressive Atemübungen können dieses Thromboserisiko erheblich erhöhen.
Deshalb sollten schwangere Frauen vorsichtig sein und keine aggressiven Atemübungen durchführen, die signifikante Schwankungen im CO2-Wert verursachen könnten.
Sanfte Maßnahmen wie das Schließen des Mundes nachts oder das atmungsbewusste Atmen durch die Nase sind unbedenklich und können helfen, den CP-Wert stabil zu halten. Aggressive Techniken, die eine rasche Erhöhung des CP-Werts anstreben, sollten vermieden werden, um potenzielle Risiken für Mutter und Kind zu minimieren.