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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hyperventilationssyndrom
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Die Frage, ob es sinnvoll ist, auf der Seite zu schlafen, um die Kontrollpause (CP) im Rahmen der Boteko-Therapie zu verbessern, beschäftigt viele. Sie haben vielleicht gelesen, dass in der Literatur empfohlen wird, auf der linken Seite zu schlafen.
Andere Quellen raten dazu, eher auf dem Rücken zu liegen. Doch was sagt der aktuelle Stand dazu wirklich?
Zunächst ist wichtig zu verstehen, dass allgemeine Empfehlungen, wie sie in Lehrbüchern stehen, nicht für jede einzelne Person gelten müssen.
Besonders in älterer medizinischer Literatur finden sich öfter Aussagen, die damals durch Beobachtungen und weniger durch systematische Studien geprägt wurden. Konstantin Buteyko selbst beobachtete, wie Menschen schlafen, welches Atemmuster sie zeigen und wie das mit ihrem CP-Wert also der Kontrollpause zusammenhängt.
Die Theorie dazu baut darauf auf, dass im Liegen auf dem Rücken der Oberkörper keine Einschränkung erfährt. Die Atmung kann ungehindert funktionieren, während beispielsweise auf dem Bauch mehr Widerstand durch das eigene Körpergewicht entsteht.
Geringere Einschränkung bedeutet tendenziell mehr Luftvolumen mit jedem Atemzug. Auch bei der Seitenlage, speziell auf der linken Seite, gibt es Vermutungen, dass der venöse Rückfluss zum Herzen verbessert werden könnte.
Dennoch ist die Datenlage zu diesen Effekten nicht eindeutig.
In der alltäglichen Praxis zeigt sich, dass es Menschen gibt, für die die Schlafposition einen großen Unterschied im Wohlbefinden oder bei der Atmung ausmacht für andere hingegen ist es vollkommen bedeutungslos.
Der Nutzen kann sehr individuell sein. Entscheidend ist letzten Endes, mit welcher Position Sie wirklich gut schlafen, ohne morgens mit Schmerzen oder Verspannungen aufzuwachen.
Meine Erfahrung zeigt: Manchmal gewinnen Sie vielleicht ein oder zwei Sekunden mehr bei der Kontrollpause, wenn Sie konsequent auf einer bestimmten Seite schlafen.
Doch wenn dies zu Schulterschmerzen oder Verspannungen führt, wie das häufig berichtet wird, überwiegt der mögliche Schaden schnell den Nutzen. Solche Schmerzen führen nicht selten zu einem schlechteren Gesamtergebnis beim CP-Wert.
Deshalb rate ich immer dazu, das Schlafexperiment selbst zu machen. Führen Sie ein Protokoll: Wie ist Ihr CP-Wert morgens und abends, je nachdem wie Sie geschlafen haben? Wechseln Sie bewusst ab schlafen Sie einige Nächte auf dem Rücken, dann auf der Seite oder auch mal auf dem Bauch.
Beobachten Sie, wie sich Ihre Werte und Ihr Schlafgefühl verändern.
Wenn Sie keinen Unterschied bemerken, bleibt die sinnvollste Empfehlung: Schlafen Sie so, wie es für Sie am bequemsten und praktikabelsten ist.
Versuchen Sie nicht, eine Position zu erzwingen, nur weil sie irgendwo empfohlen wird, wenn Sie dadurch Schmerzen haben oder Erholung vermissen. Menschen sind verschieden unterschiedliche Gene, Lebensumstände und Schlafgewohnheiten spielen eine wichtige Rolle.
Probieren Sie aus, halten Sie Ihre Ergebnisse fest und wählen dann die Position, mit der Sie langfristig den höchsten CP-Wert und erholsamen Schlaf erreichen. Manchmal ist ein individueller Kompromiss der beste Weg zu besserer Gesundheit.