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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hyperventilationssyndrom

Atmung als Selbstverständnis

Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.

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Viele Menschen nehmen das Atmen als selbstverständlichen und automatischen Vorgang wahr. Doch nur etwa 20 Prozent atmen tatsächlich noch normal oder funktional. Entscheidend für eine gesunde Atmung ist die sogenannte natürliche Atmung, bei der die Luft durch die Nase strömt.

Die Nasenatmung hat klare Vorteile. Über 30 verschiedene Aufgaben erfüllt die Nase im Atmungsprozess. Sie filtert größere Partikel bereits durch die Nasenhaare heraus, ähnlich einem Fußabtreter, und reinigt die Atemluft weiter über die mit Schleim ausgekleideten Atemwege.

Dieser Schleim bindet Feinstaubpartikel, Sand oder auch Rückstände aus der Industrie. Anschließend gelangt die Luft in die Nebenhöhlen, wo Stickstoffmonoxid produziert wird. Dieses Molekül wirkt desinfizierend und tötet Viren sowie Bakterien ab, bevor die Luft weiter zum Gasaustausch in die Lunge transportiert wird.

Parallel dazu erwärmt die Schleimhaut die Atemluft und feuchtet sie an, was besonders im Winter wichtig ist. In den Atemwegen gibt es zudem ein Transportband, welches gebundene Schadstoffe in Richtung Rachen bewegt, von wo aus sie geschluckt und schließlich mit dem Urin ausgeschieden oder als Sekret über die Nasenlöcher entfernt werden.

Sobald die Luft die Lunge erreicht und ins Blut übergeht, ist sie optimal gereinigt und vorbereitet.

Wird jedoch über den Mund geatmet, entfällt dieser aufwendige Reinigungsprozess.

Schadstoffe und Partikel gelangen ungefiltert in den Körper und müssen über das Lymphsystem ausgeschieden werden, was über 120 Tage in Anspruch nehmen kann. Diese Energie würde der Körper sinnvoller für andere Aufgaben nutzen.

Auch das Zwerchfell spielt eine zentrale Rolle. Durch die Engstelle der Nase wird es stärker aktiviert; wie eine Pumpe massiert es die inneren Organe, entlastet auf diese Weise das Herz und unterstützt die Verdauung.

Im unteren Bereich des Brustkorbs liegen außerdem wichtige Nervenzentren, die den Parasympathikus aktivieren und damit Entspannung sowie Reinigung (rest and digest) fördern. Im Gegensatz dazu wird der Sympathikus, der den Körper auf Kampf und Flucht vorbereitet (fight and flight), vor allem durch Brustatmung aktiviert in Ruhe ist dies aber gar nicht notwendig.

Gesund ist ein ruhiger, regelmäßiger Atem, der wellenförmig und vorzugsweise langsam durch die Nase erfolgt. Die Ausatmung ist dabei leicht länger als die Einatmung, was die Aktivität des Parasympathikus unterstützt.

Nach jedem Atemzyklus entsteht eine kurze natürliche Atemstille, die nicht erzwungen wird, sondern aus der Entspannung heraus entsteht. Idealerweise ist dieser Atem lautlos und so fein, dass er kaum wahrnehmbar ist.

Dysfunktionale Atmung äußert sich darin, dass Atem angehalten, zu wenig oder mit Spannung geatmet oder überventiliert wird. In diesen Fällen stimmen auch die CO2-Werte im Körper nicht mehr.

Ziel ist es, immer wieder zurück zur natürlichen Atemwelle zu gelangen. Die sogenannte LSD-Atmung veranschaulicht die optimale Atemtechnik: light slow deep. Das bedeutet: geräuschlose, langsame und zwerchfellbetonte Atmung.

Die Umsetzung dieser natürlichen Atemform kann das Wohlbefinden deutlich verbessern und den Körper auf vielfältige Weise entlasten.


Quellen: The health effects of diaphragmatic breathing A systematic review.

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