![]()
Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hyperventilationssyndrom
Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.
Die Frage, ob Kreatin-Pulver im Vergleich zu klassischem Eiweißkonsum unterschiedliche Auswirkungen auf den Energiestoffwechsel und auf die Atmung zeigt, wird zunehmend relevant nicht nur für Sportler, sondern vor allem für Menschen mit besonderen gesundheitlichen Anliegen.
Eiweiß ist essentiell für den Körper. Viele Personen nehmen jedoch zu wenig davon zu sich und entwickeln daraus einen spürbaren Mangel. Gerade komplexe Proteine sind dabei zu bevorzugen, da sie ein breites Spektrum an Aminosäuren liefern.
In der medizinischen Praxis kommt jedoch auch Kreatin als Supplement häufig zum Einsatz. Kreatin ist ein Tripeptid, zusammengesetzt aus Glycin, Arginin und Methionin, und dient dem Körper insbesondere als Energiespeicher in der Muskulatur.
Ein gewisser Anteil des aufgenommenen Eiweißes wird ohnehin zu Kreatin umgewandelt, weil es essentiell für die Funktion der Mitochondrien und die körperliche Energieproduktion ist.
Es macht also Sinn, bei nachgewiesenem Eiweißmangel oder in bestimmten Lebenssituationen Kreatin gezielt zuzuführen. Neben seiner Rolle als Energiespeicher wirkt Kreatin auch als Methylgruppendonator und kann beispielsweise bei erhöhtem Homocysteinspiegel einen günstigen Effekt entfalten.
Die zusätzliche Aufnahme von Kreatin kann bei nachgewiesenem Eiweißmangel, erhöhtem Homocystein oder einer geschwächten Muskelfunktion sinnvoll sein. Doch gibt es auch spezielle Aspekte hinsichtlich des CO2-Haushalts und der Atmungsphysiologie zu beachten.
Der Abbau von Proteinen im Stoffwechsel verbraucht zusätzliche Energie dieser Prozess wird als Thermogenese bezeichnet. Dabei steigt die Aktivität der Mitochondrien, folglich wird mehr Wärme und auch mehr Kohlendioxid produziert.
Gerade hinsichtlich Atemregulation ist ein ausreichend hoher CO2-Spiegel im Blut bei vielen Störungen ein therapeutisch angestrebtes Ziel. Allerdings kann bei Personen ohne Atemtraining eine plötzliche Steigerung der CO2-Produktion durch Eiweiß oder körperliche Aktivität zu einer Überatmung (Hyperventilation) führen, was wiederum einen ungünstigen Effekt haben kann.
Speziell schwefelhaltige Aminosäuren wie Methionin oder Cystein führen zudem zu einer höheren sogenannten metabolischen Säurelast. Der Körper reguliert dies zum Teil, indem er zu tiefÜ atmet, um die dabei zusätzlich anfallenden Säuren auszugleichen.
Diese Kompensation ist vor allem in der Atemtherapie nicht erwünscht, da das Ziel die Stabilisierung von CO2 auf hohem, aber ungefährlichem Niveau ist. Eine basenreiche Ernährung viel Gemüse, mineralstoffreiches Wasser hilft, diese Säurebelastung zu neutralisieren.
Kreatin unterscheidet sich metabolisch deutlich: Es wird nicht wie eine einzelne Aminosäure energetisch abgebaut, sondern wandert direkt in die Muskelzelle und steht dort als Phosphokreatin zur Verfügung.
Dies kann bei starker muskulärer Belastung oder Krankheiten mit geschwächter Muskulatur von Vorteil sein, da es die kurzzeitige Energiebereitstellung stärkt und die Kraft insbesondere der Atemmuskulatur unterstützen kann.
Jede muskuläre Aktivität führt grundsätzlich zu einer CO2-Bildung. Für den Stoffwechsel ist dies sogar erwünscht, weil damit bestehende CO2-Defizite, wie sie bei chronischer Hyperventilation auftreten können, reguliert werden.
Die unterstützende Einnahme von Kreatin hat zudem kaum Einfluss auf den Anstieg von sauren Stoffwechselprodukten, was die Belastung des Säure-Basen-Haushalts geringer hält als bei hoher Zufuhr bestimmter Aminosäuren aus tierischem Eiweiß.
Wichtig bei der Supplementierung ist die Kontrolle der Nierenfunktion: Kreatin erhöht den Blutwert von Kreatinin, was die übliche Laborbeurteilung der Nierenfunktion verfälschen kann.
Deshalb ist es ratsam, ergänzend den Cystatin-C-Wert zu bestimmen. Weiterhin sollte bedacht werden, dass Kreatin Wasser in den Muskelzellen bindet, was das Körpergewicht leicht erhöhen kann ein Effekt, der sich nach dem Absetzen wieder zurückbildet.
Die Dosis sollte moderat gewählt werden 3 bis 5, maximal 10 Gramm pro Tag genügen in den meisten Fällen. Übertrieben hohe Dosierungen aus dem Leistungssportbereich sind hier nicht empfehlenswert.
Nur hochwertige Produkte, deren Hersteller vertrauenswürdig sind und Qualitätssicherung betreiben, sollten eingesetzt werden.
Zusammengefasst: Kreatin ist kein Wundermittel, verbessert aber zuverlässig die mitochondriale Energiebereitstellung und kann den CO2-Haushalt des Körpers langfristig positiv beeinflussen, ohne das Risiko überschießender Säurebildung einzugehen.
Damit steht Kreatin hochwertigem Eiweiß als sinnvolle Ergänzung u. a. bei Energiemangel, muskulärer Schwäche oder niedrigem Homocystein nicht nach. Für Menschen mit chronischer Hyperventilation kann es sogar die bessere Wahl sein.
Trotzdem sollte auf ausreichend basenreiche Kost und gute Kenntnisse über die eigene Atmung geachtet werden insbesondere nach dem Essen lohnt eine bewusste Beobachtung der eigenen Atmung, um unnötige Hyperventilation zu vermeiden.