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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hyperventilationssyndrom

Dem Körper zuhören 2

Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.

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Dem Körper zuhören und innere Ruhe finden

Chronische Hyperventilation ist mehr als nur eine auffällige Atmung. Häufig geht sie mit einem erhöhten inneren Stress, einer ständigen Alarmbereitschaft und einem Gefühl von Unruhe im Körper einher.

Viele Betroffene beschreiben Druck, Enge, Unbehagen oder das Gefühl, nicht richtig zur Ruhe zu kommen. Genau hier setzt eine achtsame Körperwahrnehmung an. Sie hilft Ihnen, wieder Kontakt zum eigenen Erleben aufzunehmen, ohne sofort eingreifen oder etwas wegmachen zu müssen.

Ein erster Schritt ist der Selbst-Check-in. Dabei richten Sie die Aufmerksamkeit bewusst nach innen. Nicht bewertend. Nicht suchend. Sondern schlicht wahrnehmend. Was ist gerade da? Wie fühlt sich der Körper an? Ist etwas ruhig, neutral, angespannt, druckig oder pieksig? Schon diese einfache Form des Wahrnehmens kann entlastend wirken.

Oft dankt es uns unser Körper schon allein dadurch, dass wir uns Zeit und Raum schenken.

Und gleichzeitig kann es sein, dass sich beim Hinwenden zu längere Zeit verdrängten Empfindungen etwas stark bemerkbar macht.

Das muss nicht erschrecken, denn auch das gehört zum Prozess. Entscheidend ist, dass Sie sich nicht überfordern. Wenn es zu unangenehm wird, hilft es, die Augen zu öffnen, den Raum bewusst wahrzunehmen oder die Füße fest auf den Boden zu drücken.

Auch eine Orientierung im Hier und Jetzt kann stabilisieren. Der Körper braucht in solchen Momenten Halt. Der Boden ist Halt. Die Erde ist Halt.

Erdung als körperliche Orientierung

Gerade bei chronischer Hyperventilation ist Erdung ein zentrales Thema.

Sie unterstützt dabei, aus einer inneren Übererregung heraus wieder mehr Sicherheit zu spüren. Wenn Sie das Gewicht des Körpers auf dem Stuhl oder Sofa wahrnehmen, wenn Sie die Füße auf dem Boden spüren und den Druck nach unten zulassen, dann wird die Gravitation spürbar.

Diese Schwerkraft gibt Form und Halt. Und sie kann ein Gegengewicht zu der inneren Anspannung bilden, die viele Menschen aus dem Atemmuster der Hyperventilation kennen.

Hilfreich ist dabei auch die Vorstellung von Wurzeln.

Über die Füße und über die Sitzhöcker können Sie sich mit dem Boden verbinden. Diese innere Bilderarbeit ist nicht nur symbolisch. Sie unterstützt das Nervensystem dabei, sich sicherer und geordneter zu fühlen.

Gleichzeitig darf es auch eine aufrichtende Kraft geben. Neben der Erdung gibt es die Weite. Neben dem Gewicht gibt es die Aufrichtung. Beides zusammen schafft Lebendigkeit.

Und genau diese Balance ist für viele Beschwerden im Zusammenhang mit chronischer Hyperventilation bedeutsam.

Zu viel Anspannung im Brustkorb, im Bauchraum oder im Halsbereich kann das Atemgefühl deutlich verändern. Wenn der Körper jedoch wieder mehr Raum bekommt, wenn Brustkorb und Bauch offen fließen dürfen, dann kann sich das gesamte Erleben beruhigen.

Es geht nicht darum, den Atem zu kontrollieren. Es geht darum, ihm Raum zu geben.

Den Körper von oben bis unten wahrnehmen

Eine sehr einfache und zugleich wirksame Übung ist der achtsame Body Scan.

Dabei wandern Sie mit der Aufmerksamkeit langsam durch den Körper. Zunächst durch den Kopf. Stirn, Haaransatz, Gesicht, Augen, Nase, Ohren, Lippen, Zunge, Kiefer, Hinterkopf und Übergang zum Hals.

Dann folgen Schultern, Oberarme, Achseln, Ellbogen, Unterarme, Hände und Finger. Anschließend Brustkorb, Brustbein, Rippen, Herzraum, Schulterblätter, Wirbelsäule, untere Rippen und Zwerchfell.

Danach Bauch, Solarplexus, Seiten, Nierengegend, Kreuzbein und Steißbein, Becken, Gesäß, Verdauungstrakt, Beckenboden, Geschlechtsorgane, Oberschenkel, Knie, Waden, Fußgelenke und Füße.

Wichtig ist dabei nicht, etwas zu verändern. Wichtig ist, zu bemerken. Man schaut es nur an, verarbeitet es noch nicht weiter. So kann sich ein inneres Bild entwickeln, das nicht von Kampf, sondern von Zugewandtheit geprägt ist.

Manche Regionen fühlen sich ruhig oder neutral an. Andere sind prägnanter, enger, unruhiger oder verbunden mit Druck. Beides darf nebeneinander bestehen.

Und oft zeigt sich, dass bestimmte Körperbereiche miteinander verknüpft sind.

Eine Spannung im Bauch kann mit der Kehle verbunden sein. Eine Unruhe im Nacken kann sich bis in die Stirn ziehen. Solche Zusammenhänge sind bei funktionellen Atemstörungen häufig. Der Körper arbeitet nicht in isolierten Teilen.

Er reagiert als Ganzes. Deshalb ist es sinnvoll, nicht nur die Stelle zu betrachten, die am meisten auffällt, sondern das gesamte System zu spüren.

Freundliche Aufmerksamkeit statt Kontrolle

Ein zentraler Aspekt ist die Haltung.

Gehen Sie mit einer liebevollen Zugewandtheit an die Empfindung heran. Mit Neugier. Mit einer gewissen mütterlichen Zuneigung. Nicht mit dem Auftrag, etwas sauber zu machen oder wegzukärchern.

Und auch nicht mit dem inneren Druck, sofort Erleichterung herstellen zu müssen. Gerade bei chronischer Hyperventilation ist es hilfreich, wenn Sie lernen, den eigenen Körper freundlich zu begleiten.

Das bedeutet auch, dass Sie unangenehme Empfindungen nicht allein lassen. Sie dürfen innerlich sagen: Ich habe dich gesehen. Ich bemüh mich, für dich da zu sein. Ich will mich so gut es geht um dich kümmern.

Solche Sätze sind einfach. Und doch können sie viel bewirken. Denn der Körper reagiert nicht nur auf Technik. Er reagiert auch auf Beziehung. Beziehung zu sich selbst ist ein wesentlicher Teil der Regulation.

Wenn ein Bereich besonders ruft, kann es helfen, ihn sich wie in den Arm genommen vorzustellen. So, als ob Sie einen empfindlichen Teil mit sanften Federn und liebevollem Blick halten würden.

Diese Form der inneren Zuwendung kann die Verbindung zwischen Wahrnehmung und Beruhigung stärken. Dazu passt auch eine sehr langsame, leise Atmung. Ein unhörbarer Atem. Ein Atem mit den unteren Rippen und dem Zwerchfell.

Kein forciertes Ein- oder Ausatmen, sondern ein ruhiger, tragender Rhythmus.

Atmung, Mikrobewegung und Nervensystem

Bei chronischer Hyperventilation ist nicht selten die Atemdynamik selbst Teil des Problems.

Der Atem wird zu hoch, zu schnell oder zu flach erlebt. Der Brustkorb arbeitet stärker als das Zwerchfell. Und der Organismus bleibt in einer Art innerer Alarmbereitschaft. Deshalb ist es sinnvoll, die Atmung nicht nur zu messen oder zu korrigieren, sondern sie in Beziehung zum gesamten Körper zu bringen.

Ein hilfreicher Zugang sind Mikrobewegungen. Kleine, langsame Zirkulationen des Beckens, des Kreuzbeins oder der Wirbelsäule können den Körper aus einer starren Haltung lösen.

Auch ein sanftes Hin- und Herschwingen zwischen rechter und linker Gesäßhälfte kann die Wahrnehmung der Erdung vertiefen. Wenn sich ein Seufzer ergibt, darf er kommen. Nicht künstlich.

Nur wenn er natürlich erscheint. Solche kleinen Bewegungen und Atemimpulse unterstützen die Selbstregulation, ohne zu überfordern.

Und wenn es intensiver wird, dürfen Sie jederzeit zu einem ruhigeren Bereich zurückkehren.

Ein neutraler Körperbereich kann wie ein innerer Ruheplatz wirken. Das ist besonders wichtig, wenn die Aufmerksamkeit auf eine empfindliche Stelle zu stark zieht. Dann kann die bewusste Rückkehr zur Gravitation, zur Erdung oder zu einem angenehmen Körperabschnitt wieder Stabilität geben.

Das Körpererleben als Informationsquelle

Die achtsame Körperwahrnehmung liefert Informationen. Nicht im Sinne einer schnellen Analyse, sondern als feines Spüren. Was sammelt sich an? Wo ist der Körper im Fluss? Wo ist etwas stuckig, druckig oder pieksig? Welche Bereiche sind ruhig, welche fordern Aufmerksamkeit? Dieses Wahrnehmen ist ein erster Schritt zu einem besseren Verständnis der eigenen Atem- und Stressreaktionen.

Gerade bei Menschen mit chronischer Hyperventilation kann das Erleben sehr wechselhaft sein. Mal steht die Enge im Vordergrund. Mal ein Kribbeln. Mal die innere Unruhe. Mal die Angst vor dem nächsten Symptom.

Wenn Sie lernen, diese Signale nicht sofort zu bekämpfen, sondern sie mit einer ruhigen, gehaltenen Haltung zu betrachten, wird aus dem Symptom eine Information. Dan


Quellen: Perceived Stress Among Students and Their Perceptions of Mindfulness and Therapeutic Yoga Practice in Bhutan A Comparative Cross-Sectional Study.

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