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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hyperventilationssyndrom
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Diese Peptide zeigen morphinähnliche Wirkungsweisen und beeinflussen dieselben Rezeptoren im menschlichen Körper wie Morphine. Und dennoch sollte man nicht den falschen Eindruck gewinnen, dass das Trinken von Milch dieselben intensiven Effekte hat wie die Anwendung eines Morphinpflasters.
Es handelt sich hierbei lediglich um eine Aktivierung der gleichen Rezeptortypen, die auch durch ähnliche Substanzen stimuliert werden könnten. Casomorphine werden als mögliche Faktoren für verschiedene gesundheitliche Probleme diskutiert.
Ihre Fähigkeit, die Gehirn-Darm-Achse zu beeinflussen und möglicherweise Entzündungen zu verursachen, wird besonders hervorgehoben. So sind sie beispielsweise im Zusammenhang mit Autismus ein immer wiederkehrendes Thema.
Wissenschaftliche Beweise zu einer maßgeblichen Rolle von Casomorphinen bei gesundheitlichen Problemen fehlen jedoch weitgehend. Interessanterweise wird diskutiert, dass Casomorphine dazu dienen könnten, dass sich ein Baby oder Kalb stärker an die Mutter bindet.
Diese Bindungswirkung entsteht ebenso, wenn Menschen Milch trinken, da auch bei ihnen Casomorphine gebildet werden. Bei Personen mit einem durchlässigen Darm zeigt sich die Wirkung dieser Peptide deutlicher als bei einer intakten Darmwand.
Wie alle Opiate sind Casomorphine in der Lage, den CP (kontrollierter Pausentest) kurzfristig zu erhöhen, um diesen anschließend stark abfallen zu lassen. Wer den Verdacht hat, stark auf Milchprodukte zu reagieren, sollte einen Stuhltest in Erwägung ziehen.
Dieser kann anzeigen, ob eine Dysbiose des Darms vorliegt, bei der sich die Artenanzahl der Bakterien verändert hat.