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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hyperventilationssyndrom

Atemübungen

Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.

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Chronische Hyperventilation verstehen und mit Atemübungen regulieren

Bei chronischer Hyperventilation geht es nicht nur um zu schnelles Atmen. Häufig steht dahinter ein dauerhaft verändertes Atemmuster, das den Körper in eine Art Alarmbereitschaft bringt.

Viele Betroffene spüren Unruhe, Enge im Hals, einen Kloß im Hals, Druck im Brustkorb oder einen starken Luftwunsch. Und genau dort setzen gezielte Atemübungen an. Sie helfen, den Atem zu verlangsamen, den Körper besser wahrzunehmen und das Nervensystem wieder in einen regulativen Bereich zu bringen.

Ein hilfreicher erster Schritt ist es, den eigenen Zustand überhaupt wahrzunehmen. Das klingt einfach, ist aber oft schwierig. Denn wenn der Körper nicht so reagiert, wie Sie es gerne hätten, entsteht schnell Widerstand.

Gerade dann kann es entlastend sein, erst einmal ein inneres Ja zu dem aktuellen Zustand zu finden. Sie dürfen sich also im Sitzen einrichten oder sich hinlegen. Wichtig ist, dass Sie den Körper gut abstützen und die Augen schließen können, wenn es für Sie angenehm ist.

Von Anspannung zu Regulation

Viele Atemübungen beginnen nicht direkt mit stark gesteuerter Atmung, sondern mit einer Beruhigung des Gesamtsystems. Das Ziel ist zunächst, etwas Cortisol abzubauen und in einen regulativeren Zustand zu kommen.

Dazu gehört, ruhig zu bleiben, sich im Körper zu verankern und nicht gegen die Empfindungen anzukämpfen. Und wenn Unruhe auftaucht, dann wird sie nicht verdrängt, sondern mit dem Atem aufgenommen.

Gerade bei chronischer Hyperventilation ist es wichtig, nicht sofort zu intensiv einzugreifen. Der Körper soll nicht weiter unter Druck geraten. Langsamkeit ist hier das eigentliche Werkzeug.

Je langsamer die Bewegung und je weicher der Atem, desto eher kann sich das vegetative Nervensystem beruhigen. Das ist ganz anders als im Alltag, in dem oft Schnelligkeit und Effizienz im Vordergrund stehen.

Zunge rausstrecken und den Rachenraum entspannen

Eine erste Übung arbeitet mit der Zunge und dem Rachenraum. Dabei wird die Zunge für etwa 40 Sekunden weit herausgestreckt, danach folgt eine Pause.

Diese Sequenz wird mehrmals wiederholt. Die Zunge darf dabei auch zittern. Wenn ein Spannungs- oder Schmerzgefühl entsteht, wird nicht abrupt abgebrochen, sondern möglichst sanft in diesen Bereich hineingeatmet.

So entsteht Raum.

Die Übung kann durch langsames Atmen durch die Nase oder den Mund begleitet werden. Beides ist möglich. Manche empfinden es als hilfreich, beim Ausatmen über den Mund unausgesprochene Worte symbolisch aus dem Hals entlassen zu können.

Denn der Hals ist bei vielen Menschen ein Ort, an dem sich Zurückhaltung, nicht gesagte Gefühle und angestaute Spannung sammeln. Der bekannte Kloß im Hals ist nicht nur ein sprachliches Bild, sondern oft auch körperlich gut nachvollziehbar.

Wichtig ist, dass die Bewegung langsam bleibt. Der Kopf kann leicht mitgedreht werden, die Zunge darf sich nach links und rechts bewegen. Aber keine schnellen Bewegungen. Das Gewebe öffnet sich eher durch Langsamkeit als durch Kraft.

Danach wird wieder entspannt. Die Lippen schließen sich, die Zunge darf locker im Mundraum liegen, und der Atem fließt sanft weiter.

Die Pause ist Teil der Arbeit

Nach jeder Runde folgt eine Pause.

Diese Pause ist nicht verlorene Zeit. Im Gegenteil. In dieser Phase geschieht die eigentliche Arbeit im Körper. Das Nervensystem verarbeitet, ordnet und reguliert. Wenn dabei Unruhe auftaucht, wird auch diese einfach geatmet.

Es geht nicht darum, etwas zu erzwingen. Es geht darum, Raum zu geben.

Gerade bei innerer Anspannung ist diese Form des Übens oft ungewohnt. Viele Menschen möchten sofort ein Ergebnis sehen.

Doch bei Atemregulation zeigt sich Wirkung häufig erst mit Wiederholung. Der Körper lernt über die Erfahrung, dass Ruhe möglich ist. Und dass Pause nicht Stillstand bedeutet, sondern eine wirksame Phase der Verarbeitung sein kann.

Sanfte Kreisbewegungen für Becken, Wirbelsäule und Rumpf

Im nächsten Schritt kommen langsame Kreisbewegungen hinzu. Diese können vom Becken aus entstehen und sich über das Kreuzbein, die Wirbelsäule und den Schultergürtel ausbreiten.

Man kann sich die Wirbelsäule wie ein Mobile vorstellen. Wenn das Becken in eine weiche, runde Bewegung kommt, reagieren auch die oberen Abschnitte. Jeder Wirbel beteiligt sich. Schulterblatt und Kopf reagieren mit.

Auch hier gilt: langsam. Wenn die Bewegung ruckelig erscheint, ist das kein Fehler. Oft liegt das an vorhandenen Spannungen im Gewebe. Und gerade diese Langsamkeit macht die Übung wirksam.

Der Atem passt sich meist automatisch an. Mit jeder Runde entsteht ein feineres Zusammenspiel zwischen Bewegung und Stille.

Sie können die Bewegung auch am Kopf beginnen und nach unten fortsetzen.

Entscheidend ist, dass Sie einen Zugang finden, der für Sie stimmig ist. Letztlich ist alles miteinander verbunden. Unsere Knochen werden von weichem Gewebe geformt, nicht umgekehrt. Deshalb hat jede kleine Veränderung im Rumpf Wirkung auf den gesamten Körper.

Selbst eine leichte Bewegung der Schulter kann bis in den Zeh hinein spürbar werden.

Regulation des Nervensystems und Lösung von Spannung

Diese Form der Bewegung ist eine wertvolle Möglichkeit, das Nervensystem zu regulieren.

Sie kann aus Erstarrung heraushelfen und den Körper wieder in einen Bewegungsmodus bringen. Gleichzeitig kann sie bei Übererregung dämpfend wirken. Auch tiefer liegende muskuläre Spannungen und fasziale Restriktionen lassen sich dadurch oft besser lösen.

Auf psychischer Ebene erleben viele Menschen diese Übungen als haltgebend. Es kann sich anfühlen, als würde man innerlich gehalten werden. Und obwohl Sie ganz bei sich bleiben, entsteht ein Gefühl von Verbindung und Geborgenheit.

Das ist ein wichtiger Aspekt bei chronischer Hyperventilation, weil sich die Symptome häufig nicht nur körperlich, sondern auch emotional und vegetativ bemerkbar machen.

Auch die Augen können in die Übung einbezogen werden.

Bei geschlossenen Augen können sanfte Kreise mit den Augäpfeln gezogen werden. Das unterstützt den Eindruck von Weichheit und Durchlässigkeit. Das Bild einer Wolke ist hier hilfreich: Der Körper wird beweglich, leicht, wandelbar.

Nicht fragmentiert, sondern verbunden.

Den Luftwunsch gezielt aufrufen

Nach der Vorbereitungsphase wird die Atmung selbst in den Mittelpunkt gestellt. Jetzt geht es darum, den Atem bewusst zu verlangsamen, bis der Luftwunsch auftaucht.

Dieser Punkt ist wichtig. Denn der Atem kann tatsächlich sehr weit verlangsamt werden. Dabei soll aber nicht sofort ins Extrem gegangen werden. Sie suchen die Grenze. Sie beobachten, wann der Luftwunsch auftritt, und bleiben leicht darunter oder an dieser Grenze.

Dann wird dosiert. Der Luftwunsch wird nicht ignoriert, sondern fein genutzt. So bleibt ein leichter Reiz bestehen, ohne den Körper zu überfordern. Idealerweise fühlen Sie sich dabei weiterhin mit dem Körper verbunden und nicht abgeschnitten von Ihrem Wohlbefinden.

Der Atem soll nicht verkrampfen. Wenn das Ausatmen schwerfällt, kann die Atemhilfsmuskulatur bewusst eingesetzt werden. Danach darf wieder losgelassen werden, damit beim Einatmen erneut Lockerheit entstehen kann.

Besonders hilfreich ist, den Atem in den Bauch- und Zwerchfellbereich zu lenken. Die unteren Rippen dürfen sich beim Einatmen nach außen, vorne, seitlich und nach hinten ausdehnen. Der Atemstrom wird langsamer und leiser.

Kleine Pausen nach Ein- und Ausatmung können zusätzlich stabilisieren. Diese Form der Atemlenkung wird auch bei Infekten oder im Liegen gut vertragen und kann im Bett liegend geübt werden.

Atem lenken, ohne zu pressen

Ein zentraler Gedanke ist: Es ist genug da. Dieser Satz kann dem Körper wieder Sicherheit vermitteln. Statt in die Sorge vor Luftmangel zu geraten, wird die Aufmerksamkeit auf die vorhandene Versorgung gelenkt.

Der Körper bekommt mehr Ruhe, nicht weniger Sauerstoff. Das Ziel ist ni


Quellen: Breathing retraining for paediatric dysfunctional breathing with objective improvements in breathing patterns.

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