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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hyperventilationssyndrom

Migräneattacke durch intensive Atemübungen

Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.

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Können intensive Atemübungen eine Migräneattacke auslösen? Die kurze Antwort lautet: Es kommt sehr auf die Dosis an. Wie in so vielen Fällen macht die Dosis das Gift.

Und es kommt auch auf die Konstitution des Einzelnen an. Nicht jede Atemübung wirkt bei jedem Menschen gleich.

Ein möglicher Zusammenhang ist der Einfluss von Stickstoffmonoxid, kurz NO.

NO gilt als Triggerstoff für Kopfschmerzen und Migräne. Wenn Sie Atemübungen nur gelegentlich und dann sehr intensiv durchführen, kann das unter Umständen Beschwerden begünstigen.

Das gilt zum Beispiel dann, wenn Sie über längere Zeit summen oder kräftige Atemtechniken auf einmal neu ausprobieren. Wer nie Atemübungen macht und dann plötzlich eine Dreiviertelstunde intensiv summt, kann damit eine Migräneattacke mitverantworten.

Meist ist das aber nur ein Baustein unter vielen.

Besonders bei Breathwork oder bei stark hyperventilierenden Formen des Pranayama kann Vorsicht sinnvoll sein. Und wenn dabei von einem Extrem ins andere gegangen wird, etwa bei Feueratem und anschließendem Atemanhalten, kann sich ein bereits vorhandener leichter Kopfschmerz verstärken.

Gerade wenn schon eine beginnende Migräne da ist, reagieren manche Menschen empfindlicher. Dann können intensive Reize den Schmerz verstärken, statt ihn zu lösen.

Für die Praxis ist deshalb ein anderes Prinzip wichtig: viele kleine sanfte Schritte.

Genau das ist bei Atemübungen, die die CO-Toleranz und die allgemeine Gesundheit verbessern sollen, oft der bessere Weg. Sanfte Reize sind in der Regel besser verträglich als eine plötzliche starke Belastung.

Und nach meiner Erfahrung sind Kopfschmerzen durch behutsame Atemübungen ausgesprochen selten.

Wenn Sie nach Atemübungen immer wieder Kopfschmerzen bekommen, sollten Sie das neurologisch abklären lassen.

Dann ist es sinnvoll, mit Ihrer „rztin oder Ihrem Arzt zu besprechen, welche weiteren Faktoren eine Rolle spielen könnten. Denn Kopfschmerzen und Migräne sind oft multifaktoriell. Schlaf, Stress, Flüssigkeit, Ernährung, hormonelle Einflüsse und weitere Auslöser können mitbeteiligt sein.

Hilfreich kann in manchen Fällen auch N-Acetylcystein, kurz NAC, sein. Für diesen Einsatz gibt es jedoch nicht genügend belastbare Forschung, um seine Sinnhaftigkeit sicher zu belegen.

Es kann also ein möglicher Ansatz sein, aber die Datenlage ist noch nicht ausreichend. Auch hier gilt: nicht die schnelle Lösung suchen, sondern sorgfältig beobachten, was Ihrem Körper gut bekommt.

Wenn Sie Atemübungen bei Kopfschmerz oder beginnender Migräne ausprobieren möchten, dann beginnen Sie sehr sanft. Ein Beispiel ist das leise Aussummen von nur fünf Atemzügen.

Dazwischen machen Sie bewusst Pausen. Atmen Sie langsam aus, summen Sie aus, lassen Sie den Atem ganz verklungen sein und atmen Sie dann genüsslich wieder ein. Beobachten Sie den Körper. Lassen Sie das NO sich verteilen und sich setzen.

Und nehmen Sie sich danach eine Minute Ruhe.

Diese Art der langsamen Durchführung ist oft gut verträglich. In dieser Form habe ich es noch nicht erleben können, dass daraus ein Kopfschmerz resultiert.

Im Gegenteil: Bei manchen Menschen kann diese Übung sogar helfen, eine beginnende Migräneattacke abzuwenden. Entscheidend ist, dass Sie nicht in die Überforderung gehen, sondern den Körper ruhig beobachten.

Eine weitere Übung ist der brüllende Löwe, auf Sanskrit Simhasana. Diese Atemübung kann bei Kopfschmerzen ebenfalls hilfreich sein. Sie gehen dabei in eine leicht hockende Position oder stützen sich kniend auf.

Der Körper darf etwas durchhängen. Dann atmen Sie ein und strecken beim Ausatmen die Zunge weit heraus. Anschließend atmen Sie wieder durch die Nase ein und halten die Zunge weiter draußen.

Diese Haltung kann für etwa 20 bis 40 Sekunden beibehalten werden. Danach schließen Sie die Lippen, atmen ruhig weiter und lassen eine Minute Stille nachwirken.

Sie können die Übung auch vereinfacht im Sitzen machen.

Auch hier gilt: einatmen, die Zunge herausstrecken, bewusst ausatmen und anschließend wieder ruhig einatmen. Manche Menschen empfinden es als angenehm, durch den Mund auszuatmen und sich vorzustellen, wie alles, was sich im Hals oder im Hinterkopf angesammelt hat, hinausfließen kann.

Danach folgt wieder eine kurze Pause. Und dann kann ein zweiter oder dritter Durchgang angeschlossen werden.

In vielen Fällen kann sich ein leichter Kopfschmerz durch diese Übung tatsächlich bessern.

Probieren Sie das behutsam aus und achten Sie auf die Reaktion Ihres Körpers. Genau darin liegt der praktische Wert solcher Atemübungen: Sie können sanft unterstützen, ohne den Organismus unnötig zu überfordern.


Quellen: Integrative genetic analysis identifies shared regulation of DNA methylation and gene expression in migraine risk., Characterizing the clinical profile of primary headache using explainable artificial intelligence., Incidence Onset Time and Predictors of Postdural Puncture Headache Among Mothers Who Underwent Caesarean Section in Hospitals Ethiopia A Prospective Cohort Study., N-Acetylcysteine Tiron and Their Combination In Vitro Antioxidant and Anti-Inflammatory Activities and Their Protective Effect in a Rat Model of Acetic Acid-Induced Ulcerative Colitis.

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