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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hashimoto Meistern Community
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Gibt es einen Zusammenhang zwischen Ihrer Zahnpflege und Infekten? Diese Frage wird häufig gestellt, wenn sich eine Veränderung im Alltag zeitlich genau mit einem Infekt überschneidet.
Sie haben vielleicht letzte Woche Ihre Zahnpasta umgestellt und kurz darauf einen starken Infekt bekommen. Das wirkt schnell wie ein klarer Zusammenhang. Und trotzdem ist das in den meisten Fällen eher ein zeitliches Zusammentreffen als eine Ursache.
Unser Gehirn sucht sehr gern nach Mustern. Wir Menschen tendieren dazu, Zusammenhänge zu sehen, auch wenn sie gar nicht bestehen. Gerade bei Beschwerden, die unangenehm und plötzlich auftreten, erscheint die Erklärung naheliegend, die zuletzt veränderte Gewohnheit verantwortlich zu machen.
Bei Infekten ist das aber medizinisch meist nicht haltbar. Infekte werden in der Regel durch Viren oder Bakterien ausgelöst. Die Zahnpasta ist dafür normalerweise nicht die Ursache.
Natürlich hat die Mundhygiene dennoch eine gewisse Bedeutung.
Der Mund ist nicht nur ein Ort für Zähne und Zahnfleisch, sondern auch ein wichtiger Teil des mikrobiellen Gleichgewichts im Körper. Das orale Mikrobiom spielt dabei eine Rolle. Je besser dieses Milieu ausbalanciert ist, desto besser kann die Abwehr gegen Erreger funktionieren.
Und genau hier liegt ein sinnvoller Zusammenhang: Nicht die Zahnpasta selbst löst einen Infekt aus, sondern die allgemeine Mundgesundheit kann beeinflussen, wie gut der Körper auf Belastungen reagiert.
Wenn die Menge infektiöser Stoffe sehr hoch ist, etwa bei einer hohen Viruslast, dann ist es häufig fast egal, wie das orale Mikrobiom im Einzelnen aussieht. Dann kommt es trotz guter Mundhygiene zu einer Ansteckung.
Das ist nicht ungewöhnlich. Ein bis zwei Infekte pro Jahr sind für viele Menschen nichts Untypisches. Der Körper begegnet immer wieder neuen Erregern, und nicht jede Erkrankung hat eine tiefere Ursache.
Wenn Sie allerdings in Richtung von zehn Infekten im Jahr oder noch mehr gehen, dann sollte man genauer hinschauen. Dann stellt sich die Frage, was unter der Haube mit dem Immunsystem los ist. Häufige Infekte können ein Hinweis darauf sein, dass eine genauere Abklärung sinnvoll ist.
Dann lohnt sich eine ärztliche Beratung, um mögliche Faktoren wie Immunsystem, Lebensumstände, chronische Belastungen oder andere medizinische Ursachen systematisch zu prüfen.
Auch bei einer Umstellung auf fluoridfreie Zahnpasta gilt also: Ein direkter Zusammenhang mit einem Infekt ist normalerweise nicht zu erwarten.
Wenn sich Beschwerden zeitlich überlappen, bedeutet das noch nicht, dass das eine das andere ausgelöst hat. Es kann sinnvoll sein, die Mundhygiene im Blick zu behalten. Entscheidend ist aber vor allem die Gesamtbetrachtung.
Wie häufig treten Infekte auf? Wie schwer verlaufen sie? Und gibt es Anzeichen dafür, dass das Immunsystem genauer untersucht werden sollte?
Und genau deshalb ist es hilfreich, bei wiederkehrenden Infekten nicht nur an die letzte Veränderung der Zahnpasta zu denken, sondern die Situation insgesamt zu betrachten.
Mundhygiene, orales Mikrobiom und Abwehrkräfte gehören zusammen. Aber in den meisten Fällen ist ein Infekt eben doch ein Infekt, ausgelöst durch einen Erreger, und nicht durch die Zahnpfaste oder deren Umstellung.