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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hashimoto Meistern Community
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Viele Menschen fragen sich, ob die regelmäßige Verwendung von Kokosfett zum Anbraten oder etwa in Granola gesundheitliche Risiken mit sich bringt.
Gerade gesättigte Fette standen jahrzehntelang im Verdacht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verursachen. Doch diese Sichtweise greift heute zu kurz. Die Zusammenhänge zwischen Fetten, Blutfettwerten und Herzkrankheiten sind komplexer, als frühere Studien vermuten ließen.
Zunächst bewirken gesättigte Fette, wie sie zum Beispiel im Kokosöl vorkommen, tatsächlich eine Erhöhung des Gesamtcholesterins im Blut, ebenso wie des LDL-Cholesterins.
Allerdings ist hierbei nicht die reine Cholesterinmenge entscheidend, sondern die Qualität der LDL-Partikel. Besonders problematisch sind die kleinen, dichten LDL-Moleküle. Diese entstehen überwiegend bei einer stark zuckerhaltigen Ernährung, da ein Übermaß an leicht verdaulichen Kohlenhydraten deren Bildung fördert.
Im Gegensatz dazu entsteht bei gesättigten Fetten eher eine Zunahme von größeren, weniger gefährlichen LDL-Partikeln. Cholesterin in der Blutbahn ist ungefährlich, solange es nicht in die Gefäßwände eindringt.
Genau das gelingt den kleinen, dichten LDL-Partikeln viel leichter diese gelten als ursächlich für Gefäßablagerungen und Atherosklerose.
Lange Zeit wurde daher geraten, gesättigte Fette gegen mehrfach ungesättigte Fette auszutauschen, zum Beispiel durch den Wechsel zu Sonnenblumenöl oder Sojaöl.
Tatsächlich senken solche Öle nachweislich den LDL-Spiegel im Blut. Moderne Studien zeigen aber, dass ungesättigte Fette oft reaktiver sind und deren Verzehr sogar mit einer paradox erhöhten Herz-Kreislauf-Sterblichkeit einhergehen kann.
Somit ist der traditionelle Ratschlag gegen gesättigte Fette in den aktuellen Ernährungsempfehlungen vieler Gesellschaften kaum noch zu finden.
Viele Menschen erleben niedrige Cholesterinwerte unter medikamentöser Behandlung ohne dass das Risiko für Herzinfarkte verschwindet.
Das weist darauf hin, dass die Zahl der Cholesterinmoleküle nicht entscheidend ist, sondern deren Form und Größe. Nicht jedes niedrige Cholesterinergebnis bedeutet also automatisch gesunde Blutfettwerte.
Sind erhöhte Blutfettwerte ein Thema, sollte die genaue Zusammensetzung des Cholesterins untersucht werden. Und grundsätzlich kann Kokosöl bedenkenlos in den Speiseplan aufgenommen werden, sofern keine besonderen genetischen Risiken vorliegen.
Einzige Ausnahme bilden Menschen mit einem ApoE4-Gen, dem sogenannten Alzheimer-Risiko-Gen. Liegt dieses vor, kann das Gehirn gesättigte Fette anders verarbeiten. Für diese Personen empfiehlt sich der Einsatz einfach ungesättigter Fette wie Avocado- oder Olivenöl.
Auch MCT-Öle, die aus dem Kokosöl gewonnen werden, können unter Umständen eine gute Alternative darstellen, da mittelkettige Fettsäuren anders verstoffwechselt werden und sogar in der Diskussion stehen, neurodegenerativen Erkrankungen vorzubeugen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Für die meisten Menschen besteht in Sachen Kokosöl kein Grund zur Sorge. Es kommt auf die Gesamternährung und die individuelle genetische Situation an.