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Risiko Fremdeiweiß aus Thymusspritzen

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Fremdeiweiß aus Thymusspritzen Risiken für Allergiker

Thymusspritzen werden häufig in der Alternativmedizin, insbesondere im naturheilkundlichen Bereich, eingesetzt. Der Thymus, ein kleines Organ im Halsbereich, ist essenziell für die Reifung der T-Lymphozyten, also einer wichtigen Untergruppe der weißen Blutkörperchen.

Aus der Langlebigkeitsmedizin wissen wir, dass Menschen mit einem funktionstüchtigen Thymus in der Regel ein längeres Leben führen.

Es gibt Anwendungen, in denen Thymustherapie angeboten wird: Besonders in der begleitenden Krebstherapie, bei allgemeiner Abwehrschwäche zur Stärkung des Immunsystems oder bei erhöhter Infektanfälligkeit kommt sie zum Einsatz.

Man muss allerdings klar wissen, dass es sich bei Thymusspritzen um Fremdeiweiß handelt. Diese Eiweiße werden meist aus jungen Kälbern extrahiert, da der Thymus bei jungen Tieren besonders aktiv ist.

Mit steigendem Alter nimmt die Größe und Aktivität des Thymus deutlich ab.

Noch gibt es keine hochwertigen, randomisierten Studien, die den Nutzen einer Thymustherapie überzeugend belegen.

Ich stehe dieser Behandlung daher kritisch gegenüber und empfehle bei dem Wunsch nach Immunstärkung zum Beispiel eine gezielte Atemtherapie, die meiner Ansicht nach deutlich wirksamer ist.

Insbesondere bei Allergikern sollte größte Vorsicht geboten sein.

Thymusspritzen enthalten Rindereiweiß, das bei bestehender Allergie gegen Rinderproteine unbedingt kontraindiziert ist. Allgemein ist bekannt, dass einige Menschen nach Spinnenbissen Kreuzreaktionen entwickeln, die zu einer Rindfleischallergie führen können.

Die medizinische Literatur beschreibt solche Zusammenhänge, was die Bedenken bei der Injektion von fremdem Eiweiß weiter verstärkt.

Und alles, was nicht gegessen, sondern direkt in den Körper gespritzt wird, birgt zusätzliche Risiken.

Die Aufnahme über den Verdauungstrakt unterscheidet sich maßgeblich von der direkten intravenösen oder intramuskulären Gabe. Deshalb sollte die Anwendung auf ein Minimum beschränkt werden, es sei denn, Sie wissen ganz genau, was injiziert wird, wie rein das Präparat tatsächlich ist und dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis wirklich überzeugt.

Ich bezweifle, dass dieser Nachweis derzeit in der Praxis vorliegt. Besprechen Sie daher grundsätzlich eine geplante Thymustherapie sorgfältig mit Ihrem Behandler und wägen Sie gemeinsam den potenziellen Nutzen gegenüber möglichen Risiken ab.


Quellen: Management of severe atopic dermatitis with thymostimulin.

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