Logo
Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hashimoto Meistern Community

Freies T3 erhöhen

Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.

Video-Transkript HTML-

Freies T3 erhöhen: Ernährung, Mikronährstoffe und Stress

Kann man durch eine bessere Ernährung die Menge an freiem Schilddrüsenhormon T3 erhöhen? Diese Frage wird häufig gestellt, vor allem dann, wenn bereits ein Kupfer- oder Zinkmangel bekannt ist und FT3 im Labor zu niedrig gemessen wurde.

Die kurze Antwort lautet: jein. Und genau an dieser Stelle wird es interessant.

Der Körper kann viel selbst regulieren. Damit aus dem Speicherhormon T4 die aktive Form T3 entsteht, braucht es bestimmte Enzyme.

Diese Enzyme heißen Deiodasen. Man kann sie sich wie kleine Umwandlungshelfer vorstellen. Sie entfernen ein Jodmolekül, und dadurch wird aus T4 die aktive Form T3. Ein Teil dieser Umwandlung findet in der Leber statt.

Weitere Enzyme sind in verschiedenen Geweben aktiv, etwa in der Niere, im Nervensystem, in der Skelettmuskulatur und im Fettgewebe.

Es gibt grob drei wichtige Deiodase-Typen. D1 ist vor allem in Leber, Niere und Schilddrüse zu finden.

D2 spielt eine wichtige Rolle im Nervensystem, in der Muskulatur und im Fettgewebe. D3 ist besonders interessant, weil sie Reverse T3 bildet. Reverse T3 ist eine inaktive Form. Sie dient gewissermaßen als Bremse, damit der Körper nicht zu stark in eine Überaktivität kommt.

Für diese Umwandlungsprozesse sind Mikronährstoffe wichtig. Deiodasen enthalten Selen in ihrem aktiven Zentrum. Ein Selenmangel kann die Aktivität von D1 und D2 direkt beeinträchtigen.

Und auch Zink, Kupfer und Eisen sind als Kofaktoren relevant. Wenn diese Stoffe nicht in ausreichender Menge vorhanden sind, kann die Schilddrüsenhormon-Umwandlung erschwert sein.

Deshalb ist es sinnvoll, bei niedrigem FT3 nicht nur auf das Laborergebnis zu schauen, sondern auch auf den Nährstoffstatus.

Ein Kupfermangel, ein Zinkmangel, ein Selenmangel oder auch ein Eisenmangel können die Umwandlung von T4 zu T3 bremsen. Die Ernährung kann hier also einen wichtigen Beitrag leisten. Und wenn Sie diese Defizite ausgleichen, kann sich das nicht nur auf die Schilddrüse, sondern oft auch auf andere Körperfunktionen günstig auswirken.

Aber es gibt noch weitere Ebenen. Auch wenn alle relevanten Mikronährstoffe gut versorgt sind, kann eine T3-Konversionsschwäche bestehen bleiben. Ein möglicher Grund sind genetische Faktoren.

Es gibt Menschen, die bestimmte genetische Varianten tragen und dadurch von Natur aus eine schwächere Umwandlung von T4 in T3 haben. Gerade bei autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen sieht man solche Konstellationen häufiger.

Dann kann man die Nährstoffe zwar optimieren, aber nicht immer den gewünschten Effekt auf FT3 erreichen.

Und dann kommt der Stress dazu. Entzündung, körperlicher Stress und mentaler Stress können die Aktivität von D3 fördern.

Diese Deiodase zieht T3 aus der Zirkulation heraus. Der Körper drosselt damit gewissermaßen die aktive Schilddrüsenwirkung. Das ist biologisch nachvollziehbar. In Belastungssituationen fährt der Organismus viele Prozesse herunter oder um.

Für Betroffene kann das aber bedeuten, dass trotz guter Ernährung und guter Versorgung mit Mikronährstoffen weiterhin ein niedriger FT3-Wert besteht.

Genau deshalb reicht es oft nicht, nur an einer Stellschraube zu drehen.

Sie können die Ernährung verbessern, Sie können Zink, Kupfer, Selen und Eisen auffüllen, und das ist grundsätzlich richtig. Aber wenn Stress, Entzündung oder genetische Besonderheiten die Umwandlung bremsen, bleibt der Effekt manchmal begrenzt.

Und man kann sich nicht einfach vornehmen, jetzt sofort weniger gestresst zu sein. Man muss die Ursachen angehen.

Bei Patientinnen und Patienten mit Schilddrüsenhormontherapie stellt sich dann häufig die Frage, ob eine Umstellung sinnvoll ist.

In solchen Fällen kann geprüft werden, ob ein T3-T4-Mischpräparat besser geeignet ist oder ob ein retardiertes T3 eine Option sein kann. Das ist nicht ursächlich im eigentlichen Sinn, aber es kann Symptome lindern und ein Fenster öffnen.

Wenn mehr Energie vorhanden ist, lassen sich die eigentlichen Ursachen oft besser bearbeiten.

Das ist ein wichtiger praktischer Punkt. Manchmal bringt es mehr, nicht nur auf die körpereigene Umwandlung zu hoffen, sondern die Therapie individuell anzupassen.

Gerade bei einer autoimmunen Schilddrüsenerkrankung kann auch die Frage wichtig sein, ob die Autoantikörper im Verlauf sinken. Das braucht oft Zeit. Mitunter sind ein, zwei oder drei Jahre Geduld nötig.

Und nicht bei jedem Menschen verläuft es gleich. Bei einigen geht es schneller, bei anderen langsamer, bei anderen bleibt die Veränderung aus.

Deshalb ist die Grundidee, den Körper mit Mikronährstoffen ausreichend zu versorgen, absolut richtig.

Selen, Zink, Kupfer und Eisen sollten im Blick bleiben. Gleichzeitig sollte man die Rolle von Stress und genetischen Faktoren nicht unterschätzen. Wenn Sie FT3 erhöhen möchten, ist die Ernährung also ein wichtiger Baustein.

Sie ist aber nicht der einzige.

Und genau darin liegt die eigentliche medizinische Einordnung: Freies T3 entsteht nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel von Hormonen, Enzymen, Nährstoffen, Stoffwechsel, Entzündung und Belastung.

Wer diese Zusammenhänge versteht, kann Schilddrüsenwerte besser einordnen und gezielter handeln.

y


Quellen: Thyroid function in patients with selenium deficiency exhibits high free T4 to T3 ratio., Thyroid hormone status in patients with severe selenium deficiency., Selenium deficiency inhibits the conversion of thyroidal thyroxine (T4) to triiodothyronine (T3) in chicken thyroids., Deiodinases control local cellular and systemic thyroid hormone availability.

© Dr. Gersch Zentrum für funktionelle Langlebigkeitsmedizin, Steinmetzstraße 3, 67655 Kaiserslautern | Tel. 0631 / 34 35 97 38 | Impressum | Datenschutz | Verträge hier kündigen oder widerrufen | Kostenlose Video-Kompaktkurse mit Dr. Gersch | Youtube-Kanäle Autoimmunerkrankungen, Atemtherapie & Langlebigkeitsmedizin | TikTok | Podcast