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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hashimoto Meistern Community
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Hydroxychloroquin, besser bekannt unter dem Handelsnamen Quensyl, ist ein häufig eingesetztes Medikament bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen.
Ein klassisches Anwendungsgebiet ist das Sjögren-Syndrom. Viele Patientinnen und Patienten erhalten diese Therapie über einen langen Zeitraum und haben Fragen zu möglichen Auswirkungen, gerade auf das Verdauungssystem.
Kann die langfristige Einnahme von Quensyl zu Problemen im Magen-Darm-Trakt führen?
Tatsächlich ist es relativ typisch, dass zu Beginn einer Behandlung mit Hydroxychloroquin Magen-Darm-Beschwerden auftreten.
Diese Beschwerden können Völlegefühl, Übelkeit oder auch leichte Verdauungsstörungen umfassen. Im Regelfall klingen diese Nebenwirkungen nach den ersten Wochen ab. Dennoch gibt es berichtete Fälle, in denen nach Jahren ohne Schwierigkeiten plötzlich Verdauungsbeschwerden neu entstehen, selbst wenn das Medikament lange gut vertragen wurde.
Dafür gibt es mehrere Ursachen. Zum einen ist Hydroxychloroquin ein Medikament mit einer sehr langen Halbwertszeit. Es reichert sich über die Zeit im Gewebe an. Der Körper kann mit zunehmender Dauer der Therapie sensibler auf den Wirkstoff reagieren.
Toleranzen werden im Verlauf nicht selten geringer. Besonders beim Sjögren-Syndrom kommt noch ein anderer Faktor hinzu. Das Sjögren-Syndrom führt dazu, dass der Körper eigenes Drüsengewebe autoimmun angreift.
Das hat zur Folge, dass im Verlauf der Erkrankung weniger Verdauungssaft produziert wird sowohl aus der Bauchspeicheldrüse als auch aus anderen Drüsen wie Speicheldrüsen und Magen. Dadurch nimmt die Verdauungsleistung ab, der Verdauungstrakt wird trockener, und die Schleimhäute reagieren empfindlicher.
Es kann also vorkommen, dass ein zuvor problemlos vertragenes Medikament wie Hydroxychloroquin nach Jahren der Einnahme plötzlich Unverträglichkeiten verursacht, da die Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts nun empfindlicher reagiert als zuvor.
In der Behandlung des Sjögren-Syndroms stellt sich die Herausforderung, dass geschädigte Verdauungsdrüsen häufig dauerhaft zerstört sind. Selbst wenn die Autoimmunreaktion durch Behandlung oder Umstellung zum Beispiel auf eine lektinfreie Ernährung reduziert wird, bleibt dieser Schaden oft bestehen.
Gerade in solchen Situationen ist es schwierig zu entscheiden, ob Hydroxychloroquin weiter notwendig ist oder nicht. Wenn jedoch Sjögren-spezifische Autoantikörper wie SSA, SSB oder Lambda-Antikörper unter Behandlung und lektinfreier Ernährung im Blut abnehmen oder sogar nicht mehr nachweisbar sind, kann gemeinsam mit dem behandelnden Rheumatologen bedacht werden, das Hydroxychloroquin abzusetzen.
Dabei sollte stets die individuelle Situation berücksichtigt werden.
Wenn Sie also unter Magen-Darm-Beschwerden während der Einnahme von Hydroxychloroquin leiden, ist es sinnvoll, dies gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt zu besprechen.
Eine eigenständige Umstellung oder ein abruptes Absetzen von Quensyl ist nicht ratsam. So können auch andere Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen werden und die beste Entscheidung für Ihre Gesundheit getroffen werden.