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Wie gehe ich damit um, wenn sich meine Lebensmittellisten weiter einschränken?

Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.

Video-Transkript

Wie Sie mit sich weiter einschränkenden Lebensmittellisten umgehen

Wenn sich Ihre Lebensmittellisten weiter einschränken, ist das zunächst frustrierend. Viele Menschen wünschen sich am Anfang, dass sie eine Liste später erweitern können.

Und das ist auch oft so. Aber es gibt eben auch die Fälle, in denen es umgekehrt läuft.

Dann starten Sie vielleicht mit einer lektinfreien Ernährung, ergänzen später Antikörpertests oder weitere Diagnostik, und plötzlich kommen neue Ergebnisse dazu.

Oder Sie haben schon einige Tests gemacht, aber noch nicht alle. Und mit der Zeit verändern sich die Befunde. Die Liste muss dann angepasst werden.

Wichtig ist zuerst: Das ist kein Zeichen, dass Sie etwas falsch gemacht haben.

Eine Eliminationsdiät ist kein starrer, für alle Zeiten in Stein gemeißelter Speiseplan. Sie ist ein dynamischer Prozess. Und genau so sollte man sie auch betrachten.

Am Anfang ist das Ziel meist, die größten Entzündungstreiber aus dem Weg zu räumen.

Das Immunsystem soll entlastet werden. Der Darm soll eine Chance bekommen, sich zu beruhigen. Für viele Menschen ist das bereits ein sehr guter und ausreichender Schritt. Gute Verbesserungen sind oft schon mit einem klaren, konsequenten Ernährungsplan möglich.

Es gibt aber Situationen, in denen man in die Tiefe gehen muss. Dann braucht es weitere Diagnostik. Dann zeigen sich vielleicht zusätzliche Antikörper oder neue Unverträglichkeiten.

Und dann muss der Ernährungsplan ehrlich angepasst werden, auf wissenschaftlicher Basis und nicht nach Dogma.

Ein Grund dafür ist, dass sich Laborergebnisse auch verändern können, ohne dass ein Lebensmittel plötzlich wirklich neu schlecht geworden ist.

Manchmal wird etwas lediglich sichtbar, was vorher schon da war. Das kann bei Allergien passieren, wenn das Immunsystem durch Pollen, Infekte oder andere Reize stark stimuliert ist. Dann können Antikörperwerte über einen Cutoff-Wert hinausgehen und eine zuvor unauffällige Reaktion wird plötzlich demaskiert.

Auch chronische Entzündungen im Darm können eine Rolle spielen. Bei einem länger bestehenden Leaky-Gut-Syndrom oder bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen kann es passieren, dass Lebensmittel vom Immunsystem neu mit erkannt werden.

Dann tauchen IgG-Antikörper auf oder vorhandene Reaktivitäten werden deutlicher.

Und genau deshalb darf man sich nicht nur an die Laborliste klammern. Am Ende geht es nicht darum, Labortests zu behandeln.

Es geht darum, Sie zu behandeln. Es geht darum, wie Sie sich fühlen. Wie geht es Ihnen im Alltag? Was verbessert sich? Was verschlechtert sich? Das ist oft wichtiger als ein einzelner Messwert.

Gleichzeitig ist es auch wahr, dass man nicht alles direkt spüren kann.

Manche Reaktionen sind zeitversetzt. Sie merken nicht immer sofort, dass ein bestimmtes Lebensmittel Ihnen nicht guttut. Sie merken nicht immer, dass sich im Hintergrund eine neue Reaktionslage entwickelt.

Und Sie merken es auch nicht immer, wenn eine Infektion oder eine andere Belastung das Immunsystem gerade verändert.

Deshalb braucht es bei einer solchen Ernährungsform Geduld. Und es braucht Ehrlichkeit.

Wenn sich etwas ändert, müssen Sie nicht daran verzweifeln. Sie sollten vielmehr prüfen, ob die Veränderung Ihnen am Ende tatsächlich hilft. Wenn eine Anpassung Ihre Beschwerden reduziert, ist sie sinnvoll.

Wenn eine Re-Exposition zu früh erfolgt, kann es Rückschritte geben.

Das gilt auch für die Wiedereinführung von Lebensmitteln. Wenn Antikörperwerte fallen, ist es oft vernünftig, noch etwas abzuwarten.

Manchmal sind Patientinnen und Patienten ungeduldig, und dann probiert man es früher aus. Das kann gut gehen. Es kann aber auch sein, dass ein Lebensmittel doch noch nicht vertragen wird. Dann zeigt sich erst später, dass die Anpassung zu früh war.

Und natürlich muss man immer darauf achten, nicht in eine Mangelernährung zu geraten. Wenn eine Liste sehr kurz wird, braucht es eine besonders sorgfältige Planung. Manchmal ist ein Lebensmittel vorübergehend nicht geeignet, obwohl es früher noch gepasst hat.

Das ist frustrierend, aber nicht ungewöhnlich.

Bei bestimmten Krankheitsbildern gibt es außerdem zusätzliche Besonderheiten. In der neurologischen Autoimmunmedizin spielen zum Beispiel Aquaporine bei einigen Patientinnen und Patienten eine Rolle.

Dann kann es sinnvoll sein, aquaporinhaltige Lebensmittel gezielt zu meiden, wenn sich dadurch eine Besserung zeigt. Für die meisten Menschen ist das nicht relevant. Für einzelne Verläufe aber sehr wohl.

Auch hier gilt: Die Liste wird nicht geändert, weil ein Lebensmittel moralisch schlecht wäre. Sie wird geändert, weil es eine therapeutische Baustelle gibt, die gezielt behandelt werden muss.

Manchmal ist das ein vorübergehender Schritt. Manchmal bleibt die Anpassung länger nötig.

Und wenn sich eine Liste verschiebt, dann ist das auch ein Ausdruck davon, dass Sie genauer hinschauen.

Medizin entwickelt sich weiter. Forschung entwickelt sich weiter. Und auch Ihre Behandlung darf sich weiterentwickeln. Was vor einigen Jahren noch plausibel war, kann heute durch neue Erkenntnisse ergänzt werden.

Gerade bei der lektinfreien Ernährung ist das wichtig. Es gibt inzwischen deutlich mehr Erfahrung, mehr Laboranalysen und mehr klinische Beobachtungen als früher. Trotzdem bleiben einzelne Verläufe komplex.

Nicht jeder Mensch reagiert gleich. Nicht jeder Darm ist gleich. Und nicht jede Autoimmunerkrankung braucht denselben Ernährungsansatz.

Wenn Ihre Lebensmittelliste also kürzer wird, bedeutet das nicht automatisch, dass alles schlechter geworden ist.

Es bedeutet oft nur, dass man den Weg präziser anpassen muss. Man schaut genauer hin. Man entfernt vorübergehend Störfaktoren. Man entlastet den Körper weiter. Und man prüft dann erneut, ob und wann eine Wiedereinführung möglich ist.

Das ist manchmal unbequem. Aber es ist oft der ehrlichere Weg. Denn am Ende arbeiten Sie nicht mit einem statischen Regelwerk, sondern mit einem lebendigen Prozess. Und dieser Prozess richtet sich nach Ihrer aktuellen Lebensphase, Ihrer Heilungsphase und Ihrer individuellen Reaktionslage.

Wenn Sie also merken, dass sich Ihre Lebensmittellisten weiter einschränken, dann ist der wichtigste Gedanke: ruhig bleiben, genau hinschauen, und den nächsten Schritt bewusst planen.

Nicht aus Panik. Nicht nach Schema F. Sondern so, dass es Ihnen wirklich besser geht.

Und manchmal ist genau diese Anpassung der entscheidende Schritt, damit der Darm zur Ruhe kommt, das Immunsystem entlastet wird und Sie wieder mehr Klarheit im Alltag gewinnen.

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Quellen: Integrated Immune-Gut Profiling Identifies an Exploratory Pediatric Inflammatory Intestinal Profile Associated with Food-Specific IgG Reactivity., Analysis of food-specific IgE IgG and IgG4 antibodies in children with allergic diseases., Food-specific IgG-based elimination diet decreased IL-6 TNF- and CGRP and improved symptoms in adults with migraine., The Effect of a Low-FODMAP Diet on Quality of Life Severity of Symptoms and Leaky Gut in Patients with Irritable Bowel Syndrome.

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