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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hashimoto Meistern Community
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Wie hängt eine kohlenhydratarme, eiweißreiche Ernährung mit LDL- und HDL-Cholesterin zusammen? Viele Menschen machen sich Gedanken darüber, ob höhere Cholesterinwerte bei entsprechender Ernährung automatisch zu Atherosklerose oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.
Und oft stehen dabei die Begriffe Gesamtcholesterin, LDL und HDL im Mittelpunkt. Doch was ist wirklich entscheidend?
Gesamtcholesterin ist aus moderner ärztlicher Sicht wenig aufschlussreich.
Viel wichtiger ist die genaue Zusammensetzung des Cholesterins, also insbesondere die verschiedenen LDL-Untergruppen. Cholesterin an sich verursacht keine Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es ist lediglich eine von mehreren notwendigen Komponenten.
Ohne Cholesterin gibt es zwar keine Atherosklerose, aber dessen reine Anwesenheit löst sie noch nicht aus. Viele weitere Faktoren beeinflussen das Risiko maßgeblich.
Ein hoher Konsum von tierischen Fetten, vor allem Palmitinsäure, kann das LDL-Cholesterin erhöhen.
Gerade isolierte Palmitinsäure gilt als schädlich. Sobald jedoch ausreichend Ölsäure aufgenommen wird wie sie z.B. im Olivenöl vorkommt , kann dieser negative Effekt beinahe vollständig ausgeglichen werden.
Das bedeutet: Gesättigte Fette sind nicht per se gesundheitsschädlich. Es kommt darauf an, in welchem Verhältnis die verschiedenen Fettsäuren zugeführt werden und wie sie verarbeitet wurden.
Zu stark erhitzte oder industriell verarbeitete Fette, wie sie etwa in Hamburgern aus amerikanischen Studien häufig vorkommen, bergen zusätzliche Gesundheitsrisiken.
Niedrige HDL-Cholesterinspiegel sind meist Hinweis auf erhöhte Triglyzeride.
Diese Speicherfette entstehen vor allem durch eine übermäßige Aufnahme von Kohlenhydraten, welche nicht unmittelbar verbraucht werden. Eine konsequent kohlenhydratarme Ernährung sollte zu einem Anstieg des HDL führen.
Geschieht das nicht, gibt es häufig weitere Störungen im Stoffwechsel, die ärztlich abgeklärt werden sollten.
Fette können vom Körper nur transportiert werden, indem sich die Zahl der Transportpartikel im Blut erhöht.
Daraus folgt ein Anstieg des Cholesterinspiegels. Doch bedeutet ein Anstieg des LDL-Cholesterins automatisch ein erhöhtes Risiko? Nein. Entscheidend ist die Zahl der LDL-Partikel und das Vorkommen des sogenannten ApoB: Große LDL-Partikel mit einem ApoB gelten als weniger problematisch als viele kleine LDL-Partikel, bei denen jeder einzelne ein ApoB trägt.
Studien zeigen sogar, dass eine kohlenhydratreiche, eiweißarme Ernährung einen deutlich höheren ApoB-Spiegel verursachen kann als eine kohlenhydratarme, eiweißreiche Ernährung.
Diese wiederum kann trotz erhöhtem LDL mit einem niedrigeren ApoB-Spiegel einhergehen.
Auch die Frage nach tierischem oder pflanzlichem Eiweiß hat beim Cholesterinspiegel keine wesentliche Bedeutung.
Proteine wirken sich unabhängig von ihrer Herkunft kaum auf die Cholesterinwerte aus. Es sind die begleitenden Fette, auf die Sie achten sollten. Pflanzliche Fette sind häufig ungesättigt und unterscheiden sich biochemisch von tierischen Fetten, zumal sie aus wechselwarmen Organismen stammen und für den menschlichen Stoffwechsel besondere Herausforderungen darstellen können.
Die Supplementierung von Kollagen hat dabei keinerlei Einfluss auf Cholesterin und ist in dieser Hinsicht irrelevant.
Wenn Sie aus ethischen Gründen auf pflanzliches Eiweiß setzen, ist das aus medizinischer Sicht ein anderes Thema.
Ernähren Sie sich jedoch aus gesundheitlichen Überlegungen tier- oder pflanzenreich, sollten Sie bei pflanzlichen Eiweißquellen auf die Vielfalt achten, um Defizite bestimmter Aminosäuren zu vermeiden.
Das spielt allerdings eher für langfristige Aspekte wie die Langlebigkeit eine Rolle.
Die Oxidation des Cholesterins ist ein Schlüsselfaktor: Nur oxidiertes LDL-Cholesterin hat nachweislich das Potenzial, Atherosklerose zu verursachen.
Cholesterin selbst ist im Blut zirkulierend harmlos, solange es nicht an die Gefäßwand bindet und dort oxidativ verändert wird. Deshalb bietet das Messen des oxidierten Cholesterins sowie die Unterdifferenzierung des LDLs wichtige Informationen über das individuelle Risiko.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass Ernährung, Fettqualität, Begleitstoffe und Verarbeitung der Lebensmittel einen viel höheren Stellenwert haben als der reine Cholesterinwert.
Gesamtcholesterin und selbst das LDL-Cholesterin sollten nicht allein über das individuelle Risiko entscheiden.