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Pathomechanismus und der Nutzen einer lektinarmen Kost

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Video-Transkript

Lektine in der Ernährung: Pathomechanismus und der Nutzen einer lektinarmen Kost

Was sind Lektine und warum produzieren Pflanzen sie?

Lektine sind spezielle Proteine, die von vielen Pflanzen zum Schutz vor Fressfeinden entwickelt wurden.

Eigentlich möchte auf dieser Welt kaum etwas gefressen werden, mit Ausnahme von reifem Obst und einigen Pilzen. Alle anderen Pflanzen und Lebewesen versuchen, ihr Überleben zu sichern und viele nutzen dabei chemische Verteidigungsstrategien.

Im Laufe der Evolution entstand so in Getreiden, Hülsenfrüchten, Nachtschatten- und Kürbisgewächsen ein Abwehrmechanismus: das Lektin. In unseren Breiten finden wir Lektine besonders häufig in Hülsenfrüchten und Getreiden, in Südamerika auch in Nachtschattengewächsen wie Tomaten und Kartoffeln.

Wie wirken Lektine im Körper?

Das Ziel der Lektine ist, Fressfeinde insbesondere Insekten zu schädigen. Lektine binden im Organismus der Insekten an bestimmte Strukturen, schädigen das Nervensystem, können Unfruchtbarkeit hervorrufen oder den Magen-Darm-Trakt angreifen.

Manche, wie das bekannte Rizin, sind sogar tödlich. Auch Menschen nehmen Lektine mit der Nahrung auf. Unsere Vorfahren ernährten sich Millionen Jahre lang als Jäger und Sammler primär von tierischen Nahrungsmitteln sowie Wurzeln und saisonalem Obst also weitgehend lektinarm.

Erst mit der Sesshaftwerdung, dem Getreideanbau und später auch Kultivierung von Hülsenfrüchten, wurde der Mensch Lektinen in viel höheren Mengen ausgesetzt.

Warum steigt die Belastung mit Lektinen?

Während Insekten und viele Tiere Getreide und Hülsenfrüchte kaum fressen, entwickelte der Mensch durch Kochen, Trocknen und Fermentieren Methoden, um lektinhaltige Pflanzen essbar zu machen.

Aber die Gesundheit der Menschen litt: Archäologische Funde zeigen, dass Jäger und Sammler oft ein hohes Alter erreichten, während die Menschen im Zeitalter von Landwirtschaft und Getreidekultur früher an Zivilisationskrankheiten verstarben.

Abwehrmechanismen und Störfaktoren

Unser Körper verfügt über Schutzmechanismen gegen kleine Mengen Lektine: Die Schleimschicht des Darms bindet Lektine und transportiert sie mit dem Stuhl ab.

Doch nehmen wir große Mengen zu uns insbesondere aggressive, für uns wenig vertraute Lektine aus neuen Pflanzenarten oder durch moderne Ernährungsgewohnheiten können diese den Darm schädigen, die Schleimschicht angreifen und chronische Entzündungen begünstigen.

Stress, gestörtes Mikrobiom oder Krankheiten erhöhen zusätzlich die Anfälligkeit. Der Darm wird durchlässiger und auch geringe Lektinmengen können Beschwerden verursachen.

Wege zur lektinarmen Ernährung

Sie können Einfluss auf Ihre Lektinbelastung nehmen. Achten Sie bewusst auf die Wahl der Lebensmittel: Viele Knollen, Wurzeln, Gemüse wie Brokkoli, Blumenkohl oder Rosenkohl enthalten kaum Lektine im Gegenteil: Sie liefern wertvolle Inhaltsstoffe, die sogar entzündungshemmend wirken.

Traditionelle Zubereitungsmethoden wie das Schälen von Reis, das Entfernen von Tomatenschale und Kernen oder das Kochen von Hülsenfrüchten im Schnellkochtopf zerstören Lektine zuverlässig.

Auch der bewusste Umgang mit Oxalsäure ist wichtig: Nehmen Sie oxalsäurereiche Lebensmittel gemeinsam mit calciumhaltigen Nahrungsmitteln zu sich, um die Ausscheidung zu unterstützen.

Lektinarme Kost: Gesundheitliche Potenziale

Werden Lektine reduziert oder gemieden, regeneriert sich nach einiger Zeit die Schleimhaut von Magen und Darm häufig wieder.

Die Risiken für chronische Beschwerden nehmen ab. Beobachtungen an traditionell lebenden Völkern bestätigen, wie sehr die Wahl der Hauptnahrungsmittel den Gesundheitszustand beeinflussen kann.

Und: Viele der früher notwendigen Methoden, um Kalorien für große Siedlungen billig und verlässlich bereitzustellen, sind heute nicht mehr alternativlos. Sie haben heute die Möglichkeit, frische, lektinarme und oftmals sogar günstiger hergestellte Lebensmittel zu wählen und damit einen aktiven Beitrag zu Ihrer Gesundheit zu leisten.

Eine Ernährung mit reduzierten Lektinen kann individuell große Vorteile bringen insbesondere, wenn Sie auf die richtige Auswahl und Zubereitung der Lebensmittel achten.


Quellen: C-Type Lectins Link Immunological and Reproductive Processes in Aedes aegypti.

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