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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hashimoto Meistern Community
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Viele Patientinnen und Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen fragen sich, ob die Einnahme von Lactoferrin - insbesondere als präventive Maßnahme - sinnvoll ist.
Gerade wenn gelegentlich Mahlzeiten nicht komplett lektinfrei sind, taucht häufig der Gedanke an unterstützende Nahrungsergänzungsmittel wie Lactoferrin auf.
Am Anfang rate ich ausdrücklich dazu, konsequent auf eine strikt lektinfreie Ernährung zu achten und keine Ausnahmen zu machen.
Nur so lässt sich zuverlässig feststellen, ob und wie stark sich die Beschwerden durch die Ernährungsumstellung bessern. Wenn Sie dennoch Ausnahmen erwägen, sollten Sie diese besser erst dann einbauen, wenn Sie Ihre persönliche Toleranz wirklich kennen.
Dabei helfen bewährte Empfehlungen aus speziell dafür konzipierten Cheat-Day-Anleitungen jedoch erst, wenn die Zeit reif ist.
Lactoferrin besitzt entzündungshemmende Eigenschaften.
Es gibt Hinweise darauf, dass Lactoferrin bei bestehenden Entzündungsprozessen im Magen-Darm-Trakt einen gewissen Vorteil bringen kann. Auch unterstützt es die Eisenaufnahme ein Aspekt, der besonders für Menschen mit chronischen Darmerkrankungen wichtig ist, da bei ihnen häufig ein Eisenmangel vorliegt.
Und trotzdem: Das vorrangige Ziel sollte nicht die verbesserte Eisenaufnahme sein, sondern zunächst die Entzündung gezielt zu bekämpfen. Erst wenn die Entzündung im Griff ist, stabilisiert sich meist auch der Eisenhaushalt.
Priorität hat in der Therapie, Verschlechterungen konsequent zu verhindern. Der Gedanke an eine magische PilleÜ, mit der sich Ausnahmen in der Ernährung scheinbar absichern lassen, ist trügerisch.
Die Erfahrung zeigt, dass Menschen, die frühzeitig auf solche Hilfsmittel setzen, oftmals auf Dauer mehr Ausnahmen machen und dadurch den Behandlungserfolg gefährden. In der Folge kehren häufig wieder stärkere Entzündungsprozesse zurück.
Gerade nach der Diagnose einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung wie Morbus Crohn steht die Vermeidung von Rückschritten im Vordergrund. Der gesundheitliche AbstiegÜ lässt sich nur verhindern, wenn Sie auf konsequente Ernährung achten, die entzündungsfördernde Lebensmittel meidet.
Ernährungsfehler können deutlich ins Gewicht fallen und sollten unbedingt vermieden werden.
Zahlreiche Erfahrungen über die Jahre zeigen: Wer zu früh mit potentiell entzündungshemmenden Ergänzungsmitteln wie Lactoferrin nachlässig wird, riskiert eher einen Rückschritt als eine wirkliche Verbesserung.
Selbst wenn die Einnahme von Lactoferrin kurzfristig eine Wirkung zeigt, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, langfristig nachlässiger zu werden und schleichend wieder in alte Muster zurückzufallen.
Mein ärztlicher Rat ist daher klar: Bleiben Sie gerade zu Beginn konsequent bei einer sauberen, entzündungsarmen Ernährung. Arbeiten Sie gezielt an der Stabilisierung Ihrer Entzündungsparameter.
Erst wenn sich deutliche Verbesserungen zeigen, ist es sinnvoll, die individuelle Toleranzgrenze vorsichtig auszuloten und gegebenenfalls den Effekt von Lactoferrin gezielt zu testen. Die praktische Erfahrung deutet darauf hin, dass der Nutzen von Lactoferrin bei der Prävention im besten Fall moderat ist.