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Krämpfe: Liegt es immer an Magnesiummangel?

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Krämpfe: Liegt es immer an Magnesiummangel?

Viele Menschen erleben immer wieder Muskelkrämpfe sei es in der Fußsohle, im Bauch oder anderen Körperpartien. Schnell steht die Frage im Raum, ob Magnesiummangel tatsächlich der häufigste Auslöser ist.

Sie nehmen bereits täglich etwa 350 Milligramm Magnesium, oft in unterschiedlichen Formen, bemerken aber weiterhin Krämpfe? Es lohnt sich, weiter nachzuforschen.

Entscheidend ist, dass allein die Zufuhr von Magnesiumpräparaten noch keinen Rückschluss darauf erlaubt, ob Ihr Magnesiumspiegel im Blut tatsächlich im Normbereich liegt.

Nur ein Bluttest liefert hier Klarheit. Unser modernes Leben ist geprägt von einer magnesiumarmen Kost und zahlreichen Umweltfaktoren, die die Ausscheidung von Magnesium fördern. Ein Beispiel dafür ist Alkohol.

Bereits nach einem Glas Wein kann Ihr Körper in den darauffolgenden Tagen bis zu 400 Milligramm zusätzliches Magnesium am Tag verlieren. Wer regelmäßig zu wenig Magnesium zuführt oder viele dieser auslösenden Faktoren erlebt, kann trotz Supplementierung ein Defizit haben.

Doch Magnesiummangel ist nur eine mögliche Erklärung. Magnesium ist im Körper an etwa 200 Enzymreaktionen beteiligt. Ein ausgeprägter Mangel ginge folglich mit weit mehr Symptomen einher als 'nur' Krämpfen.

Elektrolytverschiebungen insgesamt verdienen erhöhte Aufmerksamkeit. Ein weiterer wichtiger Mineralstoff ist Kalium. Bei einer kohlenhydratarmen Ernährung kann ein Kaliumdefizit begünstigt werden.

Während Sie Magnesium recht problemlos erhöhen können ein Überschuss wird meist mit Durchfall wieder ausgeschieden , kann eine unkontrollierte Kaliumzufuhr durchaus gefährlich werden, da ein zu hoher Blutspiegel schwerwiegende Folgen haben kann.

Deshalb sollte eine Kaliumsubstitution immer nur nach Bestimmung des Blutwertes erfolgen.

Klassische Ursachen für Muskelkrämpfe sind auch ein Kalziummangel oder eine Störung des Vitamin-D-Stoffwechsels.

Diese Werte lassen sich ebenso im Blut überprüfen. Auch Dehydrierung oder Störungen im Elektrolythaushalt sollten bedacht werden. Wenn Sie ausschließlich Magnesium einnehmen, kann sich das Gleichgewicht der Elektrolyte verschieben.

Überlegenswert ist ebenfalls, welche Art von Wasser Sie trinken und wie viel Elektrolyte es enthält. Krämpfe, die vermehrt an bestimmten Stellen auftreten, zum Beispiel in der Fußsohle oder im Bauch, können zudem auf Überlastung einzelner Muskelgruppen durch Körperhaltung oder Bewegung zurückzuführen sein.

Bei Beschwerden, die mit bestimmten Positionen einhergehen, gewinnt die Haltungskorrektur und eine physiotherapeutische Analyse an Bedeutung. Ein spezialisierter Physiotherapeut, beispielsweise mit Fokus auf Faszientherapie, kann gezielt prüfen, ob eine verklebte oder verspannte Muskelfaszie der Auslöser Ihrer Krämpfe ist.

Ein Muskelkrampf ist im Kern oft ein Energiemangel im Muskel. Aktin und Myosin, die beiden wichtigen Eiweiße in der Muskelfaser, benötigen Energie um zu entspannen. Fehlt Magnesium, Kalium, Calcium, aber auch bei mangelnder Durchblutung oder zu fester Faszie kommt es zu diesem Energieengpass.

Interessanterweise kann sogar ein zu niedriger Kohlendioxidspiegel im Blut infolge von Hyperventilation dazu führen, dass Gefäße sich verengen und der Blutfluss zum Muskel abnimmt. Auch dadurch können Krämpfe entstehen.

Testen Sie dazu beispielsweise Ihre Atemwerte mit der sogenannten Kontrollpause. Bei Auffälligkeiten sollte eine Atemtherapie erwogen werden.

Wenn Sie systematisch die genannten Ursachen überprüfen, werden Sie in den meisten Fällen die eigentliche Ursache Ihrer Krämpfe finden.

In seltenen Situationen können auch andere Krankheiten dahinterstecken. Nach einem vollständigen Check aller genannten Faktoren kann gezielt weiter untersucht werden.


Quellen: Chronic magnesium supplementation in a patient with relapsing severe hypomagnesaemia due to a novel

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