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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hashimoto Meistern Community
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Wenn Sie vor einer Stoffwechselproblematik im Sinne einer Insulinresistenz mit Fettleber stehen, dann lohnt sich der Blick auf Nahrungsergänzungsmittel und Kofaktoren.
Denn der Körper braucht nicht nur gute Ernährung und Bewegung. Er braucht auch die richtigen Mikronährstoffe, damit viele Enzyme überhaupt gut arbeiten können.
Nahrungsergänzungsmittel sind dabei kein Ersatz für eine gesunde Lebensweise.
Und sie sind auch keine Heilung im eigentlichen Sinn. Es geht vielmehr darum, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu unterstützen. Dafür müssen die Grundlagen stimmen. Eiweißreiche Ernährung, ballaststoffreiche Ernährung und möglichst wenig einfach verdauliche Kohlenhydrate bleiben zentral.
Aber ohne passende Spurenelemente und Vitamine kann selbst das nicht ausreichen.
Die Leber ist eine Chemiefabrik mit unzähligen Enzymen. Diese Enzyme sind wie kleine Maschinen. Und wenn diese Maschinen nicht optimal geschmiert sind, dann nützt Ihnen theoretisch auch das beste Rohmaterial nur begrenzt.
Genau hier kommen Kofaktoren ins Spiel. Sie helfen, dass Stoffwechselprozesse besser ablaufen.
Ein zentraler Punkt sind Omega-3-Fette.
Diese kommen ursprünglich aus Algen. Krill frisst Algen, Fische fressen Krill, und so gelangen Omega-3-Fettsäuren in den Nahrungskreislauf. Früher waren diese Fettsäuren über die Nahrungskette auch in vielen Wildtieren zu finden.
Heute ist das deutlich seltener.
Ein Problem ist die moderne Aquakultur. Dort werden Fische oft nicht so ernährt, wie es ihrem natürlichen Nahrungsweg entspricht. Stattdessen erhalten sie häufig Mais- und Sojaschrot.
Das beeinflusst die Fettzusammensetzung des Fisches. Ein Wildlachs sieht deshalb anders aus als ein Zuchtlachs. Beim Wildlachs finden Sie in der Regel keine auffälligen weißen Fettstreifen, weil er andere Fette eingelagert hat als ein falsch gefütterter Zuchtfisch.
Omega-3-Fettsäuren sind essenziell. Sie helfen der Leber, Triglyceride besser zu verarbeiten. Und gerade bei Insulinresistenz sind erhöhte Triglyceride häufig ein großes Problem.
Viele Menschen mit Fettleber haben deutlich zu hohe Triglyceridwerte. Normalerweise gilt im Labor ein Zielwert unter 150. Intern strebt man oft sogar Werte unter 75 an.
Wenn sich zeigt, dass Omega-3-Fettsäuren zu niedrig sind, dann ist das oft ein erster Ansatzpunkt.
Dann kann mehr Fisch oder ein hochwertiges Algenöl sinnvoll sein. Algen können jedoch jodreich sein. Wenn Sie eine Schilddrüsenerkrankung haben, muss man das gut abwägen. In solchen Fällen ist ein Algenöl aus kontrollierter Zucht, etwa aus einem Glasröhrensystem, oft die sauberere Wahl.
So lassen sich Schadstoffe und Schwermetalle besser vermeiden.
Wenn Sie Fisch essen möchten, sich aber Sorgen über mögliche Schwermetalle machen, dann kann Chlorella interessant sein.
Diese Alge kann nach Tierstudien Schwermetalle wie Quecksilber oder Kadmium binden. Dafür braucht man allerdings relevante Mengen. Bei etwa 150 Gramm Fisch sprechen wir ungefähr von sechs Gramm Chlorella.
Das klingt wenig, ist es in der Praxis aber nicht. Chlorella wird häufig in kleinen Presslingen verkauft. Wenn ein Pressling etwa 300 Milligramm enthält, dann kommen schnell viele Tabletten zusammen.
Und trotzdem kann das sinnvoll sein, wenn Sie Fisch essen und die Belastung so gut wie möglich reduzieren möchten.
Chlorella ist an sich ein sehr nährstoffreiches Lebensmittel mit hohem Eiweißanteil und viel Eisen.
Es kann aber auf Darmebene auch leicht immunstimulierend wirken. Das ist nicht grundsätzlich schlecht. Bei einer Neigung zu Infekten kann das sogar hilfreich sein. Wenn jedoch eine chronisch entzündliche Darmerkrankung vorliegt, muss man vorsichtig sein und individuell prüfen, ob eine zusätzliche Stimulation des Immunsystems sinnvoll ist.
Bei Omega-3 geht es nicht nur um die absolute Menge. Es geht auch um das Verhältnis zu Omega-6-Fettsäuren. Viele Menschen nehmen sehr viel Omega-6 auf, vor allem aus Sonnenblumenöl, Rapsöl, Sojaöl und frittierten Lebensmitteln.
Omega-6-Fettsäuren wirken eher entzündungsfördernd, während Omega-3 eher entzündungshemmend ist.
Idealerweise hätten wir ein Verhältnis von etwa einem Teil Omega-3 zu zwei Teilen Omega-6.
In der Realität sehen wir aber oft das Fünf-, Zehn- oder sogar Zwanzigfache an Omega-6. Dann reicht es nicht, nur Omega-3 zu erhöhen. Sie sollten gleichzeitig auch die Omega-6-Zufuhr senken.
Sonst bleibt das Gesamtniveau ungünstig und es kommt leichter zu Lipidperoxidation, also zum Ranzigwerden von Fetten im Körper.
Das bedeutet: Nicht einfach nur eins sehr hochregeln, sondern die Balance verbessern.
Weniger Pflanzenöle mit hohem Omega-6-Anteil. Weniger frittierte Speisen. Und dann gezielt so viel Omega-3 zuführen, wie Sie wirklich brauchen.
Viele unterschätzen die Rolle von Magnesium.
Dabei ist Magnesium ein Kofaktor für etwa 300 Enzyme. Wenn man Magnesium als Schmieröl für eine Maschine betrachtet, dann gehört es sicher zu den wichtigsten Mineralstoffen überhaupt.
Magnesium ist das dritthäufigste Mineral an der Erdoberfläche. Früher nahmen unsere Vorfahren darüber viel Magnesium auf, etwa über Quellwasser. Auch heute kann magnesiumreiches Mineralwasser hilfreich sein.
Dazu kommen grüne Pflanzen. In grünen Blättern sitzt Magnesium im Zentrum des Chlorophylls. Je mehr pflanzliche Lebensmittel Sie essen, desto mehr Magnesium können Sie aufnehmen.
Trotzdem finden wir bei neuen Patientinnen und Patienten sehr häufig einen Magnesiummangel.
Manchmal ist er absolut, oft aber relativ. Das ist wichtig zu verstehen. Denn Blutwerte können im Normbereich liegen, obwohl einzelne Zellen bereits zu wenig Magnesium haben. Der Körper hält den Blutspiegel oft so lange wie möglich stabil.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Versorgung in den Geweben gut ist.
Deshalb achten wir häufig auf einen hochnormalen Bereich. Und viele Menschen profitieren dann von zusätzlichem Magnesium.
Oft wird diskutiert, welche Magnesiumverbindung die beste ist. Meine Empfehlung ist häufig eine einfache anorganische Form wie Magnesiumoxid. Das wird zwar nicht maximal resorbiert, aber es ist eine natürliche Form, wie sie auch über Wasser aufgenommen werden kann.
Wichtig ist am Ende eine stetige gute Versorgung. Wenn Sie einen Marathon laufen, ist ein langsam wirksames Magnesium vielleicht nicht die erste Wahl. Wenn Sie aber langfristig gut versorgt sein möchten, dann zählen die Einnahme über die Zeit und die gute Verträglichkeit.
Anorganische Verbindungen können hier durchaus Vorteile haben.
Sie sollten außerdem wissen, dass Alkohol den Magnesiumverlust erhöht. Schon eine kleinere Menge Wein kann dazu führen, dass Sie in den nächsten Tagen vermehrt Magnesium über den Urin verlieren.
Wer Magnesium supplementiert, sollte solche Zusammenhänge kennen. Viele Menschen haben deshalb einen deutlich höheren Bedarf, als sie annehmen.
Auch Chrom kann interessant sein.
Es handelt sich um ein Spurenelement, also um einen Stoff, der nur in sehr kleinen Mengen im Körper vorkommt. Chrom verstärkt die Insulinbindung. Es gibt toxische und nicht-toxische Formen. Die nicht-toxische Form halten wir für den menschlichen Körper für essenziell.
Deshalb enthalten viele gute Multivitaminpräparate eine kleine Menge Chrom, häufig als Chrompicolinat. Auch Fisch kann Chrom in Spuren liefern. Wenn Sie sich sehr einseitig ernähren oder bestimmte Lebensmittelgruppen weglassen, kann es sinnvoll sein, die Versorgung zu prüfen.
Wichtig ist hier aber wieder die Synergie. Es ist meist besser, nicht nur auf eine