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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hashimoto Meistern Community
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Kanariensaat-Milch wird in einigen Ländern als pflanzliche Milchalternative genutzt. Sie entsteht, indem gewaschene und eingeweichte Kanariensamen mit Wasser gemixt und anschließend fein gefiltert werden.
Das Ergebnis wirkt auf den ersten Blick passend für eine pflanzliche Ernährung. Und dennoch ist bei einer lektinfreien Ernährung Vorsicht sinnvoll.
Kanariensaat ist ein Produkt aus einem Süßgrasgetreide.
Süßgräser und deren Samen enthalten typischerweise Lektine und andere antinutritive Stoffe. Durch Waschen, Einweichen, Mixen und Filtern lassen sich zwar bestimmte unerwünschte Bestandteile reduzieren.
Aber in der Regel werden Lektine damit nicht ausreichend entfernt. Gerade für Menschen, die sich lektinarm oder lektinfrei ernähren möchten, ist das ein wichtiger Punkt.
Hinzu kommt das Fettsäureprofil.
Kanariensaat enthält einen relevanten Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Und das ist nicht nur eine Frage des Verhältnisses von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren, sondern auch der Gesamtmenge.
Aus ernährungsmedizinischer Sicht möchte man möglichst nicht mehr Omegafettsäuren aufnehmen, als der Körper tatsächlich benötigt. Deshalb passt Kanariensaat-Milch nicht gut in eine Ernährung, die auf möglichst wenige reaktive Fettsäuren ausgerichtet ist.
Wenn Sie an Gicht denken, ist ebenfalls nicht nur das Fettsäureprofil entscheidend. Bei Gicht steht vielmehr die Gesamtzusammensetzung der Ernährung im Mittelpunkt. Wichtig sind vor allem Fruktoseeinsparung und die Reduktion bestimmter Purine.
In diesem Zusammenhang ist Kanariensaat-Milch kein klassisches Lebensmittel, das man bevorzugen würde. Auch im Vergleich zu tierischer Milch ergibt sich daraus kein klarer Vorteil.
Wenn Sie pflanzliche Milchalternativen verwenden möchten, lohnt sich der Blick auf Produkte, die besser zu Ihrem Ernährungsplan passen.
Das hat sich über die Jahre bewährt. Und wenn Sie selbst eine Milchalternative herstellen möchten, ist Macadamianussmilch oft die passendere Option. Macadamia enthält zwar ebenfalls ungesättigte Fette, aber im Verhältnis deutlich weniger mehrfach ungesättigte und mehr stabile einfach ungesättigte Fettsäuren.
Das ist für viele lektinfreie Ernährungskonzepte günstiger.
Macadamianussmilch ist nicht in allen Ländern leicht erhältlich. Selbst herstellen lässt sie sich jedoch mit einem Mixer recht gut.
Wenn Sie experimentieren möchten, ist das eine praktikable Alternative zu Kanariensaat-Milch. Und gerade bei der Auswahl pflanzlicher Milchprodukte lohnt es sich, nicht nur auf den pflanzlichen Ursprung zu achten, sondern auf Lektine, Fettsäureprofil und die gesamte ernährungsmedizinische Einordnung.