Ernährung bei Brustkrebs und lektinfreie Ernährung
Wenn Sie unterschiedliche Ernährungsempfehlungen lesen, kann das schnell verwirrend werden. Die einen raten zu mehr Hülsenfrüchten, die anderen zu weniger.
Die einen empfehlen Soja, die anderen raten ausdrücklich davon ab. Und dann gibt es noch spezielle Konzepte wie eine lektinfreie, antientzündliche Ernährung, die sich deutlich von allgemeinen Empfehlungen unterscheidet.
Gerade bei Brustkrebs ist es wichtig, Ernährung nicht losgelöst von der Erkrankung zu betrachten. Brustkrebs ist keine einheitliche Diagnose. Es gibt verschiedene Tumorarten, die unterschiedlich auf Hormone und andere Reize reagieren.
Besonders relevant sind dabei Östrogenrezeptoren, Progesteronrezeptoren und HER2-Rezeptoren. Und weil hormonabhängige Tumoren auf bestimmte Reize empfindlich reagieren, spielt die Ernährung in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle.
In der medizinischen Praxis werden bei Brustkrebs häufig Medikamente eingesetzt, die Östrogenrezeptoren blockieren oder die körpereigene Östrogenproduktion senken. Das ist ein wichtiger Punkt.
Ernährung kann unterstützend wirken, sie ersetzt aber keine wirksame medikamentöse Therapie. Gerade wenn es um eine Erkrankung mit möglicher Lebensgefahr geht, sollte man sich nicht auf eine Ernährung allein verlassen.
Warum Ernährungsempfehlungen so unterschiedlich sind
Viele Empfehlungen im Ernährungsbereich beruhen auf verschiedenen Grundannahmen. Manche Konzepte bewerten Lebensmittel vor allem nach ihrem Ballaststoffgehalt.
Andere achten stärker auf Entzündungsprozesse, Lektine, Fettsäuremuster oder hormonelle Effekte. Deshalb kann dasselbe Lebensmittel in einem Konzept als gesund gelten und in einem anderen als problematisch.
Sie dürfen solche Unterschiede ruhig hinterfragen. Es ist sinnvoll zu fragen: Warum empfehlen die einen das und die anderen das? Was ist der Hintergrund? Gerade bei Brustkrebs lohnt sich dieser genaue Blick besonders.
Lektine, Hülsenfrüchte und Soja
Bei einer lektinfreien Ernährung werden Hülsenfrüchte nicht pauschal verteufelt, sondern nur korrekt zubereitet. Das heißt: einweichen, Einweichwasser wegschütten und anschließend ausreichend lang garen, idealerweise im Schnellkochtopf.
Dann wird ein großer Teil der problematischen Bestandteile reduziert.
Soja und Sojaprodukte werden in diesem Ansatz dagegen grundsätzlich kritisch gesehen. Das betrifft nicht nur die Lektine, sondern auch die Art der Herstellung, mögliche Schimmelbelastungen und das Fettsäuremuster.
Zusätzlich enthalten Sojaprodukte Phytoöstrogene. Diese können an Östrogenrezeptoren binden, sie aber nicht vollständig blockieren. In einer hormonabhängigen Krebssituation wird das als ungünstig bewertet.
Das ist ein wichtiger Unterschied zu allgemeinen Lifestyle-Empfehlungen. Bei Brustkrebs geht es nicht darum, irgendein gesundes Image zu verfolgen, sondern um eine möglichst klare, risikoarme Strategie.
Granatapfel, Kreuzblütler und Brokkolisprossen
Granatapfel ist ein gutes Beispiel für ein Lebensmittel mit interessanten bioaktiven Inhaltsstoffen. Die Polyphenole werden geschätzt, und Granatapfel kann in bestimmten Situationen auch gezielt eingesetzt werden.
Wer Granatapfel verwenden möchte, kann die Kerne gut unter Wasser lösen, damit die Verarbeitung leichter wird.
Besonders wichtig sind die Kreuzblütler. Dazu gehören Brokkoli, Blumenkohl, Kohl, Rosenkohl und andere Kohlgemüse.
Diese Gemüsegruppe hat eine lange europäische Tradition und enthält Stoffe, die die Leber und Entgiftungskreisläufe unterstützen können. Allerdings entfalten Kreuzblütler ihre antientzündliche Wirkung am besten roh.
Durch Erhitzen geht ein enzymatischer Effekt verloren. Deshalb kann es sinnvoll sein, rohe Brokkolisprossen zu verwenden.
Brokkolisprossen sind in diesem Zusammenhang besonders interessant. Es gibt sogar Interventionsstudien bei Brustkrebspatientinnen.
Und genau hier zeigt sich, dass nicht jedes Gemüse gleich wirkt. Brokkolisprossen sind etwas anderes als Alfalfa-Sprossen oder Klee-Sprossen, die eher kritisch gesehen werden.
Fette, Öle und Omega-3
Auch bei Fetten ist Genauigkeit wichtig.
Instabile Fette, vor allem wenn sie reich an Omega-3 oder Omega-6 sind, sollten nicht im Übermaß aufgenommen werden. Sie können oxidieren und ranzig werden. Deshalb zählt nicht nur die Art des Fettes, sondern auch Menge, Lagerung und Verarbeitung.
Leinöl, Walnussöl und Hanföl werden in diesem Konzept eher kritisch beurteilt. Olivenöl ist dagegen eine gute Wahl. Auch Avocadoöl kann geeignet sein, insbesondere zum Erhitzen.
Für das Braten ist Butterschmalz aus Grasfütterung ebenfalls eine gute Option.
Bei Omega-3-Fettsäuren gilt: nur so viel, wie wirklich benötigt wird. Fischöl kann sinnvoll sein, ebenso Algenöl als pflanzliche Variante.
Leinöl wird nicht bevorzugt, weil es in diesem Zusammenhang nicht ideal ist. Chiasamen werden ebenfalls abgelehnt, da sie lektinhaltig sind.
Ballaststoffe, Vollkorn und Darmverträglichkeit
Ein weiterer zentraler Punkt sind Ballaststoffe.
Hier wird klar zwischen wasserlöslichen und wasserunlöslichen Ballaststoffen unterschieden. Wasserunlösliche Ballaststoffe werden oft vorschnell als gesund angesehen, obwohl sie den Darm auch reizen können.
Wasserlösliche Ballaststoffe sind in vielen Fällen die bessere Wahl.
Weizenkleie und Vollkornprodukte stehen in einer lektinfreien Ernährung daher eher nicht auf dem Speiseplan.
Vollkorn enthält häufig viele Lektine und ist deshalb nicht automatisch günstig, auch wenn es allgemein als gesund beworben wird.
Wenn Sie Gemüse oder andere ballaststoffreiche Lebensmittel nicht gut vertragen, kann das mehrere Gründe haben.
Häufig fehlen bestimmte Darmbakterien, die diese Stoffe sinnvoll fermentieren können. Dann entstehen Blähungen. In solchen Fällen hilft oft ein langsamer Aufbau mit kleinen Mengen.
Und wenn Beschwerden bestehen bleiben, sollte auch an mögliche Unverträglichkeiten oder Allergien gedacht werden.
Oxidativer Stress, Polyphenole und weitere Lebensmittel
Gegen oxidativen Stress werden in vielen Ernährungsplänen grüne Tees, Knoblauch, Zwiebeln, „pfel und Beeren empfohlen.
Das ist grundsätzlich nachvollziehbar. Auch die meisten Kräuter passen gut in ein antientzündliches Konzept.
Sprossen sind ein eigenes Thema. Nicht alle Sprossen sind gleich gut geeignet.
Brokkolisprossen haben hier einen besonderen Stellenwert. Sie sind roh zu verwenden und sollten möglichst frisch sein. Wer mehrere Trays zu Hause nutzt, kann regelmäßig neue Sprossen ernten und so eine hochwertige Ergänzung in den Speiseplan einbauen.
Bei Obst gilt Maßhalten. Aprikosen sind in Maßen möglich, Aprikosenkerne dagegen nicht. Sie enthalten Blausäure und sind giftig. Getrocknete Aprikosen sind zudem sehr zuckerreich.
Und hohe Blutzuckerspiegel können Wachstumsprozesse ungünstig beeinflussen. Auch deshalb sollte Zucker nicht leichtfertig verharmlost werden.
Soziale Realität statt starre Verbote
Ernährung muss alltagstauglich bleiben.
Es ist nicht sinnvoll, alles pauschal zu verbieten. Ein kleiner Löffel Zucker im Kaffee ist etwas anderes als große Mengen zuckerhaltiger Getränke. Es geht um die Dosis. Und es geht darum, massive Blutzuckerspitzen zu vermeiden.
Auch bei Getränken und Verpackungen braucht es eine realistische Haltung. Glasflaschen sind oft die bessere Wahl als billige Plastikverpac
Quellen: Curcumin Attenuates Breast Cancer Cell-induced Inflammasome Activation via the NOD-like receptor protein 3Caspase-1Interleukin-1 Axis., Polyphenolbased interventions in breast cancer Signaling pathways molecular mechanisms and translational therapeutic strategies (Review)., Nutrition as Modulator of Oxidative Stress in Cancer Prevention and Treatment., Polyunsaturated fatty acids in the prevention treatment and survival of breast cancer.