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FMD light und kalorische Restriktion

Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.

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Morbus Meulengracht, Fasten und Kalorienrestriktion

Morbus Meulengracht ist eine der häufigsten genetischen Varianten. Viele Betroffene leben damit völlig normal. Die Lebenserwartung wird dadurch nicht eingeschränkt.

Dennoch gibt es typische Situationen, in denen sich die Stoffwechsellage bemerkbar machen kann. Dazu gehören Fasten, starker Stress und längere Phasen mit zu wenig Energiezufuhr.

Charakteristisch ist ein Anstieg von Bilirubin.

Das fällt oft zuerst an den Augen auf, später kann auch die Haut gelblicher erscheinen. Ursache ist eine veränderte Aktivität eines Enzyms in der Leber. Dadurch wird Bilirubin anders verarbeitet als bei Menschen ohne diese Variante.

Und genau deshalb reagieren viele Betroffene empfindlich auf Fasten oder andere Belastungen, die den Stoffwechsel zusätzlich fordern.

Wenn bei Ihnen Morbus Meulengracht bekannt ist, wird in der Regel von Fasten abgeraten.

Das gilt besonders dann, wenn Sie bereits auf Belastung mit deutlichen Symptomen reagieren. Denn Fasten ist in diesem Zusammenhang nicht einfach nur eine Ernährungsform. Es ist ein Reiz für den Stoffwechsel.

Und bei Meulengracht kann dieser Reiz den Bilirubinanstieg zuverlässig verstärken.

Auch eine FMD light ist in diesem Zusammenhang keine gute Idee. Selbst wenn Sie die Proteinmenge nur leicht erhöhen oder das Konzept etwas abwandeln, bleibt es ein fastenähnlicher Zustand.

Der gewünschte Effekt kommt dann oft nur abgeschwächt zustande. Gleichzeitig können die unerwünschten Begleitreaktionen bestehen bleiben. Wenn Sie ohnehin untergewichtig sind, wird diese Form der Kalorienreduktion zusätzlich ungünstig.

Und gerade bei Untergewicht ist es medizinisch sinnvoller, zunächst an der ausreichenden Versorgung mit Bausteinen zu denken. Der Körper braucht Energie, Eiweiß und Mikronährstoffe.

Erst einmal gilt daher, alles zu vermeiden, was Ihnen akut schadet. Eine gezielte Kalorienrestriktion, um schneller ungesättigte Fette abzubauen, ist in dieser Situation eher kontraproduktiv.

Die Idee, Altlasten rasch loszuwerden, klingt auf den ersten Blick logisch.

In der Praxis ist sie aber oft die falsche Strategie. Ein Stoffwechselproblem wird nicht immer besser, wenn man es mit maximaler Geschwindigkeit angeht. Häufig ist ein langsamer und strukturierter Weg sinnvoller.

Das gilt auch für den Abbau von Fetten, die sich im Körper über längere Zeit angesammelt haben.

Wenn zuvor viele ungünstige Fette zugeführt wurden, kann ein drastischer Gewichtsverlust den oxidativen Stress erhöhen.

Dabei spielt Lipidperoxidation eine Rolle. Das bedeutet, dass Fettbestandteile im Körper unter Stress leichter oxidieren können. Und genau das ist kein Zustand, den man künstlich beschleunigen sollte.

Ein langsamer Abbau über längere Zeit ist meist wesentlich besser verträglich.

Auch der Gedanke, vorübergehend Vitamin E stark zu erhöhen, löst das Grundproblem nicht.

Hohe Dosen über längere Zeit sind nicht einfach unproblematisch. Fünf Tage FMD sind etwas anderes als eine über Monate durchgeführte Reduktion. Der Körper kommt in der Regel besser damit zurecht, wenn kleine Mengen nach und nach abgebaut werden.

Das dauert zwar lange, ist aber oft der vernünftigere Weg.

Und man sollte solche Prozesse nicht in Wochen denken. Der Fettstoffwechsel kann sich sehr langsam normalisieren. In manchen Fällen dauert es Jahre.

Das ist nicht ungewöhnlich. Wer in der funktionellen Medizin arbeitet, denkt oft in längeren Zeiträumen. Entscheidend ist nicht die schnelle Aktion, sondern die nachhaltige Stabilisierung.

Wenn Sie außerdem untergewichtig sind, spricht das noch deutlicher gegen Fasten oder Kalorienrestriktion. Dann steht nicht der Abbau im Vordergrund, sondern die ausreichende Versorgung. Der Körper muss erst einmal die nötigen Grundlagen bekommen.

Erst danach kann man über weiterführende Strategien sprechen. Und auch dann sollte das individuell ärztlich begleitet werden.

Ein weiteres Thema ist die Frage nach Barfußlaufen und Erdung.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen Barfußlaufen guttut, muss das im Winter nicht entfallen. Geerdete Schuhe, zum Beispiel ESD-Schuhe, können eine Alternative sein. Sie dienen eigentlich dem Schutz in technischen Arbeitsbereichen, können aber auch im Alltag genutzt werden, wenn man eine Erdung wünscht.

Das ist ein praktischer Hinweis, der unabhängig vom Stoffwechselthema relevant sein kann.

Bei Morbus Meulengracht ist also Vorsicht sinnvoll. Fasten kann den Bilirubinanstieg verstärken.

Eine zusätzliche Kalorienrestriktion kann bei Untergewicht oder bei empfindlicher Reaktion auf Fasten unnötig belasten. Und auch der Wunsch, ungesättigte Fette schneller abzubauen, sollte nicht zu einer hektischen Strategie führen.

Oft ist der langsamere Weg medizinisch der bessere.

Wichtiger als eine schnelle Veränderung ist eine kluge Reihenfolge. Zuerst sollten Sie prüfen, was Ihren Körper akut belastet.

Dann geht es um Stabilisierung, ausreichende Versorgung und eine realistische Planung. Und erst danach kann man über weitergehende Maßnahmen zur Stoffwechselregulation sprechen, wenn sie wirklich zu Ihrer Situation passen.


Quellen: Characteristics of the heme catabolic pathway in mild unconjugated hyperbilirubinemia and their associations with inflammation and disease prevention., Recurrent Fasting-Induced Hyperbilirubinemia in Gilbert Syndrome., The frequency clinical course and health related quality of life in adults with Gilberts syndrome a longitudinal study., Features of an altered AMPK metabolic pathway in Gilberts Syndrome and its role in metabolic health.

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