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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hashimoto Meistern Community
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Myrrhe gilt als eines der ältesten und bekanntesten Arzneigewürze weltweit. Viele Menschen fragen sich, ob Myrrhe lektinfrei ist und ob sie sich für eine lektinfreie Ernährung oder ergänzend für die Gesundheit eignet.
Tatsächlich enthält Myrrhe keine nennenswerte Menge an Lektinen. Sie können Myrrhe also problemlos zu sich nehmen, ohne Bedenken hinsichtlich Lektinen zu haben.
Myrrhe zeigt nachweislich entzündungshemmende Eigenschaften, insbesondere auf Magen- und Darmebene.
Das macht sie zu einer beliebten Zutat in verschiedenen pflanzlichen Arzneimitteln. Wenn Sie ein Präparat auf Myrrhebasis einnehmen, lohnt sich ein Blick auf die weiteren Inhaltsstoffe. Viele dieser Präparate enthalten neben Myrrhe auch medizinische Kohle (wie Kaffeekohle), die helfen soll, den Magen-Darm-Trakt zu beruhigen.
Eine solche Kohle hat jedoch die Eigenschaft, nicht nur Schadstoffe zu binden, sondern eventuell auch die Aufnahme bestimmter Wirkstoffe oder Vitamine zu verringern.
Daneben findet sich Kamillenblüte, ebenfalls lektinfrei und traditionell als Heilpflanze geschätzt.
Ebenso enthalten sind meist verschiedene Zusatzstoffe. Dazu zählen Calciumcarbonat, Kanaubawachs (bekannt aus der Süßwarenherstellung) sowie Cellulosepulver, das vom menschlichen Körper zwar nicht verdaut wird, aber als unproblematisch gilt.
Die feinst vermahlene Cellulose ist in vielen Arzneimitteln enthalten, und bisher sind keine gravierenden Langzeitfolgen bekannt.
Farbstoffe wie verschiedene Eisenverbindungen, Shellac oder Titandioxid werden häufig zur Optik oder Oberflächenbehandlung eingesetzt, obwohl sie medizinisch nicht notwendig sind.
Die enthaltenen Mengen sind sehr gering, aber es gibt durchaus Stimmen, die beispielsweise Titandioxid kritisch sehen obwohl üblicherweise die aufgenommene Menge gesundheitlich keine große Rolle spielt.
Hilfsstoffe wie Macrogol 6000 und Providon K90 verbessern die Verarbeitungsfähigkeit und Löslichkeit von Tabletten. Diese Stoffe könnten theoretisch die Niere belasten, besonders, wenn sie in den Körper gelangen, etwa durch Pulverisierung der Tabletten.
Solange Sie Tabletten nicht zermahlen, ist ein Risiko sehr unwahrscheinlich und die verabreichte Menge äußerst gering. Dennoch würde ich, wenn eine Wahl besteht, zu einem Produkt ohne Providon greifen bleibt jedoch oft nur wenig Einfluss.
Auch Talcum als Trocknungsmittel ist in manchen Präparaten auf der Zutatenliste zu finden. Talcum wird immer wieder kritisch diskutiert, weil es als Körperpuder auch als möglicherweise krebserregend gilt, wenn es eingeatmet wird.
In Arzneimitteln, die geschluckt werden, ist das Risiko aber wohl sehr gering.
Andere Stoffe, wie Glucosesirup, Kakaobutter oder Stearinsäure, gelten als lektinfrei und zeigen keine nachteiligen Wirkungen.
Zucker ist allenfalls in geringen Mengen enthalten, was für die meisten Anwender kein Problem darstellt.
Zusammengefasst stehen bei pflanzlichen Heilmitteln und Präparaten auf Myrrhebasis häufig nicht die Wirkstoffe selbst, sondern die Vielzahl der Zusatzstoffe im Fokus.
Und Sie sollten, wenn es geht, zu Präparaten mit möglichst wenigen unnötigen Zusätzen greifen. Ist das nicht möglich, sind die enthaltenen Mengen meist so gering, dass eine Einnahme medizinisch vertretbar scheint.