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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hashimoto Meistern Community
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Viele greifen bei Beschwerden oder zur Steigerung des Wohlbefindens zu aufwendig zusammengestellten Kräuterteemischungen.
Ein Beispiel hierfür ist der Frauenmanteltee, der häufig gezielt gegen gynäkologische Beschwerden vermarktet wird. Es lohnt sich, die einzelnen Inhaltsstoffe und ihre tatsächliche Wirkung näher zu betrachten.
Hauptbestandteil ist der Fenchel, eine bekannte Gemüsepflanze, die zugleich als Arzneipflanze gilt. Fenchel wirkt entspannend auf die glatte Muskulatur insbesondere im Verdauungstrakt, aber auch im Bereich der weiblichen Anatomie.
Für Menschen, die den Geschmack mögen, ist Fenchel ein lektinfreier und grundsätzlich empfehlenswerter Bestandteil.
Auch Zitronenverbene findet sich regelmäßig in solchen Tees.
Sie enthält Flavonoide, die unter anderem entzündungshemmend wirken, und weist antioxidative Eigenschaften auf. Die nächste Zutat, Zimt, ist ebenfalls lektinfrei und beeinflusst nachgewiesen den Blutzuckerstoffwechsel positiv.
Dabei sollte jedoch stets auf die Qualität geachtet werden: Ceylon-Zimt ist hierbei der vorzuziehende Typ, denn Cassia-Zimt kann unerwünschte Stoffe enthalten.
Kümmel ergänzt die Mischung und ist bekannt für seine blähungstreibende Wirkung.
Der enthaltene Wirkstoff Carvon entspannt ebenfalls die glatte Muskulatur und wirkt so krampflösend. Salbei ist ein weiteres Kraut mit bedeutenden Inhaltsstoffen er wirkt antiseptisch und antiviral.
Der enthaltene Stoff Thujon kann in sehr hohen Mengen problematisch sein; allerdings ist die Konzentration in einer Teezubereitung unbedenklich.
Ein wesentliches Verkaufsargument ist der Frauenmantel selbst, der lektinfrei ist und in der Phytotherapie als Quelle pflanzlicher Hormone gilt.
Ihm werden Effekte zugesprochen, die an Progesteron erinnern. Wissenschaftlich ist allerdings unzureichend erforscht, inwieweit Frauenmantel tatsächlich bei Wechseljahresbeschwerden, PMS oder Zyklusstörungen hilft.
Ein grundsätzliches Problem solcher Kräutertees ist die fehlende exakte Dosierbarkeit: Wer hormonelle Effekte gezielt beeinflussen möchte, bräuchte eine milligrammgenaue Dosierung und Kontrolle beides kann ein Teeprodukt nicht leisten.
Weitere Bestandteile wie Ringelblumenblüten und Schafgarbe wirken entzündungshemmend, liefern sekundäre Pflanzenstoffe und ätherische Öle. Passionsblumenkraut, das den Tee ebenfalls ergänzt, wird in der Praxis normalerweise tropfenweise dosiert.
In einer Teemischung lässt sich die exakte Menge nicht abschätzen, was eine gezielte Nutzung erschwert.
Letztlich sind die Inhaltsstoffe für sich genommen unproblematisch, viele sogar gesundheitsfördernd.
Dennoch erscheint die Kombination aus zahlreichen Stoffen in einer Mischung kritisch: Häufig wird durch eine Vielzahl von Zusätzen zumindest versucht, Arzneimittelwirkung zu suggerieren. Die eigentliche Dosierung bleibt aber unklar.
So ist es möglich, dass einige Bestandteile in zu geringer, andere womöglich sogar in zu hoher Menge eingenommen werden, sobald eine gezielte Wirkung erzielt werden soll.
Bitte beachten Sie zudem den Aspekt der Medikamenteneinnahme: Wer ärztlich verordnete Präparate auf nüchternen Magen einnehmen soll, darf dies ausschließlich mit Leitungswasser tun.
Selbst ein Kräutertee mit vielen Inhaltsstoffen ist dann nicht geeignet, auch kein Mineralwasser, da bestimmte Mineralien die Aufnahme von Medikamenten beeinflussen können.