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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hashimoto Meistern Community
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Wenn Sie Akazienfaserpulver nach einer Reduktion wegen Blähungen wieder einführen möchten, ist ein langsames Vorgehen sinnvoll. Genau das ist bei wasserlöslichen Ballaststoffen oft der entscheidende Punkt.
Der Darm und das Mikrobiom brauchen Zeit, um sich an die neue Menge zu gewöhnen.
Sie hatten die Zufuhr von Akazienfasern bereits auf 20 Gramm täglich gesteigert. Das ist grundsätzlich ein gutes Ergebnis.
Wenn Sie diese Menge zunächst vertragen haben und erst später plötzlich wieder vermehrte Blähungen auftraten, spricht das nicht automatisch dafür, dass die Akazienfasern selbst die Ursache sind.
Häufig liegt dann noch etwas anderes vor.
Akazienfaserpulver zählt zu den löslichen Ballaststoffen. Es wird von vielen Menschen besser vertragen als andere Ballaststoffe, kann aber in der Einführungsphase dennoch Blähungen verursachen.
Vor allem dann, wenn Sie von sehr wenig Ballaststoffen direkt auf eine hohe Menge gehen. Wenn Sie von null auf 100 gehen, bekommen Sie ziemlich sicher Blähungen. Deswegen ist ein schrittweises Vorgehen so wichtig.
Wenn Sie merken, dass die Beschwerden bei einer bestimmten Menge zunehmen, gehen Sie wieder ein Schrittchen zurück. Bleiben Sie dort, bis sich Ihr Mikrobiom daran gewöhnt hat. Danach steigern Sie langsam erneut.
Auf diese Weise kann sich der Darm an die Ballaststoffzufuhr anpassen, ohne dass es sofort zu deutlichen Beschwerden kommt.
Wenn Sie Akazienfasern bereits über längere Zeit gut vertragen haben und dann plötzlich Blähungen entwickeln, ist das meist eher ein Hinweis auf eine andere Ursache.
Denn die eigentliche Anpassung an die Ballaststoffe ist in vielen Fällen bereits erfolgt. Dann sollte man genauer hinschauen, was sich verändert hat.
Eine häufige Frage ist, ob eine neue Mahlzeit damit zu tun haben kann.
Und ja, das ist durchaus möglich. Vor allem eine vierte Mahlzeit am Tag kann verdächtig sein, wenn sie sehr eiweißreich, sehr fettreich oder besonders ballaststoffreich ist. Auch eine ungünstige Kombination von Lebensmitteln oder ein schlechter Zeitpunkt kann Beschwerden begünstigen.
Ganz häufig passiert es, dass man sich vornimmt, mehr Eiweiß zu essen, und dann versucht, diese zusätzliche Mahlzeit irgendwie in den Tag zu pressen. Dann entstehen hastige Mahlzeiten.
Man isst zu schnell, kaut nicht ausreichend und schluckt dabei mehr Luft. Das kann Blähungen deutlich verstärken.
Deshalb lohnt es sich immer, bei Blähungen zuerst zu fragen: Wo kommen sie her? Was habe ich verändert? Wie esse ich gerade? Oft liegt die Ursache nicht nur in einem bestimmten Lebensmittel, sondern in der Gesamtsituation rund um die Mahlzeit.
Wenn Sie schneller essen, weniger gut kauen oder unter Zeitdruck essen, gelangt mehr Luft in den Verdauungstrakt. Das ist ein klassischer Auslöser für Blähungen. Und genau deshalb sollte bei neuen Beschwerden immer auch das Essverhalten mit betrachtet werden.
Eine zusätzliche Mahlzeit kann sinnvoll sein, aber sie muss gut in den Tagesablauf passen.
Meistens sind Akazienfasern vor allem in der Einführungsphase das Problem.
Langfristig sind sie jedoch häufig gut verträglich. Wenn Sie nach einer Phase guter Verträglichkeit plötzlich Beschwerden entwickeln, ist es weniger wahrscheinlich, dass die Akazienfasern allein dafür verantwortlich sind.
Sie können dies auch praktisch prüfen. Nehmen Sie eine größere Menge Akazienfasern ein und beobachten Sie, ob die Beschwerden wieder zunehmen. Wenn Sie das Pulver nach einer nur kurzen Pause erneut getestet haben und keine deutliche Verschlechterung bemerken, spricht das eher gegen die Fasern als alleinige Ursache.
Dann sollte man eher an andere Faktoren denken, etwa an eine Mahlzeitenumstellung oder an das Essverhalten.
Wenn die Beschwerden anhalten, sollte auch an neue Unverträglichkeiten gedacht werden.
Solche Veränderungen können sich durchaus im Verlauf entwickeln. Ebenfalls möglich ist eine bakterielle Fehlbesiedlung des oberen Dünndarms, also ein SIBO. Das kann ebenfalls zu Blähungen, Völlegefühl und Verdauungsbeschwerden führen.
In solchen Fällen kann gegebenenfalls ein Atemgas-Test sinnvoll sein. Das ist vor allem dann relevant, wenn die Beschwerden trotz angepasster Ballaststoffzufuhr und sinnvoller Mahlzeitenstruktur fortbestehen.
Dann sollte die Ursache systematisch abgeklärt werden.
Wenn Sie Akazienfaserpulver nach einer Reduktion erneut einführen möchten, beginnen Sie mit einer kleinen Menge.
Steigern Sie dann langsam. Beobachten Sie genau, wann sich Blähungen zeigen und wie stark sie sind. Wenn Beschwerden auftreten, reduzieren Sie wieder auf die zuletzt gut verträgliche Menge.
Wichtig ist außerdem, die Mahlzeiten insgesamt zu betrachten.
Prüfen Sie, ob die vierte Mahlzeit sinnvoll zusammengesetzt ist, ob sie zu schwer ist oder ob Sie dabei vielleicht zu schnell essen. Auch kleine „nderungen beim Kauen und beim Tempo können einen großen Unterschied machen.
Und wenn Sie feststellen, dass die Akazienfasern eigentlich weiterhin gut vertragen werden, die Blähungen aber trotzdem auftreten, dann liegt die Ursache wahrscheinlich eher an einer anderen Veränderung im Alltag oder in der Ernährung.
Dann ist es sinnvoll, gezielt nach der Auslöserkette zu suchen, statt vorschnell nur die Ballaststoffe zu reduzieren.