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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hashimoto Meistern Community
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Die zeitliche Trennung von fettreichen und kohlenhydratreichen Mahlzeiten gewinnt in der aktuellen Forschung und in der praktischen Ernährungstherapie zunehmend an Bedeutung.
Dies hat vor allem einen Hintergrund: der Schutz der Insulinsensitivität. Denn solange größere Mengen Fett noch durch die Blutbahn zirkulieren, ist es ungünstig, gleichzeitig Kohlenhydrate zuzuführen.
Dieses Vorgehen kann die mitochondriale Funktion beeinträchtigen und die Entstehung einer Insulinresistenz begünstigen.
Theoretisch lässt sich die individuelle Verweildauer der Fette im Blut an der Klarheit des Blutserums nachweisen.
Nach einer fettreichen Mahlzeit, beispielsweise einer Rahmsuppe oder Gänsebraten, bleibt das Blutserum längere Zeit trüb. Das bedeutet: Während der Körper Fette verarbeitet, ist es physiologisch sinnvoll, Kohlenhydrate zu meiden.
Denn solange Fette verdaut und noch im Blut nachweisbar sind, belasten zusätzliche Kohlenhydrate den Stoffwechsel unnötig.
Fette werden in der Regel langsam verstoffwechselt. Bei einer üppigen Mahlzeit können klassische Verdauungszeiten problemlos sechs Stunden oder länger betragen.
Währenddessen steigt kontinuierlich der Spiegel freier Fettsäuren im Blut. Es ist klug, fetthaltige Mahlzeiten eher am Abend zu planen und darauf zu achten, dass nachfolgend nicht zügig eine kohlenhydratreiche Mahlzeit folgt.
Und Kohlenhydrate empfiehlt es sich vor allem dann zu essen, wenn Sie sich bewegen so können diese direkt im Muskel verbrannt werden.
Melatonin, unser Schlafhormon, erhöht zudem abends die Insulinresistenz.
Wer dann noch Kohlenhydrate zuführt, riskiert eine ungünstige Stoffwechselreaktion. Besser ist es, abends, wenn überhaupt, eher auf Fette zu setzen. Wer tagsüber Zeit zwischen fettreichen und kohlenhydratreichen Mahlzeiten lässt, unterstützt sowohl die Leber als auch die Mitochondrien in ihrer Arbeit.
Die optimale Pause zwischen solchen Mahlzeiten hängt jedoch vom individuellen Verdauungssystem, den vorhandenen Verdauungsenzymen und der Speisenmenge ab. Es existiert keine feste Regel, dafür aber ein verlässlicher Marker: Ihr eigenes Hungergefühl.
Wenn Ihr Bauch leer und echter Hunger spürbar ist, können Sie davon ausgehen, dass das Blut frei von nennenswerten Fettmengen ist und auch Kohlenhydrate wieder verwertet werden können.
Die westliche Ernährung besteht sehr häufig aus Mahlzeiten mit einem Drittel Fett, einem Drittel Eiweiß und einem Drittel Kohlenhydraten eine Kombination, die besonders lecker ist und geschätzt wird.
Diese Mischkost geht jedoch zulasten der Insulinsensitivität.
Deshalb empfiehlt es sich, zumindest bei der Hälfte der Mahlzeiten das Prinzip der Fett- und Kohlenhydrat-Trennung zu berücksichtigen.
Idealerweise bei jeder Mahlzeit, aber echte Alltagsintegration ist wichtiger als Perfektion: Essen soll Freude bereiten und zum Lebensstil passen. Schon bei Umsetzung in 50% aller Fälle profitieren Sie deutlich.
Beim Auslassen einer Mahlzeit trennt Ihr Körper automatisch Fette von Kohlenhydraten: Anfangs lebt er von den Kohlenhydratvorräten (Glykogen), dann vom Fettgewebe. Ziel sollte sein, dass im Blut nicht gleichzeitig hohe Mengen an Zucker und Fetten zirkulieren.
So wird eine gesunde Stoffwechsellage gefördert.
Natürlich ist dieses Prinzip nicht der allein maßgebliche Faktor für Ihre Gesundheit. Viel wichtiger ist das Zusammenspiel vieler kleiner, positiver Verhaltensweisen.
Und auch beim Thema Ernährung gilt: Bleiben Sie entspannt. Das Wissen um diese Prinzipien erlaubt Ihnen, gezielt und vernünftig zu handeln. Aber Sie dürfen und sollen weiterhin Genuss und Flexibilität in Ihrem Alltag bewahren.
Wenn Sie Symptome wie Müdigkeit nach dem Essen, Übergewicht oder bekannte Insulinresistenz haben, profitieren Sie davon, konsequenter auf die Trennung von Fett und Kohlenhydraten zu achten.
Doch machen Sie sich nicht verrückt: Entscheidend ist vor allem Ihr langfristiges Verhalten, nicht Perfektion bei jeder einzelnen Mahlzeit.