![]()
Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hashimoto Meistern Community
Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.
Eine häufig gestellte Frage lautet: Sollte ich eine spezielle Ernährungsstrategie verfolgen, um die Neubildung von IgG-Antikörpern gegen Lebensmittel zu verhindern? Besonders nach einem positiven IgG-4-Test auf Lebensmittelunverträglichkeiten stehen viele Betroffene vor Unsicherheiten bezüglich ihrer Ernährung.
Zunächst ist wichtig zu verstehen: Antikörper entstehen grundsätzlich nur gegen Stoffe, mit denen Ihr Immunsystem bereits in Kontakt gekommen ist. Lebensmittel, die nie verzehrt wurden, rufen auch keine messbaren Antikörper hervor.
Daher zeigen solche Tests häufig positive Ergebnisse für immer wieder gegessene Nahrungsmittel. Viele wundern sich dann zu Recht: Es werden oft gerade jene Lebensmittel aufgeführt, die regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.
Es ist entscheidend zu wissen, dass ein IgG-Test für sich genommen vor allem ein Symptom und nicht die eigentliche Ursache darstellt. Die Ergebnisse sollten insbesondere berücksichtigt werden, wenn eine Heilung des Magen-Darm-Trakts angestrebt wird.
Ein positives Testergebnis tritt bevorzugt dann auf, wenn das Immunsystem im Blut große Moleküle wie unverdaute Nahrungsbestandteile wahrnehmen kann etwa bei Entzündungen der Darmschleimhaut oder beim sogenannten Leaky-Gut-Syndrom.
Hier dringen unvollständig verdaute Proteine in die Blutbahn ein. Entsprechend finden sich in IgG-Tests meist solche Lebensmittel, die während einer Phase erhöhter Durchlässigkeit des Darms gegessen wurden.
Das vorrangige Ziel sollte es sein, das Leaky-Gut-Syndrom abheilen zu lassen. Sobald die Entzündung im Magen-Darm-Bereich gestoppt ist, sinkt meist die Konzentration der IgG-Antikörper, da das Immunsystem den Kontakt zu diesen Lebensmitteln verliert.
Theoretisch können Sie diese Lebensmittel sogar weiter essen, jedoch ist der ideale Zeitpunkt zur Wiedereinführung oft schwer bestimmbar. Daher empfehlen viele Fachleute und auch ich zumeist, alle Nahrungsmittel mit positiven IgG-Befunden zunächst zu eliminieren und abzuwarten, bis ein deutlicher Rückgang der Antikörper feststellbar ist.
Das Ziel ist es, das Immunsystem zu entlasten und weitere Aktivierungen zu vermeiden.
Eine besondere Frage betrifft Lebensmittel, die zwar nie verzehrt wurden und deshalb nicht im IgG-Test auffällig sind, nun aber neu in den Ernährungsplan aufgenommen werden (wie z.
B. Hirse oder Wachteleier statt Hühnereier). Sollte man sie dennoch meiden? Grundsätzlich empfehle ich dies nicht. Der Leitgedanke ist, den Darm zu versiegeln, sodass keine neuen Antikörper mehr entstehen auch dann nicht, wenn neue Nahrungsmittel eingeführt werden.
Doch es gibt Ausnahmen: Bei Menschen mit langjähriger, chronisch-entzündlicher Erkrankung des Verdauungstrakts und ausgeprägtem Leaky-Gut-Syndrom kann es in der frühen Phase einer Ernährungsumstellung tatsächlich zur Bildung neuer IgG-Antikörper gegen neu eingeführte Lebensmittel kommen.
In einzelnen Fällen kommt es vor, dass ein eigentlich gut verträgliches Lebensmittel wie Macadamianüsse plötzlich nicht mehr gut vertragen wird, weil wiederholter Kontakt während entzündlicher Phasen zur Antikörperbildung geführt hat.
In sehr seltenen Situationen besprechen wir gezielt, ein 'weniger geliebtes' Lebensmittel für die Anfangsphase bewusst häufiger zu essen, damit falls eine Sensibilisierung entsteht langfristig kein wichtiges Lebensmittel verloren geht.
In der Regel ist dieses Phänomen jedoch zu vernachlässigen. Unsere Erfahrung zeigt, dass die Umstellung auf eine lektinfreie Ernährung in Kombination mit Beobachtung der Symptome und ggf.
späteren Tests ausreicht. Dabei profitieren viele Patienten von einem Ernährungstagebuch. Zeigen sich trotz guter Umsetzung nach einigen Wochen keine Besserung, kann ein erneuter Antikörpertest sinnvoll sein.
Dann lässt sich gezielter auf neue Sensibilisierungen reagieren.
Auch wenn wissenschaftlich betrachtet eine gewisse Möglichkeit der Neubildung von Antikörpern besteht, hat dies außerhalb seltener Einzelfälle keine wesentliche praktische Bedeutung.
Die sorgfältige und konsequente Umsetzung der empfohlenen Ernährung ist für die meisten Menschen ausreichend, um das angestrebte Ziel zu erreichen.