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Wie gehe ich mit nur langsam abfallenden Nahrungsmittel-IgG-Antikörpern um?

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Wie gehe ich mit nur langsam abfallenden Nahrungsmittel-IgG-Antikörpern um?

Viele Menschen fragen sich, wie sie reagieren sollen, wenn nach einer längeren lektinfreien Eliminationsdiät die IgG-Antikörper gegen bestimmte Nahrungsmittel nur langsam sinken.

Zunächst gilt: Der entscheidende Erfolg ist häufig schon spürbar. Eine konsequente Ernährungsumstellung führt meist zu einer spürbaren Besserung der Magen-Darm-Beschwerden und der allgemeinen Gesundheit.

Doch nicht selten macht sich bei Betroffenen Frustration breit, wenn die Werte im Labor kaum oder nur sehr langsam sinken.

Es lohnt sich, zunächst das grundsätzliche Vorgehen noch einmal zu betrachten.

Der erste Schritt besteht immer darin, echte Allergien insbesondere IgE-vermittelte auszuschließen. Bei den meisten Menschen, die sich intensiver mit ihrer Ernährung auseinandersetzen, zeigen sich dann vor allem IgG-Antikörper, die auf Sensitivitäten über die Zeit zurückgehen.

Diese IgG-Antikörper entstehen meist, weil die Darmbarriere an irgendeinem Punkt in der Vergangenheit undicht war. Dann gelangen unvollständig verdaute Eiweiße in den Blutkreislauf.

Das Immunsystem behandelt diese Proteine wie Fremdeiweiße, es bildet IgG-Antikörper, um sie zu erkennen und zu bekämpfen. Vergleichbare Vorgänge sieht man z. B. bei kurzzeitigen Infekten, Durchfall oder einem sogenannten Leaky-Gut-Syndrom.

Danach normalisiert sich oft wieder alles geringe IgG-Spiegel sind dann in der Regel harmlos.

Der entscheidende Punkt: IgG-Antikörper repräsentieren ein immunologisches Gedächtnis vergangener Ereignisse.

Sie bleiben teils lange erhalten, auch wenn kein aktueller Kontakt zum Antigen besteht. Das Beispiel mit den Windpocken verdeutlicht das: Selbst Jahrzehnte nach einer Erkrankung ist der IgG-Spiegel hoch, ohne dass eine aktive Infektion vorliegt.

Für Nahrungsmittel-Antikörper gilt: Sinken die Antikörper, ist das ein Hinweis darauf, dass das Immunsystem die Antigene längere Zeit nicht mehr gesehen hat.

Aber und hier liegt die Ursache für den Frust vieler Patienten: Die Geschwindigkeit, mit der IgG-Werte abfallen, ist sehr individuell.

Während manche bereits nach wenigen Monaten eine deutliche Abnahme feststellen, dauert es bei anderen mehrere Jahre. Das Gedächtnis des Immunsystems ist individuell unterschiedlich trainiert.

Geduld ist gefragt.

Es gibt Hinweise, dass zusätzliche Faktoren das Sinken der Werte beeinflussen. Solange eine Entzündungsreaktion im Darm besteht, bleiben Antikörper Spiegel oftmals bestehen.

Insbesondere Lektine, eiweißhaltige Pflanzenstoffe, können die Darmbarriere schwächen und Entzündungen unterhalten. Deshalb wird empfohlen, bei Nahrungsmittelintoleranzen auch lektinhaltige Lebensmittel strikt zu meiden oder zu inaktivieren.

Das klinische Vorgehen: Nach zwei Jahren konsequenter diätetischer Umsetzung und subjektivem Wohlbefinden können Sie vorsichtig die Wiedereinführung einzelner, eher unwichtiger Lebensmittel testen.

Beginnen Sie nicht mit Ihrem Lieblingsessen, sondern wählen Sie bewusst ein weniger bedeutsames Produkt. Essen Sie dieses anfangs in kleinen Mengen und beobachten Sie Körperreaktionen sowie das persönliche Wohlbefinden.

Fällt auch bei gelegentlichem Genuss dieses Lebensmittels der IgG-Spiegel weiter, ist der Weg frei für eine allmähliche Erweiterung des Speiseplans. Steigt der Spiegel oder treten wieder Symptome auf, sollten Sie zunächst pausieren und zu einem späteren Zeitpunkt einen weiteren Versuch wagen.

Besonders kritisch bleibt die Situation während akuter Infekte lassen Sie hier Lebensmittel, auf die Sie Antikörper gebildet haben, komplett weg. Ansonsten riskiert Ihr Immunsystem, die Reaktion erneut zu verstärken.

Unterscheiden Sie ferner zwischen IgG-, IgA- und IgE-Antikörpern. IgA und IgE sind mucosaständig und reagieren bereits auf geringste Mengen. Sind bei Ihnen ausschließlich IgG-Antikörper erhöht und der Darm ist dicht sowie symptomarm, sind diese meist wenig relevant.

Zuletzt noch der Hinweis auf Fastentherapie: Während einer Phase ohne Nahrung werden unnötige Proteine und Antikörper bevorzugt abgebaut, da der Organismus nicht unnötig Energieträger verschwenden möchte.

Eine gut begleitete Fastentherapie kann so manchmal den Abbau überschüssiger IgG-Antikörper positiv beeinflussen. Und so ergänzen sich Geduld, konsequente Umsetzung und eine gelegentliche Fastenphase das ist häufig die Kombination, die zum Erfolg führt.


Quellen: Food-specific IgG-based elimination diet decreased IL-6 TNF- and CGRP and improved symptoms in adults with migraine.

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