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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hashimoto Meistern Community
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Gesättigte Fettsäuren standen lange im Verdacht, wesentliche Auslöser für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sein.
Die aktuelle Ernährungswissenschaft hat jedoch nach Jahrzehnten festgestellt, dass diese Annahme so pauschal nicht zutreffend ist. Entscheidend ist die Unterscheidung der einzelnen Fettsäuren, insbesondere im Hinblick auf Mikroangiopathien und das Alzheimer-Risiko.
Eine gesättigte Fettsäure ist hier besonders zu nennen: die Palmitinsäure. Diese kann tatsächlich Probleme im Gefäßsystem verursachen allerdings vor allem dann, wenn sie isoliert aufgenommen wird.
Andere gesättigte Fettsäuren wie die Stearinsäure, die beispielsweise in Kakao vorkommt, zeigen hingegen keine schädlichen Effekte. Die Studienlage unterstreicht dies: Dunkle Schokolade, reich an Stearinsäure, kann sogar einen gewissen Schutz vor Demenz bieten.
Die Problematik der Palmitinsäure liegt darin, dass sie an einen bestimmten Rezeptor des Immunsystems binden kann. Bei Aktivierung dieses Rezeptors entsteht im Körper eine Entzündungskaskade, der sogenannte NF-kappaB-Pfad.
Hierdurch wird ein gefäßschützendes Enzym, die sogenannte eNOS, entkoppelt. Statt des eigentlich schützenden Stickstoffmonoxids produziert dieses Enzym nun in erhöhter Menge Superoxidradikale, die die Blutgefäße schädigen können.
Allerdings entwickelt sich diese Lipotoxizität in der Regel nur, wenn Palmitinsäure als freie, nicht gebundene Fettsäure vorliegt. Im gesunden Organismus wird Palmitinsäure schnell verestert: Sie bindet an Glycerin, um Triglyceride oder Phospholipide zu bilden.
In dieser gebundenen Struktur kann die kritische Rezeptoraktivierung nicht stattfinden.
Eine Schutzfunktion übernimmt hier die Ölsäure, bekannt als dominierende Fettsäure im Olivenöl.
Sie stimuliert das Enzym DGAT1, welches die schnelle Veresterung und Bindung von Palmitinsäure begünstigt. Solange Sie ausreichend Ölsäure also beispielsweise durch Olivenöl oder Fette von artgerecht gehaltenen Tieren zu sich nehmen, ist das Risiko durch Palmitinsäure gering.
Ausnahmen bilden industrielle Lebensmittel, die isolierte Palmitinsäure enthalten, wie zum Beispiel viele Backwaren und Fertigprodukte mit Palmfett oder vegane Ersatzkäse.
Die Zusammensetzung der tierischen Fette ist dabei entscheidend.
Tierarten, die sich artgerecht ernähren Gras statt Mais oder Soja produzieren Fette mit einem günstigen Verhältnis von Ölsäure zu Palmitinsäure. Empfehlenswert sind daher Butter aus Weidemilch, Lammfleisch oder Rindfleisch von Weidetieren.
Besonders kritisch sind aber Produkte, in denen viel Palmöl verarbeitet wurde oder Fleisch von Tieren, die mit industrieller Mast ernährt wurden.
Auch der Konsum von Kohlenhydraten spielt eine Rolle: Ein Übermaß an Kohlenhydraten insbesondere in Kombination mit Fruchtzucker kurbelt die körpereigene Produktion von Palmitinsäure an.
Das ist besonders problematisch, da es den schädlichen Effekt auf die Blutgefäße verstärken kann. Dies gilt als Super-GAU für kleine Blutgefäße und damit auch für das Risiko von Mikroangiopathien.
Olivenöl als Schutzfaktor sollte daher integraler Bestandteil der Ernährung sein empfohlen wird etwa eine Flasche pro Woche. Dies klingt zunächst nach viel, ist aber medizinisch sinnvoll, da so die Balance zwischen gesättigten und einfach ungesättigten Fettsäuren optimiert wird.
Auch andere hochwertige pflanzliche Öle wie Avocadoöl oder Macadamianussöl bieten sich an.
Ein weiterer Punkt betrifft die Kakao-Produkte: Während dunkle Schokolade einen Nutzen für die Gefäßgesundheit haben kann, enthält sie auch Oxalsäure.
Dieses Risiko kann durch gleichzeitige Calciumaufnahme, beispielsweise durch Mineralwasser oder die Zugabe von Calciumpulver, deutlich vermindert werden. Generell gilt: Nicht jede Fettquelle ist automatisch schädlich.
Entscheidend ist die Kombination, die Herkunft und die Verarbeitung der Fette.
Besonderes Augenmerk sollten Menschen mit erhöhtem familiärem Demenz- oder Alzheimer-Risiko, beispielsweise dem APOE-4-Gen, auf eine Reduktion gesättigter Fette legen, da bei ihnen Entzündungsreaktionen besonders stark ablaufen können.
Für die meisten jedoch gilt, dass die Herkunft der Fette, die ausreichende Versorgung mit Ölsäure und das Meiden stark verarbeitetet Produkte die wichtigsten Schutzfaktoren darstellen.
Grundsätzlich sollten Sie den Konsum von industriell verarbeiteten Backwaren und Fertiggerichten mit Palmfett so weit wie möglich einschränken.
Setzen Sie stattdessen auf hochwertige pflanzliche Öle und naturbelassene tierische Fette. Das Risiko für Mikroangiopathien und kognitive Einschränkungen kann so deutlich gesenkt werden.