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Tierische Produkte bei Krebserkrankungen

Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.

Video-Transkript

Bei einer aktiven Krebserkrankung stellt sich häufig die Frage, ob tierische Produkte in der Ernährung reduziert werden sollten. Gerade wenn Sie sich mit onkologischer Ernährung beschäftigen, tauchen Begriffe wie Eiweißversorgung, Methionin, mTOR und Insulinlike Growth Factor 1 immer wieder auf.

Und genau an dieser Stelle wird es wichtig, nicht nur allgemein über Fleisch zu sprechen, sondern die unterschiedlichen biologischen Zusammenhänge zu verstehen.

Grundsätzlich ist eine gute Eiweißversorgung bei Krebs sehr wichtig.

Das ist kein Nebenthema. Der Körper braucht Eiweiß, um Strukturen zu erhalten, Gewebe zu reparieren und den allgemeinen Zustand stabil zu halten. Und bei einer Krebserkrankung besteht zusätzlich das Risiko, dass der Körper auszehrt.

Wer zu wenig Eiweiß zuführt, läuft daher eher Gefahr, Kraft und Substanz zu verlieren. Ein ausgeprägter Proteinmangel ist meist keine gute Ausgangslage.

Trotzdem wird in der Ernährungsmedizin auch über bestimmte Bestandteile tierischer Lebensmittel diskutiert.

Ein Thema sind Sialinsäuren. Das sind Oberflächenmerkmale auf Zellen. In diesem Zusammenhang wird gelegentlich erwähnt, dass artfremde Sialinsäuren, wie sie vor allem in rotem Fleisch vorkommen, bei einer aktiven Krebserkrankung eher gemieden werden könnten.

Das würde bedeuten, dass Sie eher auf Fisch oder Geflügel ausweichen. Für Menschen ohne Krebserkrankung wird dieser Unterschied meist nicht als entscheidend angesehen. Deshalb können in allgemeinen Ernährungsplänen durchaus auch Wildfleisch, Schaffleisch oder Weidefleisch vorkommen.

Unter onkologischen Gesichtspunkten kann man das jedoch etwas anders bewerten.

Ein zweiter wichtiger Punkt ist mTOR. Dieser Stoffwechselweg spielt eine zentrale Rolle bei Wachstumssignalen im Körper.

In der Langlebigkeitsmedizin wird mTOR in bestimmten Situationen eher gebremst, damit der Organismus nicht dauerhaft zu starke Wachstumssignale erhält. Und auch in der Onkologie gibt es Medikamente, die genau an diesem Signalweg ansetzen.

Das zeigt bereits, dass mTOR je nach Tumorart therapeutisch relevant sein kann.

Besonders interessant sind dabei schwefelhaltige Aminosäuren, vor allem Methionin. Methionin ist für den Menschen essenziell.

Pflanzen benötigen es in dieser Form nicht in demselben Maß. Deshalb ist eine pflanzenbetonte Ernährung meist ärmer an Methionin als eine Ernährung mit Fleisch. Daraus ergibt sich theoretisch, dass eine stärker pflanzenbetonte Kost den mTOR-Stoffwechselweg weniger stimulieren könnte.

Aber diese Überlegung hat einen Preis. Wenn Sie dem Körper Methionin vorenthalten, fehlt ihm unter Umständen genau das Material, das er für Aufbau- und Erhaltungsprozesse benötigt.

Und auch eine Krebszelle braucht Methionin, um zu wachsen. Wenn nicht genug davon vorhanden ist, kann sie sich womöglich schlechter vermehren. Das klingt zunächst logisch. In der Praxis ist es jedoch nicht so einfach.

Denn der restliche Körper kann ebenso darunter leiden. Und wenn der Krebs den Organismus insgesamt bereits zehrt, ist nicht sicher, dass eine Methionin-Restriktion tatsächlich eher dem Tumor als dem Körper schadet.

Deshalb wäre ich mit einer generellen Methionin-Restriktion unter einer Krebserkrankung zurückhaltend. Das ist keine allgemeine Empfehlung, die man einfach so übernehmen sollte. Sie sollten in jedem Fall mit einem erfahrenen Onkologen oder einer erfahrenen Onkologin besprechen, was in Ihrer konkreten Situation sinnvoll ist.

Nicht jeder Tumor verhält sich gleich. Und gerade in der Onkologie gilt: Es gibt nicht den einen Krebs. Es gibt viele Varianten, viele molekulare Besonderheiten und unterschiedliche therapeutische Ansätze.

Und genau deshalb ist die personalisierte Betrachtung so wichtig. Man kann bei Tumoren untersuchen, ob bestimmte Signalwege wie mTOR besonders aktiv sind. Man kann auch prüfen, ob molekulare Veränderungen vorliegen, die auf bestimmte Therapien ansprechen.

Je genauer die Behandlung auf den einzelnen Tumor abgestimmt ist, desto besser sind die Aussichten häufig. Eine pauschale Ernährungsstrategie wird dieser Komplexität oft nicht gerecht.

Wenn Sie sich also fragen, ob tierische Produkte bei Krebs reduziert werden sollten, ist die Antwort nicht einfach ja oder nein.

Eine generelle starke Eiweißreduktion erscheint meist nicht sinnvoll. Viel eher geht es darum, eine ausreichende Versorgung sicherzustellen und gleichzeitig die individuelle Tumorsituation zu berücksichtigen.

Und in manchen Fällen kann es hilfreich sein, eher Geflügel oder Fisch als Eiweißquelle zu wählen, statt große Mengen rotes Fleisch zu konsumieren.

Wichtig ist außerdem, dass man Insulinspitzen vermeiden möchte.

Ebenso sollte man nicht isoliert Methionin einnehmen, ohne den Gesamtzusammenhang zu betrachten. Ernährung bei Krebs ist kein starres Schema. Es geht um die Balance zwischen ausreichender Versorgung, metabolischer Steuerung und der konkreten onkologischen Situation.

Ein sinnvoller nächster Schritt kann es sein, den Insulinlike Growth Factor 1 zu bestimmen. Dieser Wert kann indirekt Hinweise auf eine mTOR-Aktivierung geben. Bevor Sie daraus Schlussfolgerungen ziehen, sollten die Ergebnisse jedoch immer mit einer fachkundigen „rztin oder einem fachkundigen Arzt besprochen werden.

Erst dann lässt sich beurteilen, welche Ernährungsstrategie in Ihrem Fall überhaupt passend ist.

Und wenn Sie sich mit onkologischer Ernährung näher befassen, werden Sie schnell merken, wie wichtig die Einzelfallbetrachtung ist.

Ein Tumorprofil, die aktuelle Therapiesituation, der Ernährungszustand, das Körpergewicht und der allgemeine Kräftehaushalt gehören immer mit dazu. Gerade in einer aktiven Erkrankung ist es oft wichtiger, eine ausreichende Eiweißzufuhr sicherzustellen, als vorschnell bestimmte tierische Produkte grundsätzlich zu streichen.

Fisch und Geflügel können dabei für manche Patienten eine pragmatische Option sein. Sie liefern Eiweiß in gut verwertbarer Form und können helfen, die Versorgung stabil zu halten.

Und gleichzeitig bleibt der Blick auf Qualität, Menge und Verträglichkeit wichtig. Entscheidend ist nicht nur, was Sie weglassen, sondern vor allem, was Ihr Körper in dieser Phase wirklich braucht.


Quellen: The relationship between sarcopenia detected in newly diagnosed lung cancer patients and serum levels of IL6 IGF-1 and myostatin.

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