Logo
Dr. Gerschs Wissensarchiv | Hashimoto Meistern Community

Fettreiche und kohlenhydratreiche Mahlzeiten abwechseln.

Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.

Video-Transkript

Fettreiche und kohlenhydratreiche Mahlzeiten abwechseln

Wenn Sie fettreiche und kohlenhydratreiche Mahlzeiten abwechseln, verfolgen Sie damit ein klares Ziel: Ihr Stoffwechsel soll flexibel bleiben.

Der Körper soll lernen, zwischen Fetten und Kohlenhydraten umzuschalten. Genau das wird als metabolische Flexibilität bezeichnet. Und diese Flexibilität ist vor allem dann interessant, wenn Sie Gewicht, Insulinresistenz oder Ihre metabolische Gesundheit beeinflussen möchten.

In der praktischen Ernährung bedeutet das nicht, dass Sie jede Mahlzeit perfekt planen müssen. Wichtig ist eher, dass Sie die Regel in einem vernünftigen Rahmen umsetzen. Ein sinnvoller Ansatz ist: In etwa der Hälfte der Mahlzeiten trennen Sie Fette und Kohlenhydrate.

Und zusätzlich gilt, dass Sie nicht jede einzelne Regel immer gleich streng einhalten müssen. Entscheidend ist, dass Sie insgesamt mit dem Plan leben können. Eine Ernährung bringt nur dann etwas, wenn Sie sie langfristig durchführen.

Viele Gerichte aus der westlichen Alltagsküche enthalten eine Mischung aus Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten. Das schmeckt oft sehr gut. Ein Stück Fleisch mit Kartoffeln, Reis oder Nudeln und dazu noch eine fettreiche Soße, Mayonnaise oder ein salziger Salat mit Vinaigrette ist ein typisches Beispiel.

Diese Kombination ist für den Geschmack angenehm. Metabolisch ist sie aber nicht immer ideal. Fett ist ein guter Geschmacksträger. Genau deshalb werden solche Mischungen so häufig gegessen.

Der Körper ist jedoch nicht dafür gedacht, dauerhaft in jeder Mahlzeit beides in größerer Menge gleichzeitig zu bekommen.

Und hier liegt der Kern des Problems: Ihre Mitochondrien, also die Energiekraftwerke der Zellen, arbeiten besser, wenn sie sich auf einen Brennstoff konzentrieren können.

Sie sollen entweder vor allem Kohlenhydrate verbrennen oder vor allem Fette. Nicht beides gleichzeitig und nicht ständig wechselnd innerhalb derselben Mahlzeit. Das ist ein wenig wie ein Ofen, der entweder mit Holz oder mit Kohle betrieben wird.

Beides zusammen oder ein ständiges Umschalten ist unpraktisch. Genauso gilt das auch für die Stoffwechselwege in Ihrem Körper.

Insulin spielt dabei eine zentrale Rolle. Wenn Ihr Blutzucker ansteigt, wird Insulin ausgeschüttet.

Das Hormon sorgt dafür, dass Glukose in die Zellen gelangt. Steigen die Insulinspiegel häufig oder dauerhaft an, dann wird die Fettfreisetzung gehemmt. Genau deshalb ist es sinnvoll, Phasen mit Kohlenhydraten und Phasen mit Fett getrennt zu betrachten.

So lernt der Körper, in beiden Richtungen gut zu funktionieren.

Aus evolutionsbiologischer Sicht ist das nachvollziehbar. Der Mensch hat sich über lange Zeit in einer Umgebung entwickelt, in der Nahrung nicht ständig und nicht in derselben Mischung verfügbar war.

Mal standen eher Kohlenhydrate zur Verfügung, etwa reife Früchte oder stärkehaltige Pflanzen. Mal gab es eher eiweiß- und fettreiche Nahrung. Der Körper musste also zwischen Aufnehmen und Verbrennen wechseln können.

Diese Fähigkeit ist bis heute wichtig.

Wenn Sie eine kohlenhydratreiche Mahlzeit planen, sollte der Fettanteil eher klein sein. Ganz wenig Fett ist hier meist die bessere Wahl. Ein Beispiel wäre ein körniger Frischkäse mit sehr niedrigem Fettanteil oder gekochte Hirse mit einer Eiweißquelle und etwas Ballaststoff.

Auch ein kleiner Löffel Marmelade zu körnigem Frischkäse kann bereits eine kohlenhydratbetonte Mahlzeit darstellen. Dann ist schon mehr als genug Fett enthalten, wenn Sie es streng trennen möchten.

Wenn Sie dagegen eine fettreiche Mahlzeit wählen, dann sollte die Kohlenhydratmenge klein bleiben. Ein Salat mit viel Olivenöl kann dazu passen. Oder fetter Fisch, Feta, Sardinen, Nüsse, Macadamianüsse, Kokosfett oder eine cremige Soße auf Kokosmilchbasis.

Dann sollten Sie nicht noch zusätzlich eine große Portion Reis, Brot oder andere stärkehaltige Beilagen hinzufügen. Genau diese klare Trennung ist gemeint.

Natürlich müssen Sie das nicht in jeder Mahlzeit perfekt umsetzen.

Der Plan soll praktikabel bleiben. Und wenn Sie das Thema Gewichtsmanagement, Insulinresistenz oder allgemein gesunde Ernährung angehen, ist es oft schon ein großer Gewinn, wenn Sie mehr Trennung als früher einbauen.

Ein bisschen besser als der Durchschnitt genügt häufig schon, um einen deutlichen Unterschied zu machen.

Besonders wichtig ist auch der Blick auf die Fettverdauung. Fett benötigt Gallensäuren, damit es ausreichend aufgenommen werden kann.

Wenn jemand keine Gallenblase mehr hat, ist eine große fettreiche Mahlzeit oft schwieriger zu verdauen. Dann können kleinere Portionen hilfreich sein. Außerdem kommen MCT-Fette in Betracht.

Diese mittelkettigen Fette werden vergleichsweise unabhängig von Gallensäuren aufgenommen. Sie sind deshalb gerade dann praktisch, wenn Fett gut verfügbar sein soll, ohne die Verdauung zu sehr zu belasten.

Und wenn die Fettverdauung eingeschränkt ist, kann auch die Zufuhr von Gallensäuren in Form von Arzneimitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln eine Rolle spielen. Dadurch lässt sich die Fettaufnahme in manchen Fällen unterstützen.

Trotzdem bleibt der Gedanke der Trennung von Fett und Kohlenhydraten wichtig, weil der Körper auf diese Weise besser zwischen den Energiebereichen umschalten kann.

Für die tägliche Umsetzung heißt das: Wenn Sie eine kohlenhydratreiche Mahlzeit essen, dann sollte sie eher fettarm sein.

Wenn Sie eine fettreiche Mahlzeit essen, dann sollten Kohlenhydrate nur eine kleine Nebenrolle spielen. Eiweiß kann in beiden Varianten enthalten sein. Das ist oft sogar sinnvoll. Mageres Fleisch, Fisch, Käse, Joghurt oder andere Eiweißquellen lassen sich je nach Mahlzeit gut einbauen.

Und wenn Sie wissen möchten, wie gut Sie diese Strategie für sich umsetzen, lohnt sich ein Blick auf Insulin und Blutzucker. Nüchtern-Insulin kann ein hilfreicher Marker sein. Noch anschaulicher ist häufig ein kontinuierliches Blutzuckermonitoring.

So sehen Sie, wie Ihr Blutzucker auf bestimmte Mahlzeiten reagiert. Dann können Sie besser erkennen, welche Kohlenhydratmengen Ihnen guttun und wo es zu viel wird.

Die Reaktion ist von Mensch zu Mensch verschieden.

Auch Lebensmittel wirken nicht alle gleich. Deshalb gibt es keine einzige starre Lösung für alle. Aber die Grundidee bleibt stabil: Trennen Sie Fette und Kohlenhydrate möglichst häufig.

Geben Sie dem Körper damit die Chance, beide Stoffwechselwege zu trainieren. Genau das ist metabolische Flexibilität.


Quellen: Optimised carbohydrate dietary intervention for improving metabolic health in adults with prediabetes study protocol for a multicentre randomised controlled trial., Effect of diet macronutrient content on the cardiometabolic response to weight loss A randomized clinical trial., Insulin Resistance Current State of Knowledge and Clinical Implications-Toward a Better Diagnostic Framework and the Question of Its Disease Status., Association of diet composition and meal intervals with short-term glycemic control and glycemic variability among type 2 diabetes mellitus patients.

© Dr. Gersch Zentrum für funktionelle Langlebigkeitsmedizin, Steinmetzstraße 3, 67655 Kaiserslautern | Tel. 0631 / 34 35 97 38 | Impressum | Datenschutz | Verträge hier kündigen oder widerrufen | Kostenlose Video-Kompaktkurse mit Dr. Gersch | Youtube-Kanäle Autoimmunerkrankungen, Atemtherapie & Langlebigkeitsmedizin | TikTok | Podcast