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Warum die Zeit im Schlaf nicht verloren ist

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Dr. med. Christian Gersch
Privatärztliche Praxis

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Warum die Zeit im Schlaf nicht verloren ist

Warum die Zeit im Schlaf nicht verloren ist

Dr. Gersch Veröffentlicht Mittwoch, 05.09.2018 von Dr. med. Christian Gersch
Dr. Gersch ist niedergelassener Arzt in Kaiserslautern
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Viele Jahre war ich, wie schon geschrieben, traurig darüber, so viel Zeit im Schlaf zu "vergeuden". Über den gesundheitlichen Aspekt von ausreichend gutem Schlaf hatte ich jetzt schon ausführlich mit Ihnen gesprochen. Sie dürfen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Ihre Lebenserwartung<(a> durch qualitativ wie quantitativ guten Schlaf erhöht wird. Aber es passiert noch etwas anderes im Schlaf:

Sie träumen. In der Antike stellten die Träume für die Menschen wichtige Inhalte ihres Lebens dar, aber in der Neuzeit nahm die Wichtigkeit der Träume ab. Es gibt verschiedene moderne Traumtheorien, z.B: diese:

  • Träumen hätten keine Bedeutung und wären zufällige Regungen des schlafenden Gehirns (halte ich für sehr falsch, denn Träume sind sicher kein reiner Zufall)
  • während dem Träumen "üben" wir für Verhaltensweisen im Wachleben
  • unser Unbewusstes offenbart uns unsere verborgenen Wünsche in verschlüsselter Form (sagt Sigmund Freud)
  • wenn man schläft, sei man mit dem Kosmos verbunden und könne auf das kollektive Bewusstsein der Menschheit zugreifen (C.G. Jung), erhielte göttliche Eingaben (Antike)
  • Komplexe, also unverarbeitete Situationen, drängen im Traum an die Oberfläche und wollen verarbeitet werden. Gelingt dies, so lösen sie sich auf (C.G. Jung). Interessanterweise reicht es aus, diese Komplexe im Traum zu erleben und das Wissen, dass es sich um einen Komplex handelt, mit ins Wachbewusstsein zu nehmen.
  • ...

Was davon letztlich stimmt, lässt sich derzeit nicht mit Gewissheit sagen. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Mischung aus allem.

Fakt ist aber, dass es gar nicht unwichtig ist, was in unseren Träumen passiert. Natürlich gibt es viele bagatellhafte Vorfälle, die wirklich nur "Schäume" sind.

Tatsächlich werden die Trauminhalte viel vom Unbewussten beeinflusst. Ich glaube nicht, dass es über "geheimes" Wissen verfügt, aber dem Unbewussten fällt im Alltag oft auf, was nicht nichts Bewusstsein dringt.

Einige Menschen glauben zum Beispiel, im Traum vor der Erkrankung eines nahestehenden Menschen gewarnt worden zu sein, darüber gibt es zahlreiche Berichte. Wahrscheinlich verhält es sich aber so, dass man in den Tagen zuvor bei diesem Menschen unbewusst Krankheitsanzeichen wahrgenommen hat (schütteres Haar, fahle Haut, eingefallene Haltung, ...), die man im Wachbewusstsein nicht als solche wahrgenommen hatte. Das Unbewusste hatte es aber bemerkt und bringt diese Information in einem Traum noch einmal vor. Ähnlich wird es sich mit einer Studie verhalten, in der Frauen mit frischen Brustkrebsdiagnosen davon berichten, in ihren Träumen Warnzeichen wahrgenommen zu haben. 44% träumten sogar vom Begriff Brustkrebs, aber wahrscheinlich hatten sie nur unbewusst Veränderungen wahrgenommen, die dann dazu führten, dass sie den Anstoß fanden, einen Arzt aufzusuchen, der dann die Diagnose stellte.

Es gibt aber sicherlich auch echte Veränderungen an Träumen durch Erkrankungen, die strukturelle Hirnfunktionen betreffen. So träumen Menschen in einem frühen (vielleicht auch noch undiagnostizierten) Stadium der Parkinsonerkrankung überhäufig von Tieren und aggressiven Situationen.

Kurzfazit Kurzfazit

Träume vermitteln uns wichtige Informationen, die uns im Alltag verborgen bleiben können.

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